«Die Gesundheit der Fahrerinnen aufs Spiel gesetzt»
Von Jonas Racine. Aktualisiert am 18.02.2010
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Nur ein Trainingslauf wurde den Abfahrerinnen der Wetterkapriolen wegen zugestanden. Die Folge davon war am Mittwochabend nicht zu übersehen: Mehrere Fahrerinnen stürzten schwer. Vor allem der Zielsprung überforderte viele und forderte seine Opfer, darunter Dominique Gisin und die Schwedin Anja Pärson. «Sie hätte sterben können», lamentiert Anders Pärson, Vater und Trainer in Personalunion. In der Tat folgten nach dem spektakulären Sprung, der die an zweiter Stelle liegende Mitfavoritin ungefähr 60 m weit und 5 m hoch trug, einige bange Sekunden, ehe Pärson nach dem harten Sturz Entwarnung gab. Dies bei einer Geschwindigkeit von 110 km/h wohlgemerkt.
Kritik von allen Seiten
Verständlich, dass nun reihenweise Kritik auf die Verantwortlichen niederprasselt. Anders Pärson spricht ein grundsätzliches Problem an: «Die Organisatoren wissen, dass sie die Sicherheit der Fahrerinnen aufs Spiel setzen. Ein spektakulärer Sturz erhöht das Interesse am Sport. Das weiss die Fis und überschreitet die Grenzen darum immer wieder.» Er ahnt Böses, wenn diese unglückliche Entwicklung kein Ende findet: «Es werden weitere Fahrerinnen stürzen und sich verletzen», und schliesst mit einer Mahnung: «Man darf die Grenzen nie überschreiten.»
Die Gestürzte selber meinte nach der ersten Untersuchung: «Die Piste war schlecht präpariert. Der letzte Sprung wäre eigentlich kein Problem, aber wenn die Beine müde sind, passieren Fehler, die bei diesen Dimensionen nicht absehbar sind.» Nicht gestürzt, aber trotzdem unzufrieden waren auch Siegerin Lindsey Vonn und Kollegin Maria Riesch: «Der letzte Sprung war wirklich schmerzhaft», meinte die Gewinnerin der Goldmedaille. Riesch findet die schwierige, von Geländeübergängen und Schlägen durchzogene Piste «eigentlich traumhaft», doch unter diesen Umständen «sehr schwierig».
«Niemand war auf die Geschwindigkeit beim letzten Sprung gefasst, das war verheerend. Ein zweites Training wäre nötig gewesen», erklärte der schwedische TV-Experte Stig Strand. Dabei hätten die Organisatoren über den nötigen Spielraum verfügt, um ein weiteres Training anzusetzen und das Rennen zu verschieben. Für die kommenden Tage sind gute Wetterbedingungen angekündigt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.02.2010, 11:11 Uhr
