«Rafa spielt gegen mich immer noch ein wenig besser als sonst»
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 26.01.2012
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Federer schied beim Grand-Slam-Event aus, obwohl er in vielen Phasen sehr gutes Tennis zeigte. Doch Nadal hatte letztlich mit 6:7, 6:2, 7:6, 6:4 das bessere Ende für sich und steht im Final von Melbourne, in dem er entweder auf Novak Djokovic oder Andy Murray trifft. Der Schweizer, der den ersten Satz hatte gewinnen können, zeigte sich nach dem Duell vor den Medien als fairer Verlierer. «Rafa spielte vom Start weg bis zum Schluss sehr gut. Ich begann zwar ebenfalls gut, nutzte aber diverse gute Möglichkeiten in den verbleibenden Sätzen nicht.»
Der Baselbieter bezeichnete seine an diesem Tag oft fehlerhafte Vorhand als nicht so schlecht. «Aber ich schlug die Bälle auf der Vorhand flacher als Rafa. Offensichtlich ist der Belag nicht der schnellste. Er bringt viele Bälle zurück, die Ballwechsel sind dementsprechend lang. Ausserdem zeigte er grossartige Passierschläge», lobte die Nummer 3 seinen Gegner aus Mallorca. Federer vergass nicht beizufügen, dass sich die Nummer 2 im Ranking gegen ihn immer besonders anstrenge. «Ich weiss nicht, ob es wirklich wahr ist. Aber ich denke immer, dass Rafa gegen mich noch ein wenig besser spielt als gegen die anderen Spieler. Aber er spielt wirklich sehr gut. Ich geniesse es eigentlich, gegen ihn anzutreten. Auch das Publikum macht richtig mit, das ist schön. Wir haben viel Respekt voreinander, was ebenfalls sehr angenehm ist.» Federer wirkte vor den Journalisten nicht so, als sei er nach dem Halbfinal-Aus völlig am Boden zerstört.
Die Sache mit dem Feuerwerk
Federer gab zu, unmittelbar nach dem physisch anstrengenden Match auf dem Platz enttäuscht gewesen zu sein. «Ich fand mein Spiel hier in Melbourne eigentlich gut und dachte natürlich, dass ich auch im Final etwas erreichen könnte. Aber darüber muss ich mir jetzt keine Gedanken mehr machen. Jetzt fühle ich mich okay. Die Niederlage ist bereits Vergangenheit.»
Und die Pause mit dem Feuerwerk? Hat dieser Unterbruch einen Einfluss auf das intensive Spiel gehabt? Federer meinte dazu: «Der Unterbruch hat gewiss nicht geholfen. Dann habe ich viele Punkte in Folge verloren. Ich will damit nicht sagen, dass ich den Satz nicht ohnehin verloren hätte.» Aber er und Nadal seien von den Organisatoren vor dem Match auf die Pause aufmerksam gemacht worden. Deshalb sei der Unterbruch keine Überraschung gewesen.
Die positiven Dinge mitnehmen
Federer, der zuvor in Melbourne überzeugte hatte, hätte natürlich liebend gerne das Turnier Down Under gewonnen. «Natürlich bin ich enttäuscht», wiederholte der Schweizer. Aber er hob auch die positiven Faktoren hervor. «Wichtig ist nun meine Reaktion. Was passiert von nun an? Ich werde die nächsten Turniere sorgfältig vorbereiten und versuchen, eine ähnlich gute Reaktion zu zeigen wie nach dem letzten US Open.»
Federer mochte keine Prognose abgeben, ob Djokovic oder Murray der Finalgegner von Nadal sein werde. «Einer muss verlieren. Und es wird am Ende des Turniers nur einen Gewinner geben. Ich bin gespannt, wer das sein könnte.» Und die Tennisfans sind es auch. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.01.2012, 16:59 Uhr

