Sport

«Hawk-Eye sollte es gar nicht geben»

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 15.09.2009 54 Kommentare

Roger Federer zeigte sich nach der Finalniederlage am US Open wie gewohnt von seiner sportlichen Seite und nahm die Niederlage nicht allzu dramatisch.

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Der über vier Stunden dauernde Fünfsätzer zwischen Juan Martin Del Potro und Roger Federer.
Bild: Reuters

   

Nach dem aufwühlenden und mit Diskussionen behafteten Fünfsatz-Fight im Endspiel in Flushing Meadows anerkannte der Baselbieter die starke Leistung von Juan Martin Del Potro. «Ich hatte ein tolles Turnier. Aber er war der Beste. Ich will und muss Juan Martin gratulieren», sagte Federer. Und man sah ihm an, dass er seine Worte ehrlich meinte. «Für mich wäre es ein Traum gewesen, hier einen sechsten Titel zu holen. Aber man kann nicht immer alles haben. Und nicht alles kann immer perfekt sein», ergänzte der Verlierer, der letztlich knapp mit 6:3, 6:7 (5:7), 6:4, 6:7 (4:7), 2:6 verloren hatte.

Trotzdem bedauerte natürlich die Nummer 1 der Welt, ihre Chancen im zweiten Set nicht genutzt zu haben. Schliesslich musste er beim Stande von 5:3 seinen Aufschlag aufgeben. «Hätte ich diesen Satz für mich entschieden, wäre ich auf einem exzellenten Weg gewesen. Danach nutzte Juan Martin seine Möglichkeiten, während ich meine verpasst habe.»

Das Ärgernis mit dem Hawk-Eye

Es war ein aufwühlender Kampf zwischen dem aufstrebenden Argentinier und dem Titelverteidiger. Federer hatte bei einer Szene eine Schimpftirade gegen den Schiedsrichter Jake Garner losgelassen. Der Favorit hatte das Gefühl gehabt, dass Del Potro zu lange gebraucht hatte, um die Challenge anzumelden. «Sie wissen, was ich über das Hawk-Eye denke. Das System sollte es eigentlich gar nicht geben. Was die Schimpftirade betrifft, so ist es eben einfach passiert», erklärte der sonst auf dem Court eher ruhige und sachliche Federer nach dem Endspiel die umstrittene Situation.

Das private Glück nicht vergessen

Dennoch zeigte sich der 28-Jährige nicht allzu enttäuscht. Frustrierend sei, dass die Niederlage ein wenig derjenigen von Wimbledon im letzten Jahr gleiche. Damals hätte er den Sieg auch um wenige Punkte verpasst, erinnerte sich Federer an die damalige Fünfsatz-Niederlage gegen Rafael Nadal im Südwesten Londons.

Und Federer, ganz Realist, wie er nun mal ist, vergass nicht, wie viele schöne Dinge er als Sportler und Mensch erleben konnte. «Das Leben geht weiter. Ich hatte dennoch einen grossartiger Sommer. Dieses Jahr ist doch schon grossartig gewesen: Ich habe geheiratet, habe nun Zwillingstöchter – ich weiss nicht, was ich noch mehr will.»

Alle Grand-Slam-Finals bestritten

Nicht nur privat blickt Federer auf ein sehr schönes 2009 zurück. Der Schweizer hat zwei Grand-Slam-Titel gewonnen (Paris und Wimbledon) und ist in zwei Majors erst im Final – nach Fünfsatzniederlagen – gestoppt worden (Melbourne und nun New York).

Diese Konstanz muss ein anderes Tennis-Ass erst noch beweisen. Auch Federer blickte im «Big Apple» nach einer bitteren Erfahrung zu Recht stolz auf das Geleistete zurück. «Das ist eine unglaubliche Serie.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.09.2009, 11:41 Uhr

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54 Kommentare

Heinz Köhli

15.09.2009, 08:41 Uhr
Melden

Federer der Grösste ! Auch in der Niederlage ! Ein sehr guter Del Potro ! Schauen wir mal, wie lange es geht bis eine Lohnobergrenze für Sportarten gefordert wird, wo die Siegprämie auch mal bei mindestens 2 Mio CHF liegt. Neider und Umverteiler jeglicher Couleur schreien ja sonst an jeder Ecke. Antworten


rene klingler

15.09.2009, 08:35 Uhr
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Na wer sagts denn...endlich kommt wiedermal Stimmung in den Tennissport! Auch die selbsternannten Könige müssen auf ihrem Thorn anderen Königen Platz machen...und das ist ganz gut so! Antworten



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