Sarah Meier auf dem enttäuschenden 15. Rang
Von Monica Schneider, Vancouver. Aktualisiert am 24.02.2010
Olympische Winterspiele Vancouver 2010
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Es war ein sehr emotioneller Moment, als die Kanadierin Joannie Rochette im Pacific Coliseum von Vancouver aufs Eis hinauslief, um sich fürs Kurzprogramm warmzulaufen. Die knapp 12'000 Zuschauer empfingen sie mit einem warmen Applaus, ihr Gesicht blieb in diesem Moment aber unbewegt.
Rochette hat am frühen Sonntagmorgen ihre Mutter verloren, die am Samstag von Montreal angereist war, um ihre Tochter beim Wettkampf zu unterstützen. Sie starb im Spital von Vancouver an akutem Herzversagen. Rochette wird den olympischen Wettkampf trotzdem bestreiten, im ersten Teil lief sie mit 71,36 Punkten eine Bestleistung und liegt im Zwischenklassement hinter der Führen Südkoreanerin Yu-Na Kim (78,50) und der Japanerin Mao Asada (73,78) auf Rang 3.
Sarah Meier, die trotz Magen-Darm-Erkrankung Ende letzter Woche spritzig wirkte, belegt nach dem ersten Wettkampfteil nur Rang 15. «Ich habe zwar nichts mehr gespürt, ich habe in den letzten Tagen auch fünfmal so viel gegessen wie sonst, um Kraft zu tanken.» Bis auf den Doppel-Axel zeigte sie ein sehr sauberes Progamm mit einer Dreifach-Lutz/Doppel-Toeloop-Kombination, den Axel allerdings drehte sie nicht fertig und musste sich mit einem Ausfallschritt behelfen. Gewertet wurde er nur als einfacher, was sie rund 4 Punkte und 5 Ränge kostete.
Meiers Ärger über ihren Fehler
«Ich ärgere mich so über diesen Fehler, im Training bin ich den Salchow nicht gestanden, der gelang mir dann aber gut», sagte sie. Gut vorstellen kann sie sich, dass sie ihre Schwächung am Donnerstag in der 4:30 Minuten langen Kür zu spüren bekommt, «aber ich werde das Programm nicht anpassen, ich habe nichts zu verlieren».
Ihr hohes Ziel von einem 8. Rang und einem Diplom wie in Turin vor vier Jahren wird sie nur schwer noch erreichen können, auch wenn ihr morgen Donnerstag ein sehr guter zweiter Programmteil gelingen sollte. Sarah Meiers Niveau ist nicht gesunken, sondern viele Konkurrentinnen haben Fortschritte gemacht. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.02.2010, 13:07 Uhr
