Sport

Vergebliche Schweizer Warnung vor dem gefährlichen Eiskanal

Aktualisiert am 16.02.2010

Der tödliche Unfall von Nodar Kumaritaschwili hinterlässt bei der Schweizer Skeleton-Delegation einen zwiespältigen Eindruck. Sie hatte vor der gefährlichen Bahn gewarnt.

Unsicher im Eiskanal: Titelverteidigerin Maya Pedersen-Bieri und ihr Ehemann und Trainer Snorre hatten vor den Gefahren gewarnt.

Unsicher im Eiskanal: Titelverteidigerin Maya Pedersen-Bieri und ihr Ehemann und Trainer Snorre hatten vor den Gefahren gewarnt.
Bild: Keystone

Vor einem Jahr stürzte Maya Pedersen-Bieri auf der Olympiabahn schwer, zog sich dabei eine kleine Hirnerschütterung zu und auch Verbrennungen. «Ich bin eine gute Athletin und machte den gleichen Fehler zweimal. Hätten sie die Kurve nicht geändert, wäre ich wohl zweimal gestürzt», erklärte die Olympiasiegerin von 2006 nach den ersten Trainingsfahrten auf der veränderten Bahn. «Hätte man die Bahn schon zuvor angepasst, hätte Kumaritschwili wohl nicht sterben müssen», so Pedersen-Bieri.

Pedersen-Bieris Ehemann und Nationaltrainer Snorre Pedersen wandte sich nach dem Sturz seiner Frau im Vorjahr an die Olympiaorganisatoren und warnte vor der zu gefährlichen Bahn, wie «10 vor 10» berichtete. «Ich sagte ihnen: ‹Ich bin jetzt 20 Jahre dabei, und es ist nicht so, wie es sein sollte.› Es ärgert mich, dass sie aus dem Unfall vom letzten Jahr nichts gelernt haben», erklärte der Norweger gegenüber SF.

Passiert ist jedoch nichts. IOK-Mitglied Denis Oswald musste dem Reporter von «10 vor 10» eingestehen, dass «wir die Warnungen ernster hätten nehmen müssen. Wir sollten das genau studieren und die Risiken abklären.» Mittlerweile wurde die Kurve 16 entschärft, das Eisprofil etwas angepasst und nach der Ausfahrt, wo der 21-jährige Georgier so verhängnisvoll in einen Stützpfosten prallte, wurde eine Bretterwand aufgestellt, um solch Fatale Stürze zu verhindern. (son)

Erstellt: 16.02.2010, 10:39 Uhr