Tod im Olympia-Eiskanal – psychologische Hilfe für Schweizer
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«Es ist sehr dumm gelaufen. Das ist halt Rennsport, die Geschwindigkeit ist hoch, die Energie gross. Es müsste nicht passieren, aber es trifft manchmal ein. So etwas kann nie ausgeschlossen werden», so Gilly. Bezüglich der Frage, ob alle nötigen Sicherheitsmassnahmen getroffen worden seien, wollte sich Gilly, notabene ein ehemaliger Aktiver, nicht auf die Äste rauslassen.
Sollte schwächeren Athleten auf solch einer schwierigen Bahn der Start untersagt werden? Oder braucht es härtere Selektionen? Gilly dazu: «Dieses Schicksal hätte auch einen besseren Fahrer ereilen können.» Den verstorbenen Kumaritaschwili kannte er nicht näher.
Start zum Männer-Rennen noch fraglich
Für ihn als Schweizer Cheftrainer gehe es nun darum, sich um seine Athleten Stefan Höhener und Martina Kocher zu kümmern. «Stefan dürfte das etwas bessere Nervenkostüm haben. Martina wird diese Sache wohl eher verfolgen. Aber zum Glück können wir ja im Olympischen Dorf bei Swiss Olympic professionelle Hilfe eines Sportpsychologen anfordern. Ich habe einen entsprechenden Antrag in die Wege geleitet.»
Ob das Männer-Rennen wie geplant in der Nacht auf Sonntag (2 Uhr MEZ) lanciert werden kann, wusste Gilly bei Redaktionsschluss noch nicht. Das Unglück werfe «ganz sicher einen Schatten auf diese Spiele», sagte IOC-Präsident Jacques Rogge vor der Eröffnungsfeier. Die gesamte georgische Olympia-Equipe erwägt nach dem Tod ihres einen Schlittlers den Rückzug.
Kritik an hohen Tempi
Der Cheftrainer des deutschen Bob- und Skeleton-Teams, Raimund Bethge, der 2005 in der Olympia-Bahn von Cesana von einem Bob angefahren und schwer verletzt worden war, prangerte nach dem Unfall erneut die Tendenz zu immer schneller werdenden Strecken an. «Das ist der Ober-GAU. Alle Fachleute, die von Anfang an mit dieser Bahn zu tun gehabt hatten, warnten vor der hohen Geschwindigkeit.» (cpm/si)
Erstellt: 12.02.2010, 22:57 Uhr
