Sport

Der spezielle Gruss von Olympiasieger Mike Schmid

Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 22.02.2010

Die ganze Welt hörte mit, als Michael Schmid nach seinem erfolgreichen Finallauf im Skicross in die Kameras sagte: «Gratuliere, Fräne.» Seine Schwester hatte Geburtstag.

Quelle: SF

Es sei eine spontane Aktion gewesen, erklärte Michael Schmid später im Studio des Schweizer Fernsehens. Der Geburtstagsgruss an seine Schwester Franziska ging um die Welt. «Ich hatte mir keine Gedanken gemacht, was ich machen werde, sollte ich eine Medaille holen», erklärte der Berner Oberländer. «Wir haben im Vorfeld natürlich schon darüber gesprochen, dass dies der grosse Tag werden könnte», verriet der erste Olympiasieger im Skicross.

Die angesprochene war sichtlich gerührt. «Das hätte ich nicht erwartet. Ich habe geheult. Er ist ein grossartiger Bruder», schickte die Schwester via Schweizer Fernsehen den Gruss aus der Heimat an Mike Schmid. «Ich weiss, dass sie sehr, sehr nervös war vor dem Fernseher», gab dieser lachend als Antwort. Telefonisch hatte Schmid mit seiner Familie bereits in Kontakt gestanden, gleichwohl freute er sich, «dass ich sie jetzt noch gesehen habe».

Ehrlichkeit in Person

Der Berner wirkte auch nach seinem Triumph sehr ruhig. Er gab zu, dass er vor dem Final «sehr nervös» gewesen sei. «Einfach nicht Vierter werden», sei sein Gedanke gewesen. «Als ich dann als Erster in der Kurve war, wusste ich, dass mich nur noch selber schlagen kann», sagte Schmid. Er habe aber auch über ausgezeichnetes Material verfügt.

Noch etwas anderes zeichnet Schmid aus – neben seinem Siegeswillen. Verpasst er unterwegs ein Tor und der Torrichter übersieht das, meldet er sich selber bei der Jury. «Ich wurde so erzogen. Wenn man ein Tor ausgelassen hat, sollte man sportlich genug sein. Für mich ist das normal», sagt Schmid. Das gilt nicht für alle Spitzensportler. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.02.2010, 09:36 Uhr