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«Söderling ist gefährlich für Federer»

Von seinen letzten 42 Partien am US Open hat Roger Federer 41 gewonnen. Mit Robin Söderling steht dem Schweizer in der Nacht auf Donnerstag aber jener Spieler gegenüber, der seine French-Open-Träume beerdigte.

Auf in den Kampf: Robin Söderling (ATP 5).

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Bild: Reuters

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«Söderling hat alles, was ein Tennisspieler braucht. Er ist ein grossgewachsener Athlet, verfügt über eine gewaltige Vorhand, eine stabile Rückhand und einen ausgezeichneten Aufschlag», sagt der amerikanische Tennispapst Nick Bollettieri. «Dazu verfügt er über eine starke Beinarbeit und ein ausgepägtes Selbstvertrauen. Die Partie gegen ihn wird für Federer ein richtiger Prüfstein. Söderling ist gefährlich.»

Tatsächlich ist der 1,93 Meter lange Schwede wohl die härteste Knacknuss in Federers Tableauhälfte. Er hat den Baselbieter am French Open im Viertelfinal nach einer Serie von zwölf Niederlagen regelrecht demontiert und damit auch seinen Federer-Komplex abgelegt. «Ich werde mit einem guten Gefühl auf den Platz gehen, weil ich Roger bei unserem letzten Aufeinandertreffen endlich bezwungen habe», sagt Söderling.

«Es macht Spass als Aussenseiter»

Die Favoritenrolle weist er dennoch weit von sich: «Federer und Nadal sind derzeit die besten Spieler auf der Welt. Auf dieser schnellen Unterlage spricht nicht viel für mich, doch es macht Spass, als Aussenseiter anzutreten.» Eine solche Aussage hätte man vom einst als krankhaft ehrgeizig berüchtigten Schweden früher nicht gehört.

Im Kopf hat Söderling offensichtlich grosse Fortschritte erzielt - er ist lockerer geworden, hadert weniger mit seinem Schicksal und lenkt seine Konzentration nicht mehr auf Nebenschauplätze. «Vielleicht sieht er nicht mehr alle seine Gegner als Feinde an, und vielleicht hat er verstanden, dass die Leute auf der Tour gar nicht so böse sind», bemerkte Federer pointiert.

Federer muss die Initiative ergreifen

Federer weiss, dass er sich gegen Söderling nicht auf lange Grundlinienduelle einlassen darf. Er muss angreifen und - anders als in Paris - den Rhythmus des Skandinaviers brechen. Die Umsetzung ist allerdings ein anderes Kapitel als die Theorie - vor dem Match am French Open hatte Federer angekündigt, er werde offensiv und variantenreich agieren, was ihm bekanntlich nicht gelingen sollte.

Pessimismus ist dennoch nicht angebracht: Federer, der nach dem Australian Open mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, ist physisch und psychisch stärker als vor der US-Hardplatzsaison. Der Turniersieg in Cincinnati und die Zusammenarbeit mit seinem neuen Trainer Paul Annacone haben ihm zusätzlich Auftrieb verliehen. Entsprechend ist er in den Augen der Wettanbieter mit einer Quote von 1,25:1 auch klarer Favorit gegen Söderling (3,4:1). (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.09.2010, 16:59 Uhr

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