Stöhnen und Schreien für die Nummer 1
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 26.01.2012 22 Kommentare
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Der Final zwischen Maria Scharapowa und Viktoria Asarenka, bei dem es auch um die Nachfolge von Caroline Wozniacki als Nummer 1 geht, wird eine laute Angelegenheit. Beide gehören zu den grössten Schreihälsen auf der WTA-Tour und müssen sich deshalb immer wieder fragen lassen, wann sie endlich damit aufhören, ihre Gegnerinnen mit Kriegsgebrüll einzuschüchtern. Vor allem Scharapowa, die wegen ihres markerschütternden Stöhnens schon länger in der Schusslinie der sportlichen Sittenrichter steht und Lärmwerte über 100 Dezibel erreicht, reagiert zunehmend genervt auf die Polemik. «Bis jetzt hat mir noch niemand von Bedeutung sagen können, warum ich mit dem Stöhnen aufhören soll. Das gehört einfach zu meinem Spiel», antwortete die Russin in Melbourne auf die neuerliche Nachfrage eines Reporters.
«Ich würde den Referee auffordern, sie zu disqualifizieren»
Einer der schärfsten Kritiker der Tennis-Sirenen Scharapowa und Asarenka ist der frühere Top-10-Spieler und Agassi-Coach Brad Gilbert. «Wenn ich gegen eine der beiden spielen müsste, würde ich zum Schiedsrichter gehen und ihn auffordern, sie zu disqualifizieren», giftete der US-Amerikaner, seines Zeichens Autor des Buches «Winning Ugly». Für den ehemaligen Weltranglistenersten Mats Wilander sind diese Bemerkungen deplatziert. «Brad Gilbert hat ja immer so seine Meinungen. Ich finde, dass es egal ist, solange das Stöhnen auf ähnlichem Niveau bleibt und nach dem Treffen des Balles aufhört. Wenn der Ball dann fliegt, ist es aber nicht mehr erlaubt», erklärte der Schwede, der in Melbourne als Experte für den TV-Sender Eurosport tätig ist. Martina Hingis sagte bei einer Talkrunde, man bemerke das Gebrüll erst, wenn man im Rückstand liege.
Die Weltranglistenachte Agnieszka Radwanska spricht sich derweil für ein Verbot des exzessiven Stöhnens durch die Profispielerinnen-Vereinigung WTA aus. Sie habe sich in ihren zahlreichen Partien gegen Asarenka an deren Stöhnen gewöhnt, jenes von Scharapowa sei aber unerträglich. «Was soll ich zu Maria sagen? Auf jeden Fall ist es nervtötend und viel zu laut, was sie macht», so die Polin. Scharapowas Konter war kurz und trocken: «Radwanska, ist die nicht schon wieder in Polen?»
WTA prüft Schritte gegen exzessives Stöhnen
Das Regelbuch des Tennis-Weltverbands ITF ist in der Stöhn-Diskussion keine echte Hilfe. Es sieht nur Sanktionen vor, wenn eine Spielerin ihre Kontrahentin absichtlich um die Konzentration bringt und gezielt stört. Genau dies aber bestreiten die attackierten Athletinnen. «Ihr alle habt mich aufwachsen und spielen gesehen. Ich bin seit jeher so», sagte Scharapowa auf einer Medienkonferenz. «Als Kind war ich sehr schwächlich, also musste ich etwas Extra-Power geben. Und das ist irgendwie hängen geblieben», gab Asarenka zu Protokoll.
Laut einem Bericht der «New York Times» sucht die WTA nun nach einem Weg, das Stöhnen einzudämmen, ohne Gewohnheitstäterinnen wie Scharapowa zu diskriminieren. «Wir glauben, dass wir uns der Bedenken annehmen und unsere Regel- und Ausbildungspolitik überdenken müssen», heisst es in einer Stellungnahme. Unter anderem entsendete die WTA schon Vertreterinnen und Vertreter in die Tennis-Akademie von Nick Ballettieri, um dort mit Trainern und Juniorinnen zu diskutieren.
