Sport

Die olympische Pannenserie

Von Jonas Racine. Aktualisiert am 16.02.2010

Während sich in Vancouver Panne an Panne reiht, frohlocken die britischen Medien im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 in London. Sie sind überzeugt: «Schlimmer kann es nicht mehr werden.»

1/10 Sturzfestival im Eiskanal
Auch im Bobtraining hat es viele Stürze gegeben - und zwar von arrivierten Fahren. Im Bild: Der Schweizer Boblet mit Pilot Daniel Schmid hat Glück im Unglück.
Bild: Keystone

   

Vier Tage alt sind die Olympischen Spiele von Vancouver erst und trotzdem ist die Anzahl Pannen bereits auf beachtlichem Niveau angelangt. Jüngstes Missgeschick der kanadischen Verantwortlichen: die Eispanne von Richmond. Sie reiht sich in eine Serie organisatorischer und technischer Probleme, die den Auftakt der Spiele durchziehen. Nicht einmal die Eröffnungsfeier war davon gefeit, als aufgrund eines Computerfehlers die eine Fackel nicht ausgefahren werden konnte und damit den Höhepunkt der Feier überschattete. Auch in Richmond lösten Probleme elektronischer Art grössere Verärgerung aus, als nacheinander drei Eisaufbereitungsmaschinen, sogenannte Zambonis, ausfielen. Das Problem, eine raue, von Wellen durchzogene Eisoberfläche, vermochte keines der drei Geräte zu beheben, was neben harscher Kritik von verschiedenen Seiten auch eine längere Pause und damit eine Verzögerung des Wettkampfs zur Folge hatte.

Beinahe-Crash in der Abfahrt

Grosses Glück hatte der australische Abfahrer Craig Branch, der mit Nummer 39 gestartet war und auf der Zielgeraden einer Kollision mit einem Pistenarbeiter nur knapp entging. Dieser hatte einen Skistock auf der Piste liegen gelassen und konnte die Piste dadurch nicht rechtzeitig verlassen. «Das war super gefährlich, nicht nur für ihn, sondern auch für mich», sagte der 33-jährige Australier nach dem Beinahe-Crash.

Den traurigen Höhepunkt bildete allerdings der tragische Unfalltod des georgischen Schlittlers Nodar Kumaritaschwili. Zwar ergab eine Untersuchung des Schlittel-Weltverbandes FIL, dass der Eiskanal frei von Mängeln sei, Kritik an der Bahn blieb allerdings nicht aus. So wies die Schweizerin Maya Pedersen-Bieri, Skeleton-Olympiasiegerin von Turin 2006, bereits vor den Spielen auf die Tücken des schnellen und gefährlichen Eiskanals hin.

Vergleichsweise harmlos sieht dabei die Irrfahrt des schwedischen Langläufers Johan Olsson aus. Der Medaillenanwärter über 15 km nahm kurz vor dem Ziel die falsche Bahn und musste umkehren. «Ich bin Langläufer, kein Orientierungsläufer», meinte Olsson nach dem Rennen und bemängelte die unklare Streckenführung. Wesentlich heftiger wäre die Reaktion wohl ausgefallen, wenn der 30-jährige Schwede noch im Rennen um die Medaillenplätze involviert gewesen wäre. «Letztendlich zählt nur Edelmetall, alles dahinter spielt keine Rolle», gab er sich ob dem Zeitverlust gleichgültig.

Die Briten frohlocken

Derweil frohlocken die englischen Medien im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 in London. So meint «The Times», dass die Spiele von London nicht mehr schlimmer werden können als jene von Vancouver. Dass die Briten nichts dem Zufall überlassen wollen, beweist die Tatsache, dass ein Team bereits daran ist, das Wetter für den Juli 2012 zu erforschen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.02.2010, 15:53 Uhr