Die Schweizer holen noch vier Medaillen
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 23.02.2010 19 Kommentare
Olympische Winterspiele Vancouver 2010
- Die letzte Saison soll die beste sein
- Olympionikin singt den Schweizer Olympiasong
- Unverkrampft nach Vancouver
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Im Vorfeld hatte der Coach der Schweizer Olympia-Mission, Gian Gilli, von zehn bis zwölf Medaillen gesprochen. Das war eine realistische Vorgabe. Nach über einer Woche «Vancouver 2010» freut sich die Wintersport-Nation Schweiz über die fünf Goldmedaillen von Überflieger Simon Ammann (2x), Langläufer Dario Cologna, Abfahrer Didier Défago und vom bodenständigen Skicrosser Mike Schmid. Dazu lassen die Bronzemedaillen von Boardercrosserin Olivia Nobs sowie Kombinierer Silvan Zurbriggen unser Sportherz erwärmen. Als Highlight aus helvetischer Sicht darf auch die Vorstellung der Eishockeyaner gegen Gastgeber Kanada (2:3-Niederlage nach Penaltys) gewertet werden.
Das Schweizer Olympia-Team musste aber auch Pech, Rückschläge und Pleiten in Kauf nehmen. In die Kategorie Pech dürfen der Eiskunstläufer Stéphane Lambiel sowie der Snowboarder Iouri Podladtchikov (Halfpipe) eingereiht werden. Sowohl der Walliser als auch der Zürcher hatten zu den Medaillenkandidaten gezählt. Sie konnten aber die Jury offenbar nicht restlos überzeugen und landeten wie Carlo Janka in der Kombination auf Rang 4, was im olympischen Jargon als «lederne Medaille» bezeichnet wird.
Die spürbare Absenz von Lara Gut
Vom Bündner Janka ist man – wie auch von Didier Cuche – bisher doch enttäuscht. Das Duo hat sich mit dem Ski-Berg in Whistler noch nicht so anfreunden können. Ebenfalls leicht deroutiert ist der Beobachter von den alpinen Damen, bei denen die Absenz vom Tessiner Sonnenschein Lara Gut stärker wiegt als von der Teamleitung angenommen. Rückschläge und Verletzungspech hat bisher die Bob-Delegation erfahren. Die Bobfahrer sind normalerweise immer für eine olympische Medaille gut.
Unter die Fraktion der sogenannten Touristinnen an Olympia gehört die Biathletin Selina Gasparin, die trotz allen Bemühungen nicht ins Schwarze getroffen hat (Ränge 40 und 56). Allerdings: Die Schweizer Pionierin zahlt Lehrgeld und sammelt wertvolle Erfahrungen bei ihrer ersten Olympiateilnahme. Diese Erfahrungen, die beispielsweise Skisprung-Sprössling Ammann 1998 in Nagano machte, sind wichtig für den weiteren Verlauf einer sportlichen Karriere. Auch die Vorstellungen unserer Langläuferinnen rufen nach der Rückkehr aus British Columbia nach einer genauen Überprüfung. Skiakrobatin und Titelverteidigerin Evelyne Leu versagte wie Renato Ulrich bereits in der Qualifikation, auch «Halfpiperin» Manuela Pesko landete im Schnee und nicht in der nächsten Runde.
Wer ist Fanny Smith?
Im Prinzip hat die Schweizer Equipe in Sachen Medaillen Gillis Vorgabe noch nicht erfüllt. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend. Es liegen noch olympische Meriten, sprich Medaillen drin – nur das zählt schliesslich an Olympia. Von Cuche und/oder Janka werden im heutigen Riesenslalom Top-Leistungen – sprich mindestens ein Edelmetall – erwartet. Auch Zurbriggen traut man im Slalom einen weiteren Sprung aufs Podest zu.
Nicht der Name Schmi(e)d, sondern Smith, könnte bald in aller Munde zwischen Genève und Buchs SG sein. Die 17-jährige Fanny Smith aus dem Kanton Waadt gilt im Skicross als Geheimtipp. Eine obligate olympische Medaille erwartet der TV-Zuschauer aus dem Curling-Lager. Die gleiche Erwartungshaltung gilt auch für den Viererbob. Ivo Rüegg will jetzt im grossen Schlitten zuschlagen und mit Gold bestückt zurück in die Ausserschwyz reisen.
Die wachsende Fangemeinde von Dario Cologna erwartet über 50 km einen weiteren Exploit des Rätoromanen. Schliesslich soll Snowboarderin Fränzi Mägert-Kohli im Parallel-Riesenslalom aufs Podest steigen. Dass Nationalcoach Ralph Kruegers letzte Mission mit den Boys ein «Swiss Miracle On Ice» wird, gehört ins Reich der Phantasie.
Nicht ganz so gut wie in Calgary
Kurzum: Tagesanzeiger.ch/Newsnet glaubt, dass die Schweizer Olympioniken ab heute bis zur Schlusszeremonie noch mindestens vier Medaillen hamstern. Dann würde die Expedition von Swiss Olympic mit elf «Plämpu» im Gepäck von Kanadas Westküste nach Kloten fliegen.
Diese Bilanz wäre zwar nicht so exzellent wie jene von 1988 in Calgary (5 Gold/5 Silber/5 Bronze), aber allemal sehenswert im Medaillenspiegel – und würde gleichzeitig das Budget von Sport-General Gilli decken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.02.2010, 08:40 Uhr
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19 Kommentare
@ Pascal Volz: Aktuell steht die Schweiz im ewigen Medaillen-Spiegel auf Platz 7 mit 43 Gold, 37 Silber und 45 Bronzenen. Das wären eine Gold vor Kanada und 3 Gold hinter Schweden. Da wird sich also noch was ändern bis zum ende der Spiele, immerhin konnte die Schweiz seit beginn der Spiele 2 Plätze gut machen. Und mit 5 Goldenen egalisiert die Schweiz ihre Erfolge aus den Jahren 1988 und 2006. Antworten
Ich lebe 43 Jahre in Vancouver und sehe viele NHL Spiele und weis wie gutes Hockey gespielt wird.Ich habe bisher alle Spiele der Schweizer hier gesehen, und werde auch gegen Weissrussland dabei sein. Die Leistung der Schweizer gegen Canada hat mich enorm ueberrascht. Gewinn gegen Belarus liegt drinn, Hiller in Top Form, kann auch dem US Team Probleme bereiten. Daumen druecken. Alles ist moeglich. Antworten
