Svindals Gold - Schweizer Schlappe
Olympische Winterspiele Vancouver 2010
Für das Schweizer Männer-Speedteam setzte es eine unerwartete Schlappe ab. Alle vier Schweizer Starter waren im Weltcup in dieser Saison im Super-G schon mindestens einmal in die Top 7 gefahren. Doch in Whistler war Carlo Janka als Achter mit 0,49 Sekunden Rückstand der Beste der schwer enttäuschenden Schweizer. Zu einer Medaille fehlten dem Bündner trotz vielen Fehlern letztlich nur 17 Hundertstel.
Unmittelbar hinter Janka, der sich verständlicherweise ob des olympischen Diploms nicht freuen konnte und von einer Niederlage sprach, reihten sich der Glarner Tobias Grünenfelder (0,56 zurück) und der Neuenburger Top-Favorit Didier Cuche (0,72) ein. Auch Abfahrts-Olympiasieger Didier Défago, der als letzter Schweizer mit der Startnummer 22 ins Rennen ging, konnte es im Super-G nicht mehr richten. Der Walliser verlor über eine Sekunde und wurde nur 15.
Svindal und die Tradition
0,28 Sekunden hinter Aksel Lund Svindal (27), der bereits vier Tage zuvor die Silbermedaille in der Abfahrt gewonnen hatte, belegte Bode Miller den 2. Platz. Auch der Amerikaner war am Montag als Dritter bereits auf dem Podest gestanden. Bronze ging überraschend an Millers Landsmann Andrew Weibrecht (0,31 zurück).
Svindal - bereits dreifacher Weltmeister - setzte eine norwegische Sieg-Tradition im Super-G an Olympischen Spielen fort. 2006 in Turin, 2002 in Salt Lake City und 1992 in Albertville hatte in dieser Disziplin jeweils Kjetil André Aamodt triumphiert. Für Svindal war es die erste Goldmedaille an Olympischen Spielen.
Eine historische Schlappe gabs auch für die ÖSV-Männer, die nach Abfahrt und Super-G weiter ohne alpine Medaille dastehen. Als bester Österreicher wurde Benjamin Raich mit über einer Sekunde Rückstand 14.
Das nächste Alpin-Rennen in Whistler ist am Samstag der Super-G der Frauen (Start 19.00 Uhr MEZ).
Erstellt: 20.02.2010, 00:10 Uhr
