Didier Cuches olympischer Fluch
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 23.02.2010
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Vor zwölf Jahren holte der damals noch nicht 24-jährige Didier Cuche bei den olympischen Spielen in Nagano etwas überraschend die Silbermedaille. Doch seither entstand zwischen dem Neuenburger und Olympia keine Liebesbeziehung. Viel mehr schien die griechische Göttin den Metzger aus Le Pâquier zu verhöhnen. In Salt Lake City schien Cuche im Super-G erneut auf Medaillenkurs, als ihm das letzte Tor zum Verhängnis wurde.
Der 10. Platz im Riesenslalom und der 14. Rang in der Abfahrt machten das Fiasko von Cuche – gemessen an seinen Ansprüchen und Möglichkeiten – komplett. Vier Jahre später in Turin war die Ernüchterung noch grösser. Zwölfter im Super-G, 19. im Riesenslalom. Allerdings war Cuche damals auch erst gerade nach einem Kreuzbandriss, den er im Januar 2005 erlitten hatte, wieder in den Weltcup zurückgekehrt.
Erste WM-Medaille mit 33 Jahren
Schon an Weltmeisterschaften war Cuche kein Medaillensammler gewesen. Die Hundertstelsekunden waren meist seine Feinde gewesen im Kampf um einen Podestplatz. In St. Anton (2001) verpasste er das Podium im Super-G um 26/100, zwei Jahre später in St. Moritz fehlten in der Abfahrt gar nur 16 Hundertstel. Noch bitterer war es vier Jahre später in Åre (Schweden): Als Sechster in der Abfahrt fehlten vier Hundertstel und im Super-G sogar nur eine winzige Hundertstel.
Dieses Pech, respektive Versagen, an Titelkämpfen sowie die Tatsache, dass Cuche mehr Ehrenplätze einheimste als Siege, trug ihm zuweilen den Ruf des «ewigen Zweiten» ein. Doch die schwedische Skidestination brachte Cuche dann doch noch das ersehnte Medaillenglück: Im Riesenslalom gewann er 33-jährig seine erste WM-Medaille. Und im letzten Jahr schien der Fluch endgültig durchbrochen. WM-Titel im Super-G und Silber in der Abfahrt.
Gelungene Olympia-Hauptprobe
Der Fluch schlug in Whistler Mountain nun wieder zurück. Cuche war in den beiden Trainings jeweils der Schnellste, auch wenn er beim zweiten Mal ein Tor ausgelassen hatte. Der vierfache Saisonsieger – unter anderem des seltenen Abfahrt-Super-G-Doubles in Kitzbühel – war der grosse Favorit. Doch schon bei der Startnummernauslosung zeichnete sich nichts Gutes ab. Mit der 22 zog er die schlechteste Nummer unter den Favoriten. Und dass die Piste zusehends weicher wurde, behagte dem Freund der vereisten Unterlagen überhaupt nicht.
Für Cuche ist der Riesenslalom die letzte Chance, sich mit Olympia doch noch zu versöhnen. In vier Jahren in Sotschi wird er mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr aktiv sein. Und obwohl der gelernte Metzger im Juniorenalter zuerst als Slalomfahrer gefördert worden war, ist er zwischen den eng gesteckten Stangen nicht mehr zu Hause. Dass Cuche den Riesenslalom-Hang mag, bewies er vor zwei Jahren bei der Olympia-Hauptprobe. Er beendete den Riesenslalom hinter dem Österreicher Hannes Reichelt auf Platz 2. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.02.2010, 12:36 Uhr
