Wawrinka ringt den Riesen nieder
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US Open
Männer. Achtelfinals: Federer (Sz/2) s. Melzer (Ö/13) 6:3, 7:6, 6:3. Wawrinka (Sz/25) s. Querrey (USA/20) 7:6, 6:7, 7:5, 4:6, 6:4. Söderling (Sp/5) s. Montañes (Sp/21) 4:6, 6:3, 6:2, 6:3. Juschni (Russ/12) s. Robredo (Sp) 7:5, 6:2, 4:6, 6:4.
Viertelfinal-Tableau: Nadal (1)/Lopez (23)- Ferrer (10)/ Verdasco (8), Wawrinka (25) - Juschni (12); Monfils (17) - Djokovic (3), Söderling (5) - Federer (2).
Frauen. Achtelfinals: Wozniacki (Dä/1) s. Scharapowa (Russ/14) 6:3, 6:4. Zwonarewa (Russ/7) s. Petkovic (De) 6:1, 6:2. - Viertelfinal-Tableau: Wozniacki (1) - Cibulkova, Kanepi (31) - Zwonarewa (7); Schiavone (6) - Venus Williams (3), Stosur (5) - Clijsters (2).
Stichworte
Erstmals stehen damit gleich zwei Schweizer Männer im Viertelfinal eines Major-Turniers. Bei den Frauen war dieses Kunststück Martina Hingis und Patty Schnyder dreimal gelungen (1998: French und US Open, 2006: Australian Open). Für Wawrinka selber ist die Premiere etwas ganz Spezielles: Er hatte zuvor sechs Grand-Slam-Achtelfinals verloren.
Im Vergleich zur Partie gegen Murray musste sich Wawrinka mit einem ganz anderen Spielstil auseinandersetzen. Er gewöhnte sich aber rasch an die Aufschlag-Bomben des 198 Zentimeter langen Amerikaners, nachdem er in dessen drei ersten Servicegames praktisch keinen Ball gesehen hatte.
Langer Anlauf im ersten Satz
Wawrinka gewann den ersten Satz mit seiner fünften Chance und hatte dann im zweiten Durchgang die Möglichkeit, für die Vorentscheidung zu sorgen. Bei 5:4 und eigenem Aufschlag hatte er vier Satzbälle, einige davon sehr machbar, in dieser Phase versagte aber vor allem seine Vorhand.
Nach dem Satzgleichstand durch den von der Grundlinie phasenweise überraschend starken Querrey geriet Wawrinka gleich 0:3 in Rückstand, verlor aber in einer ähnlichen Situation wie gegen Murray (6:7, 0:3) wieder nicht die Nerven. Mit einer 2:1-Satzführung im Sack, komplizierte er die Angelegenheit aber selber, in dem er nur 43 Prozent erster Bälle ins Feld brachte.
Erlösung nach 4:28 Stunden
Obwohl er sich im letzten Satz aber am dick einbandagierten Oberschenkel behandeln lassen musste, steckte er nicht auf und verwertete nach 4:28 Stunden den Matchball mit einem Backhand-Volley. Symptomatisch für den «neuen Wawrinka»: Er rückte auf den zweiten Aufschlag Querreys vor und setzte den Riesen unter Druck. Er beendete das US Open nicht nur für Querrey, sondern auch für das gesamte Gastgeberland. Zum zweiten Mal in Serie und zum zweiten Mal überhaupt in der Open Era steht kein Amerikaner im Viertelfinal.
Wawrinkas nächste Aufgabe wird erneut nicht einfach zu lösen sein, beklagen darf er sich aber nicht. Er trifft nun auf Michail Juschni (Russ/12), der Tommy Robredo sicher im Griff hatte. Juschni im Viertelfinal ist kein schlechtes Los, der hoch begabte aber auch unkonstante Mann aus Moskau ist zu allem fähig. Auch in New York: Hier hat er einst Rafael Nadal im Viertelfinal geschlagen, im Vorjahr unterlag er hingegen Marco Chiudinelli. Zwischen Wawrinka und Juschni steht es im Head-to-Head 2:2. (ak/si)
Erstellt: 08.09.2010, 00:13 Uhr

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