Hoffen auf Cologna und Ammann
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Am Anfang lief alles wie geschmiert. Drei Goldene, die man aufs Mal nicht einmal erhoffen, sondern höchstens erträumen konnte, führte die Schweiz bei den Spielen von Vancouver an die Spitze der Medaillenwertung. Kanadische, amerikanische, aber auch deutsche Reporter erkundigten sich nach dem Schweizer Wunder.
Aber seit Olivia Nobs' Bronze am Dienstag werden wir von brutalen 4. Rängen (Podladtchikov und Lambiel hauchdünn und mit Pech neben dem Podest), ein paar olympischen Diplomen (Fabienne Suter 5. und 6.) sowie von einer bösen Schlappe im Super-G der Männer heimgesucht. Und das grossartige 2:3 nach Penaltyschiessen unserer Hockeyaner gegen Kanada wies letztlich auch «nur» den Wert eines 4. Platzes auf.
Der Wurm, der sich da eingeschlichen hat, muss am zweiten Olympia-Wochenende wieder raus - heute, wenn Simon Ammann (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet live ab 20.30 Uhr) und Dario Cologna (live ab 22.30 Uhr) zum zweiten Mal Anlauf nehmen auf höchste Lorbeeren.
Unterschiedliche Medaillenspiegel
In der Medaillenwertung fiel die Schweiz mit drei Goldmedaillen und einer Bronze-Auszeichnung je nach Lesart auf den 6. oder 9. Platz zurück. Das entspricht allerdings immer noch bequem der Zielsetzung von Swiss Olympic, sich bei Winterolympia unter den besten acht Nationen der Welt zu klassieren.
Rang 6 belegt die Schweiz, wenn (wie bisher) nach der Farbe der Medaille klassiert wird; das heisst eine Goldmedaille wiegt schwerer als zehn Silber- oder Bronzemedaillen. In der neuerdings vom Organisationskomitee VANOC (offensichtlich mit Zustimmung des IOC) praktizierten Klassierungsweise zählt jedoch in erster Linie das Total der Medaillen. Hier liegen Frankreich mit insgesamt 7 Auszeichnungen (2 Gold-/1 Silber-/4 Bronze-Medaillen) und Österreich mit total 5 (1/2/2) vor der Schweiz, die es «nur» auf vier Medaillen brachte.
1988 schaffte der Medaillenspiegel den Durchbruch
Dass die Nationen im Medaillenspiegel rangiert werden, war während Jahrzehnten verpönt. Weltweit gabs zwar den Medaillenspiegel, aber eine Rangierung hätte als nationalistisch und chauvinistische Eitelkeit gegolten und blieb den härtesten Boulevardzeitungen vorbehalten. Wer wissen wollte, auf welcher Position sich eine Nation befand, musste selber zählen.
1988 bei den Sommerspielen in Seoul, wo die Südkoreaner mit aller Wucht ihre Spitzenrangierungen in die Welt hinausposaunten, erfolgte der Durchbruch. Seither gibts weltweit kaum mehr Medaillenspiegel ohne Rangierung der Nationen.
Medaillenspiegel
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Gesamt |
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Erstellt: 20.02.2010, 17:25 Uhr
