«Wenn ich das nicht tue, bin ich tot»

Rafael Nadal gibt am Australian Open schwer geschlagen Auskunft über sein Aus in der ersten Runde.

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Es ist die erste dicke Überraschung am Australian Open – zumindest was das Tableau der Männer betrifft. Rafael Nadal verliert gegen Fernando Verdasco in fünf Sätzen und scheidet erstmals seit Wimbledon 2013 an einem Grand Slam in der ersten Runde aus – es ist für den Spanier erst das zweite Mal in seiner Karriere, dass er sich an einem Major so früh verabschieden muss. «Manchmal habe ich Erfolg, manchmal nicht. Heute offensichtlich nicht», sagte Nadal nach dem über vierstündigen Kampf gegen seinen Landsmann. «Ich habe alles gegeben. Das mache ich immer so, wenn ich auf dem Court bin.»

Schwer enttäuscht und in gebückter Sitzposition stellte sich die ehemalige Nummer 1 im Presseraum den unangenehmen Fragen. Die Gründe für die Niederlage eruierte er im ersten Satz. «Fernando spielte nicht gut. Diesen Satz hätte ich für mich entscheiden müssen», sagte Nadal und musste dann zugegeben, dass sein Rivale sich in einen Rausch gespielt habe. «In den letzten zwei Sätzen war er überragend. Und im Tiebreak traf er alles. Er spielte besser als in den Monaten zuvor, war aggressiv, und auch sein Aufschlag funktionierte.»

Erinnerungen an 2009

Das Duell zwischen Nadal und Verdasco hat bereits vor sieben Jahren am Australian Open einen epischen Match hervorgebracht. Damals gewann Nadal im Halbfinal nach fünf Stunden in fünf Sätzen und holte sich später den bisher einzigen Titel in Melbourne. «Diesmal dauerte es 34 Minuten weniger, dafür gewann diesmal ich», stichelte Verdasco mit einem kleinen Grinsen und fand vor allem für sich selber viel Eigenlob. «Ich denke nicht, dass ich in den sieben Jahren seither jemals wieder so gut gespielt habe wie heute. Und Rafa hat im fünften Satz nachgelassen.»

Über die Gründe für die abfallende Leistung konnte und wollte Nadal nicht spekulieren. «Ich habe mich gut gefühlt, die Trainings waren gut», so Nadal. Dass er seit vergangener Saison nicht mehr so weit hinter der Grundlinie steht, kommt für Nadal einer Zäsur gleich. Daran muss er sich erst noch gewöhnen. «Im Training klappt es, aber im Ernstkampf ist es immer nochmals anders. Solche Umstellungen sind nie einfach, aber wenn ich das nicht tue, bin ich tot.» (sr)

Erstellt: 19.01.2016, 12:03 Uhr

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