Sport

Schweiz zwingt Kanada ins Penaltyschiessen

Aktualisiert am 19.02.2010

Dem Eishockey-Nationalteam gelang mit Torhüter Jonas Hiller im zweiten Olympiaspiel ein riesiger Exploit.

1/14 Der Schweizer Torhüter Jonas Hiller hielt gegen Kanada (2:3 n.P.) in 65 Minuten 44 von 46 Schüssen.
Bild: Keystone

   

Olympische Winterspiele Vancouver 2010

Kanada - Schweiz 3:2 (1:0, 1:2, 0:0, 0:0) n.P.

Hockey Canada Place. - 17 019 Zuschauer (ausverkauft). - SR LaRue/Vinnerborg (USA/Sd), Feola/Nowak (USA). - Tore: 10. Heatley (Marleau, Toews) 1:0. 21. (20:35) Marleau (Heatley, Shea Weber/Ausschluss Yannick Weber) 2:0. 29. Rüthemann (Martin Plüss, Paterlini) 2:1. 40. (39:50) von Gunten (Strafen angezeigt) 2:2 (Eigentor Marleau). - Penaltyschiessen: Domenichelli - (scheitert), Crosby - (scheitert); Romano Lemm - (daneben), Toews - (scheitert); Wick - (scheitert), Getzlaf - (scheitert); Crosby 1:0, Martin Plüss - (scheitert). - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Kanada, 7mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Kanada: Brodeur; Shea Weber, Scott Niedermayer; Boyle, Pronger; Seabrook, Keith; Doughty; Iginla, Crosby, Nash; Toews, Bergeron, Richards; Heatley, Joe Thornton, Marleau; Perry, Getzlaf, Eric Staal; Morrow.
Schweiz: Hiller; Yannick Weber, Mark Streit; Blindenbacher, Sbisa; Seger, Philippe Furrer; Diaz, von Gunten; Romano Lemm, Jeannin, Wick; Déruns, Ambühl, Monnet; Paterlini, Martin Plüss, Rüthemann; Sprunger, Sannitz, Domenichelli.
Bemerkungen: Schweiz ohne Tobias Stephan (Ersatzgoalie) und Rüeger (überzählig). - Timeout Kanada (55.). - Schüsse: Kanada 46 (17-10-18-1); Schweiz 23 (8-9-3-3). - Powerplay: Kanada 1/7; Schweiz 0/1.

Die Schweizer holten ein 0:2 auf und unterlagen Kanada erst 2:3 nach Penaltyschiessen. Der Punktgewinn gegen die Kanadier in Vancouver ist annähernd so wertvoll wie der sensationelle Sieg vor exakt vier Jahren in Turin. Vor dem Heimpublikum wollten sich die Kanadier unbedingt für die damalige Schmach revanchieren. Stattdessen kamen sie nur knapp um eine weitere Blamage herum.

Natürlich stellten die Kanadier das bessere, überlegene Team. Aber die Schweizer kämpften mit grossen Herzen. Den scheinbar vorentscheidenden 0:2-Rückstand nach bloss 21 Minuten machten sie im zweiten Abschnitt wett. Ivo Rüthemann mit einem platzierten Slapshot aus kurzer Distanz (29.) und Patrick von Gunten mit einem Glücksschuss (39:50) erzielten die Tore. Beim 2:2-Ausgleich fälschte Patrick Marleau die Hereingabe von Patrick von Gunten ins eigene Netz ab.

Hiller hielt 44 Schüsse in 65 Minuten

Im Schlussabschnitt suchten die Kanadier entschlossen den Sieg. 18:3 lautete das Schussverhältnis im dritten Abschnitt. Jonas Hiller (44 Paraden) erwischte aber einen Glanztag. Auch im Penaltyschiessen stoppte er die ersten drei Versuche von Sidney Crosby, Jonathan Toews und Ryan Getzlaf. Erst beim vierten Versuch liess ihm Crosby keine Chance mehr. Die Schweizer vermochten keinen Penalty an Martin Brodeur vorbeizubringen. Es scheiterten Hnat Domenichelli, Romano Lemm (der Brodeur schon ausgespielt hatte, aber das Tor verfehlte), Roman Wick und zuletzt Martin Plüss.

Im letzten Vorrundenspiel treffen die Schweizer am Samstag auf Norwegen (21.00 Uhr MEZ). Durch die zweite Niederlage im Turnier steht fest, dass die Schweiz auf jeden Fall am Dienstag einen Achtelfinal bestreiten wird. Für die direkte Viertelfinal-Qualifikation kommen aus der Schweizer Gruppe A bloss noch Kanada und die USA in Frage. (str/si)

Erstellt: 19.02.2010, 12:26 Uhr