Svindals Gold, enttäuschende Schweizer
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Norwegische Tradition
Der 27-jährige Norweger Aksel Lund Svindal sicherte sich die Goldmedaille im olympischen Super-G.
Für das Schweizer Männer-Speedteam setzte es eine Niederlage ab. Carlo Janka war als Achter mit 0,49 Sekunden Rückstand noch der Beste der schwer enttäuschenden Schweizer. Zu einer Medaille fehlten dem Bündner trotz vielen Fehlern letztlich nur 17 Hundertstel. Tobias Grünenfelder wurde Neunter und klassierte noch vor Didier Cuche (10.). Abfahrts-Olympiasieger Dider Défago verlor mehr als eine Sekunde und wurde 15. - unmittelbar hinter Benjamin Raich, dem besten Österreicher.
0,28 Sekunden hinter Svindal, der bereits vier Tage zuvor die Silbermedaille in der Abfahrt gewonnen hatte, belegte Bode Miller den 2. Platz. Auch der Amerikaner war am Montag als Dritter bereits auf dem Podest gestanden. Bronze ging an Millers Landsmann Andrew Weinbrecht (0,31 zurück).
Svindal setzte mit dem Sieg die Tradition der norwegischen Super-G-Siege an Olympischen Spielen fort. Kjetil André Aamodt hatte 1992, 2002 und 2006 bereits in dieser Disziplin triumphiert. Für Svindal war es die erste Goldmedaille an Olympischen Spielen. -
Zwischenbilanz
Also: Gold für den Norweger Svindal, vor den Amerikanern Miller und Weibrecht - das ist schon überraschend. Man hätte eigentlich zumindest ein Schweizer auf dem Podest erwartet. Aber die Fahrer von Swiss-Ski haben heute enttäuscht - auch das gibts im Sport.
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Järbyn
Der 40-jährige Schwede fährt oben ganz gut. Ganz nach vorne wird er aber kaum sein - und im mittleren Teil stürzt er schwer - das sieht nicht gut aus. Hoffentlich ist dem Routinier nicht allzuviel passiert.
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Sporn
Der Slowene ist unterwegs. Kann er noch ganz nach vorne fahren? 43,17 - da hat er oben schon Zeit eingebüsst. Der Slowene kommt mit 1:31,58 ins Ziel, kein Spitzenplatz.
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Dixon
Jetzt drücken die Kanadier nochmals den Daumen. 43,66 - da hat er oben zu viele Fehler gemacht. Und im mittleren Teil scheidet Dixon aus.
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Sullivan
Aufgepasst, wieder ein Amerikaner. 43,23 - der Rückstand ist jetzt zu gross. 1:10,09 - da liegt er weit hinter den Besten zurück. Durchs Ziel fährt er als 21.
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Jerman
Deer Slowene scheidet relativ früh nach einer verknorzten Fahrt aus - er hat ein Tor verpasst. Tja, die Strecke ist alles andere denn einfach.
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Streitberger
Der ÖSV-Fahrers obere Zwischenzeit: 42,66 - das ist nichts besonderes. 1:09,22, da liegt er weit zurück. Im Ziel: Rang 17. Auch die Österreicher enttäuschen heute.
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Kostelic
Der Kroate fährt die Piste runter. Er macht das wie immer technisch perfekt. Rang 16 ist es im Ziel.
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Schweizer Bilanz
Carlo Janka als bester Vertreter von Swiss-Ski auf Rang 8 – das ist natürlich nicht das, was man erwartet hat. «Es ist eine Niederlage», gibt Janka unumwunden zu.
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Défago
Er ist gut unterwegs oben...42,87 - nein, da ist er zu weit zurück. Mittlere r Teil: 0,74 zurück. Das schafft er nicht. Im Ziel ist er mit 1:31,43.
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Walchhofer
Der letzte Trumpf für Walchhofer. 43,13 - da liegt er zu weit zurück. Auch im mittleren Teil macht er nicht Boden gut. 1:32,00 - dieses Rennen ging in die Hosen.
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Guay
Der Kanadier ist losgebraust, hat aber oben doch schon zu viel Zeit eingebüsst. Im Ziel ist er mit1:30,68 - Rang 5.
