Sport

Die unerwartete Medaillenhoffnung

Aktualisiert am 23.02.2010

Die 17-jährige Fanny Smith ist die grosse Entdeckung im Skicross. Trotz ihres jugendlichen Alters hat sie zuletzt überzeugt und so die Hoffnungen auf eine weitere Olympiamedaille für die Schweiz genährt.

1/8 Fanny Smith ist eine der heissesten Medaillenkandidatinnen für die Skicross-Premiere in Vancouver.
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Knapp 560 Fans hat Fanny Smith auf ihrer Facebook-Seite. Gelingt ihr heute Abend tatsächlich ein ähnlicher Exploit wie Mike Schmid vorgestern, dann dürfte sich diese Zahl schnell vervielfachen. Im Januar machte die 17-Jährige im Weltcup auf sich aufmerksam («Ich gewann zum ersten Mal eine Qualifikation») und mit dem 4. Platz an den X-Games in Aspen. «Ich war nur mässig zufrieden, der Start ist mir total missraten», meinte sie danach und tat es als Lehrstunde ab.

Noch vor der Saison gab die junge Romande aus Villars-sur-Ollon (VD) als Ziel an, einmal in die Top-16 eines Weltcup-Rennens zu fahren. Einige Monate später träumt Smith nun von einer Olympiamedaille und dies mit gutem Grund. Nach zögerlichem Start zählte die Tochter eines eingebürgerten Amerikaners und der ebenso eingebürgerten Mutter aus England zuletzt zu den besten Fahrerinnen im Feld.

Die Freude am direkten Duell

Wie viele andere hat auch Smith ihre Wurzeln im Ski Alpin, wo sie vor allem im Super-G mit schnellen Läufen Aufsehen erregte. Doch mit 16 Jahren wechselte sie zum Skicross. «Frau gegen Frau. Das macht für mich die Faszination aus», erklärt die Schweizer Medaillenhoffnung den Wechsel.

Noch zu Ski-Alpin-Zeiten trieb es die 17-Jährige nach dem Training stets in den «Snowpark» - dorthin also, wo Sprünge, Steilwandkurven und andere halsbrecherische Hindernisse zu finden sind. Den Wechsel hat sie bisher nicht bereut. Sie beteuert: «Ich habe wirklich meine Disziplin gefunden.» Der Erfolg scheint ihr bisher Recht zu geben.

Grosses Potenzial

Sie hat das Potenzial, es ihrem Kollegen Mike Schmid gleichzutun und in die Geschichtsbücher dieser noch jungen Sportart einzugehen. Konkurrenz erwächst ihr dabei vor allem von französischer Seite. Die routinierte Ophelie David ist die Favoritin auf den Platz an der Sonne.

Aber auch im eigenen Lager lauert Gefahr. Sanna Lüdi, Katrin Müller und Franziska Steffen starten heute Abend ebenfalls. Passiert nichts Ungewöhnliches – was im unberechenbaren Skicross allerdings niemanden erstaunen würde – sind die Chancen dieses Trios eher klein. (jra/son)

Erstellt: 23.02.2010, 17:47 Uhr