Mit den Tricks von Myla und Charlene

Seine Girls wollen ihn noch stärker machen: Roger Federer verrät vor dem Viertelfinal gegen Berdych in Melbourne, wie seine Töchter das anstellen wollen.

Sind auch in Melbourne dabei: Federer-Zwillinge mit Mutter Mirka. (17. Januar 2016)

Sind auch in Melbourne dabei: Federer-Zwillinge mit Mutter Mirka. (17. Januar 2016) Bild: David Crosling/Keystone

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Roger Federer war in der Nacht auf Montag bemerkenswert gut aufgelegt – was kein Wunder war nach seiner brillanten Leistung am Australian Open gegen den Belgier David Goffin. Entsprechend zuversichtlich blickte er voraus auf seinen 12. Viertelfinal, in dem er in der Nacht auf Dienstag (nicht vor 4.30 Uhr MEZ) auf den Tschechen Tomas Berdych trifft. «Diese Partie gibt mir Vertrauen. Wenn ich so gut in Form bin wie jetzt, kann ich mit meinen Bällen die Linien suchen, offensiv spielen und variieren», sagte er.

Federer gab auch zu, dass er nach seinem Viersatzsieg über Grigor Dimitrov in der Runde zuvor nicht zufrieden mit sich gewesen war. «Vielleicht ging ich mit mir sogar etwas zu hart ins Gericht. Aber ich konnte dort nicht so befreit aufspielen wie zuvor gegen Dolgopolov. Deshalb ist es schön, dass mir das gegen Goffin nun wieder von A bis Z gelang.»

Gegen Berdych hat er zwar schon wichtige Partien verloren, so an Olympia in Athen 2004, in Wimbledon 2010 und am US Open 2012. Die letzten vier Vergleiche hat er aber alle gewonnen (total 15:6), was ihn zuversichtlich stimmt. «Wenn er gut drauf ist und seinen Rhythmus findet, wird es auf gewissen Belägen schwierig gegen ihn, und gerade hier in Melbourne fühlt er sich sehr wohl.» Andererseits spiele der Weltranglistensechste etwas schematisch und bewege sich auch nicht optimal, «da fehlt ihm gegen die Besten manchmal etwas».

Vater Federer im Kreuzverhör

Dass Federers Stimmung an diesem Abend so gut war, nutzte ein australischer Journalist aus, um ihn auf sein Privatleben und seine sechseinhalbjährigen Zwillinge anzusprechen. So entwickelte sich folgender Dialog.

Reporter: Was wollen Sie ihren Mädchen vom Tennis mitgeben, das ihnen für das Leben hilft? Federer: Geben Sie mir ein Beispiel.

Reporter: Vielleicht, dass ihr Vater auch hart arbeiten muss? Federer: Ja, solche Gespräche hatte ich tatsächlich schon mit ihnen. Ich sagte ihnen, sie könnten alles werden, das sie werden wollen – wenn sie hart dafür arbeiten. Es ist nicht so, dass man eines Morgens aufwacht und einfach grossartig ist (schnippt mit dem Finger). Es braucht Zeit. Und sie müssen wissen, dass sie hart arbeiten müssen, egal, was sie wählen. Ich sagte ihnen auch, dass ich nach all den Jahren immer noch rausgehe und hart arbeite, um besser zu werden. Ich denke, dass dies für sie mehr und mehr Sinn ergibt. Sie merken es auch jetzt, im Sport, oder beim Lesen und Schreiben lernen, dass es etwas bringt, wenn man lange am gleichen dran bleibt.

Reporter: Gilt auch das Gegenteil: Dass Ihre Töchter Ihnen sagen: Tue dies oder jenes? Oder warum machst du dies? Sprechen Sie so mit Ihnen über Tennis? Federer: Ja, eine sagte, ich soll auf die Linien spielen (lacht). Ich sagte, okay, das tue ich. Die die andere sagte, ich soll versuchen, in eine Richtung zu schauen und in die andere Richtung zu spielen. Ich sagte, gut, ich versuche es. Es ist nicht so leicht, wie du denkst, aber ich versuche es. Das war schon lustig. Als sie kürzlich an ein Training von mir kamen, baten sie mich, diesen Trick zu machen. Ja, sie geben mir schon Tipps. Und sie sind gute Coaches…

(Wenig später hakt der Reporter nochmals nach:) Denken Sie, dass den Kinder ein stabiles Umfeld fehlt? Sie sehen zwar die Welt, aber gibt es auch eine Kehrseite der Medaille? Federer: Es wäre natürlich grossartig, drei Monate in Folge das gleiche Bett zu haben, das gäbe einen schönen Rhythmus zum Schlafen. Aber wir sind uns dieses Leben gewöhnt. Es ist das einzige, das sie kennen – und ich in den letzten 20 Jahren auch. Aber es ist okay. Natürlich hätte es Vorteile, immer am gleichen Ort zu sein, immer in der Schweiz wäre wunderbar. Wir könnten mehr aufs Land gehen, sie in eine normale Schule stecken und all das. Andererseits haben wir viele Freunde, Familie und Bekannte, die uns unterwegs besuchen. Sie sind schon nicht immer alleine, sie sind ziemlich beschäftigt und haben viele Freunde auf der Tour. Und ich denke, das ist ziemlich wichtig für sie. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 25.01.2016, 05:45 Uhr)

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