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Svindal
Der Norweger liegt oben doch ziemlich zurück. 42,10, jetzt hat er Boden gut gemacht. Es wird spannend. Schnell im Mittelteil... Und er fährt mit Bestzeit durchs Ziel. Bravo!
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Heel
Die Piste wird nicht schneller. Heel versucht, gegen die Amerikaner anzurennen. Der Italiener ist aber nahe dran. 1:30,67 - Rang 3 für Heel.
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Raich
Jetzt Beni Raich. Er hat oben viel Zeit eingebüsst. Rang 11 für den ÖSV-Fahrer.
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Cuche
Und nun kommt der Weltmeister. Allez, Monsieur Cuche! Er ist gestartet...Gleich oben ein Fehler. 42,41 - da hat er schon einiges eingebüsst. 0,36 zurück... Jetzt der Schlussteil. 1:31,06 - nur Rang 7.
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Janka
Er ist unterwegs: 42,21 - er ist dabei. 0,10 zurück im Mittelteil. Janka im Ziel mit: 1:30,82 - Rang 5 für Janka.
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Grünenfelder
Grünenfelder eröffnet die Schweizer Serie. Wir drücken die Daumen... Er ist unterwegs. 42,31 - eine gute Zeit für Grünenfelder. 0,24 liegt er hinte rMiller in der Mitte zurück. 1:30,90 - er fährt als Fünfter durchs Ziel.
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Innerhofer
Der Südtiroler ist gestartet. Oh, er zaubert schon im oberen Teil und verliert natürlich Zeit. 1:08,88 - trotz dieser Zauberei, eine gute Zeit. Im Ziel mit der drittschnellsten Zeit nach diesen Fehlern, unglaublich.
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Osborne-Paradis
Der Kanadier beginnt nicht gut - und stürzt im mittleren Teil. Es sind nicht seine Spiele...
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Miller
42,12 oben - klar die beste Zwischenzeit (ZZ). 1:08,63 - schnellste Zeit im Mittelteil... 1:30,62 - das ist neue Bestzeit.
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Scheiber
Und jetzt der erste ÖSV-Fahrer. 42,60 - er liegt knapp zurück oben. Aber er hat im mittleren Teil einen grossen Fehler gemacht und verliert viel Zeit. Er hat im Ziel doch einiges eingebüsst, Rang 7.
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Staudacher
Aufgepasst auf den Südtiroler. Zuerst wird aber die Piste ein wenig verbessert. «Da werden die Bären den Frühling spüren» hören wir da vom Staatssender in Anspielung auf das schöne Wetter. Na ja... Staudacher ist gestartet. 42,46 - beste Zwischenzeit, 0,006 vor Weibrecht. Im mittleren Teil liegt er nur wenig hinter dem Führenden zurück. 1:30,74 - nur knapp hinter Weibrecht zurück. Eine starke Fahrt des Italieners.
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Ligety
Und nun der Amerikaner. 42,45 - schnellste Zeit oben. Aber ihm passiert ein schwerer Fehler im mittleren Teil. Im Ziel mit 1:31,70 - Rang 5.
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Théaux
Der zweite Franzose hat das Rennen aufgenommen - vive la France! Oben liegt er knapp voraus... 1:08,33 - er liegt mit Weibrecht gleich auf - 1:31,24 - er hat unten Zeit verloren.
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Gorza
Der Slowene ist rasant unterwegs: 1:08,94, eine gute Zeit. 1:31,07 - Rang 2.
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De Tessières
Und nun der erste Franzose. Der Mann mit Bart, dem sogenannten Ski-Bart (nicht Playoff-Bart) ist ein Routinier. 43,30 oben - da hat er Zeit verloren. 1:10,61 die nächste Zeit, da liegt er gegenüber Weinbrecht zurück. 1:33,17 - das wird keine Spitzenzeit für den Franzosen.
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Fill
Der Mann aus Kastelruth ist kein Spatz, sondern ein guter Skifahrer. Er ist schnell unterwegs, schneller als der Führende - aber stürzt kurz vor dem Ziel!
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Weibrecht
Der Amerikaner fährt ins Ziel mit 1:30,65. Platz 1!
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Keppler
Der Deutsche spuckte mal grosse Töne vor der Abfahrt. Und der Super-G ist einige Nummern so gross - er ist ausgeschieden.
