Der modische Fehlgriff der Norweger

Die norwegischen Curler fallen mit ihrem Beinkleid auf und der Schweizer Snowboarder Iouri Podladtchikov mit seiner 12'000 Franken teuren Kamera.

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Man kannte solche Hosen im Sport allenfalls von Golfer John Daly – immerhin zweifacher Majorsieger. Davon liessen sich offensichtlich die norwegischen Curler inspirieren. Ihr Beinkleid ist jedenfalls das bisher auffälligste Kleidungsstück der Olympischen Spiele in Vancouver. Beim ersten Training sorgten die Norsker mit ihren blau-, grau-, weiss- und rotfarbigen Hosen für grosse Augen. «Einer unserer Spieler musste neue Hosen organisieren und tauchte mit diesen auf», erklärte Skip Thomas Ulsrud. Eigentlich wollten sie nur in diesen trainieren, doch nach dem medialen Wirbel, werden sie diese nun vielleicht doch auch für die Wettkämpfe anziehen.

Die Schweizer Curlerinnen feierten am 13.Februar den 29. Geburtstag ihrer Leadspielerin Janine Greiner in einem Steakhouse. Als die 15 Personen der Clique gegessen hatten, traf Ken Tralnberg, der kanadische Coach der Schweizerinnen, mit Kollegen ein. Man begrüsste sich, wechselte ein paar Worte und Tralnberg setzte sich mit seinen Kumpels an einen anderen Tisch. Gross war die Überraschung, als die Curler ihre Rechnung begleichen wollten und es hiess, ein Kollege des Trainers habe bereits die gesamte Zeche von vermutlich gegen 1000 Dollar übernommen.

Eine grosszügige Geste erlebte auch Eiskunstlauftrainer Peter Grütter. Weil er ein neues Brillenband benötigte, suchte er einen Optiker in der Nähe des olympischen Dorfes auf. Es dauerte nicht lange, bis sich herausstellte, dass der Geschäftsinhaber ein ausgewanderter Schweizer ist. Dem Optiker war es eine Ehre, seinen Landsmann unentgeltlich zu bedienen.

Iouri Podladtchikov fotografiert leidenschaftlich gern. Jeden Schritt und Tritt in Vancouver hält der Star-Boarder mit seiner ultra-modernen Fotokamera fest. Für das über 12'000 Franken teure Liebhaberstück interessierte sich bei einem Medientermin sogar ein Profi-Fotograf. Podladtchikov lehnte das Tauschangebot lächelnd ab: «Das ist der Lamborghini der Foto-Apparate. Den gebe ich nicht her.»

Während des Snowboard-Medientreffs im House of Switzerland inspizierte Halfpipe-Cheftrainer Marco Bruni den Landungssteg und das Wasser des False Creek. Im Falle eines Schweizer Doppelsieges bei den Männern, so sein Versprechen, wird er sich bei der Medaillenfeier ins eiskalte Nass stürzen.

Goran Bezina flog am Montag frustriert in die Schweiz zurück. Noch nach dem Sonntagtraining hatte der Hüne des HC Genève-Servette fix mit seiner Olympia-Teilnahme gerechnet. Bezina: «Als die Wirkung der schmerzstillenden Spritze aber nachliess, wurden die Schmerzen einfach zu gross. Es ging nicht.»

Die wahre «Olympic Lane» befindet sich an der teilgesperrten «Granville Street». Mitten in Vancouver Downtown flanieren und feiern während 24 Stunden massenhaft kanadische Olympia-Bummler. Gaukler und Künstler laden zum wilden Tanz. In zig Bars fliesst der Gerstensaft pausenlos.

Lärmklagen trafen bei der Polizei schon am ersten Abend nach der Eröffnung des «House of Ireland» ein. Im Gegensatz zum gediegenen Hafen-Restaurant der Schweizer setzen die Iren in ihrem riesigen Zelt in der Stadt auf eher derbe Unterhaltung und rauschende Musik-Partys.

Angebliche Spionage aus dem gegnerischen Lager hat den südkoreanischen Shorttrack-Cheftrainer zur Raserei gebracht. Als ein chinesischer Betreuer im Pacific Coliseum von Vancouver das Training der Koreaner filmte, rastete Choi Guang-Bok aus und bewarf den Kiebitz mit vollen Wasserflaschen. «Schluss damit! Aufhören!», rief Choi, der auf der Eisfläche stand. Als der Chinese keine Anstalten machte, die Aufnahme zu stoppen, deckte Choi ihn mit einem Hagel von Wurfgeschossen ein, traf aber nur die leeren Sitzreihen. (son/si)

(Erstellt: 15.02.2010, 15:34 Uhr)

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