Was halten Sie vom Stöhnen auf dem Tennisplatz. Würde ein Verbot Sinn machen? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.01.2012, 11:04 Uhr
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22 Kommentare
Das Geschrei ist noch einigermasse lustig. Aber noch lustiger wäre ess, wenn das Publikum, statt hinterum zu reklamieren bei WTA und Spielleitung der Turniere, aktiv wurde und bei jedem Aufschlag auch stöhnen wurde. Ich wette, dass dieses Gestöhn-der Spielerinnen- bald aufhören würde.Ü brigens war es Monica Selec, die mit diese Brunftschreie in den 90er Jahre angefangen hat. Antworten
Dieses nerventötende Geschrei hat mit Monica Seles damals angefangen und sehr schnell Nachahmerinnen und später auch Nachäffer gefunden! Federer hat da nie mitgemacht, was absolut für ihn spricht. Er ist auch darin vorbildlich! Man kann übrigens sehr gut diese Tennisspiele ohne Ton verfolgen und sich vielleich noch mehr auf das Spiel als Solches konzentrieren! Antworten
Unsäglich dieses Gestöhne! Gerade deswegen müssen sich die Frauen - abgesehen davon, dass man sich diese ovas und enkos schon lange nicht mehr merken kann - nicht verwundern, dass das Männertennis so dominant ist. Gestöhnt wird auch da, aber in erträglichen Dimensionen. Habe mir seit Jahren kein Frauenspiel mehr angesehen deswegen. Und ohne Ton macht auch kein Spass! Antworten
@M. Zürcher: versuchen Sie mal das hinzubekommen, was die Damen da bieten - vor der Glotze hocken+ablästern kann jeder.Das Gestöhne - v. Männern wie von Frauen - ist m.E. nervtötend, genauso wie H.Günthardts Kommentare.Ketzerische Frage:Warum schauen aber (gem.Kommentaren)so viele Männer langweiliges,kraftloses, bestöhntes Frauentennis?Gefallen Ihnen die Beinchen und die Unterwäsche? Antworten
Liebe Lilly - ich brauch das nicht hinzubekommen. Ich habe einen guten Job, ein gutes Leben. Und wie Sie meinem Kommentar entnehmen können, interessiert mich Damentennis nicht. Sie können sich also ihre Emanzenklatsche sparen.
Schauen wirklich so viele Männer Frauentennis? Die Kommentarschreiber schreiben mehrheitlich, dass sie eben nicht schauen. Gucken Sie nur die Quoten der Spiele an, dann haben sie eine ungefähre Antwort. PS. Ich schaue schon lange kein Frauentennis mehr...
Das Stöhnen sofort verbieten. Nebst dem manchmal mühsamen Frauentennis auch noch das Gestöhne und Gekreische anhören ist wirklich zuviel verlangt. Ich schalte den Fernseher auf stumm oder aus. Eine weitere Massnahme wäre eine Gagenkürzung. Die Frauen verdienen zuviel für die Tennis Magerkost die sie bieten.
50% der Männergage wäre gerecht!
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Schaue gerade Federer-Nadal, und was macht Nadal? Er "stöhnt"! Aber keiner der hier schimpfenden Herren scheint sich daran zu stören. Soll ich nun also das Herren-Tennis auch nicht ernst nehmen, weil hier nämlich auch "gestöhnt" wird? Typisch, gelästert wird wieder nur über den Frauen-Sport, ausschliesslich von Männern. Einfach widerlich!
ich glaube den tennis-frauen kein wort, wenn sie behaupten, durch ihr unsägliches geschreie und dem fast nicht mehr jugendfreien gestöhne bessere leistungen zu bringen. im gegensatz dazu schaue ich mir king Roger an: bestes tennis, mit viel kraft und trotzdem fast ohne lärm. es ist also möglich. das schreien sollen sie sich abgewöhnen. eishockeyspieler müssten im direkten vergleich 60min schreien. Antworten
Das erinnert mich an einen Kommentar von Henri Leconte, welcher bei ähnlicher Kampfanstrengung einer Dame sagte: sie rufen Enriiii, Enriiii! Das war köstlich! Schlimm fand ich beim Davis Cup Finale in Fort Worth die Herren Agassi und McEnroe, ihre nicht sehr lauten unsäglichen Beleidigungen waren sogar Courier peinlich. Antworten

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