Noch drei Runden bis zum Schweizer Final
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 06.09.2010
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Die Voraussetzungen für das erste rein helvetische Grand-Slam-Endspiel lassen sich leicht zusammenfassen: Federer muss in der Nacht auf Dienstag Jürgen Melzer schlagen, dann den Sieger der Partie Robin Söderling - Albert Montañes und schliesslich einen Spieler aus dem Quartett Richard Gasquet, Gaël Monfils, Mardy Fish und Novak Djokovic. Wawrinka hat in seinem Achtelfinal die Hürde Sam Querrey zu nehmen, dann müsste er den Gewinner des Duells Michail Juschni - Tommy Robredo ausschalten. Im Halbfinal wäre dann wohl ein Sieg über Rafael Nadal gefragt. Der Weltranglistenerste befindet sich in einem Viertel mit Feliciano Lopez, David Ferrer und Fernando Verdasco.
Federer ist in seiner Tableauhälfte der grosse Favorit. Söderling, Djokovic und der erschlankte Fish könnten noch am ehesten zum Stolperstein für den fünffachen US-Open-Champion werden. Söderling fügte ihm am French Open eine schmerzliche Viertelfinal-Niederlage zu, verlor die vorherigen zwölf Duelle aber allesamt. Djokovic weist gegen Federer eine 5:10-Bilanz auf, er bezwang den Schweizer 2009 an dessen Heimturnier in Basel, musste sich ihm aber beim jüngsten Aufeinandertreffen in Toronto nach drei Sätzen beugen. Fish, der dank neu erwachtem Trainigseifer und einer Ernährungsumstellung rund 20 Kilo abgespeckt hat, forderte Federer Ende August im Final von Cincinnati bis tief in den Entscheidungssatz.
Der grosse Störenfried heisst Rafael Nadal
Wawrinka feierte gegen seinen nächsten Kontrahenten Querrey im bislang einzigen Duell 2009 in Indian Wells einen Tiebreak-Erfolg im letzten Durchgang. Juschni und Robredo dürften ebenfalls in seiner Reichweite liegen. Der direkte Vergleich zwischen Wawrinka und Juschni steht 2:2. Der letzte Match ging an den Russen, nachdem Wawrinka den ersten Satz 6:1 gewonnen und den zweiten im Tiebreak abgegeben hatte. Die Bilanz gegen Robredo sieht für den Romand mit 1:4 Siegen auf den ersten Blick schlecht aus. Die beiden haben aber seit 2008 nicht mehr gegeneinander gespielt, zudem gewann Wawrinka das letzte Hardcourt-Duell 2007 in New Haven.
Bleibt das grosse Problem Nadal: Der Spanier hinterliess beim 6:4, 6:4, 6:2 über den früheren Top-10-Spieler Gilles Simon einen bestechenden Eindruck. Er ist erstmals am US Open sowohl physisch als auch psychisch in ausgezeichneter Verfassung. Zudem hämmert er seinen Aufschlag mit ungewohnter Härte ins Feld. Gegen Nadal hat Wawrinka in sechs Vergleichen bislang noch nie einen Satz gewonnen. Mit dem Sieg über Murray hat der Waadtländer aber bewiesen, dass man ihn nicht vorschnell abschreiben sollte.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.09.2010, 14:53 Uhr


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