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Jansrud
Der Norweger ist gestartet. 42,14 ist mal einer Richtzeit oben. Im Ziel ist er mit 1:31,21.
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Prächtiges Wetter
In wenigen Minuten geht es los. Das Wetter ist schön, aber kälter als zuletzt. Das sind prächtige Bedingungen. Wir sind alle sehr gespannt...
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Ein gutes Omen?
Didier Cuche wurde in Val d'Isère Weltmeister in dieser Disziplin – mit der Nummer 16. Also mit jener Nummer, mit der er auch heute fährt. Aber wir werden sehen, oder, wie man im Kanton Neuenburg sagt: On verra.
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Ausgangslage
Didier Défago sei Dank. Mit Abfahrts-Gold im Rücken können die Schweizer im zweiten Olympia-Rennen, dem Super-G, leichter angreifen.
Grösster Trumpf des Schweizer Quartetts bleibt Weltmeister Didier Cuche. Rang 6 in der Abfahrt war zwar nicht die Ausbeute, die sich Didier Cuche gewünscht hatte. Doch der Neuenburger hat seine Mission noch nicht abgeschlossen und gibt sich kämpferisch: «Jetzt schaue ich nach vorne. Nach der Abfahrt konnte ich von einem Ruhetag profitieren. Ich fühle mich gut.» Der Super-G ist die Disziplin, in der Cuche vor zwölf Jahren in Nagano als Zweiter hinter Hermann Maier seine bisher einzige Olympia-Medaille gewann, der Super-G ist aber auch die Disziplin, in der er letzten Winter in Val d'Isère Weltmeister wurde.
Und wer noch in Erinnerung hat, in welch bestechender Manier Cuche vor knapp einem Monat den Super-G von Kitzbühel für sich entschieden hat, reiht den 35-Jährigen sowieso unter die Topfavoriten auf Gold. «Den Super-»", sagt Cuche, «liebe ich sehr. Aber ich glaube, es wird -- ähnlich wie in der Abfahrt -- um Hundertstel gehen. Deshalb hoffe ich auf eine möglichst tiefe Nummer.» Dieser Wunsch ging mit der tiefstmöglichen Startnummer 16 in Erfüllung. Vor ihm gehen Carlo Janka (15) und Tobias Grünenfelder (14) ins Rennen. Défago startet als 22.
Auch Carlo Janka, der zweite Schweizer neben Cuche, der es im Super-G im Verlauf der bisherigen Saison aufs Podest gebracht hat (im Dezember als Zweiter in Val Gardena), gehörte in der Abfahrt als Elfter zu den Geschlagenen, wenngleich er sich gegenüber dem Training deutlich gesteigert hatte. «Es gibt Schnee, den ich besser mag», bekennt der Bündner, «aufgrund der hohen Temperaturen haben wir hier Verhältnisse wie im Frühling. Ich aber mag, wenn der Schnee kalt und aggressiv ist.» Die Beschaffenheit der Unterlage sieht er als Hauptgrund, weshalb er sich nicht so entfalten konnte wie gewünscht. An den Nerven habe es jedenfalls nicht gelegen: «Ich war in der Abfahrt bereit und recht locker am Start. Einen besonderen Druck spürte ich nicht, eigentlich war es wie im Weltcup auch.»
Didier Défago scheinen die Verhältnisse in Whistler eher zu behagen. Hier war der Unterwalliser schon vor zwei Jahren bei der Olympia-Hauptprobe bester Schweizer im Super-G. Damals reichte es ihm zum 6. Platz, unmittelbar vor Cuche. Als Abfahrts-Olympiasieger kann er ziemlich unbelastet an den Start gehen. «Ich bin immer noch sehr motiviert, obwohl ich mein Ziel -- eine Medaille -- schon erreicht habe.» Im Weltcup steht er in diesem Winter mit einem 6. Rang (in Val Gardena) als bestem Ergebnis zu Buch.
Vierter Schweizer Starter ist der Glarner Tobias Grünenfelder, der es in der Abfahrt nicht geschafft hatte, sich für das Rennen zu qualifizieren. "Mit dem Wetter hat sich auch meine Laune wieder gebessert", meinte Grünenfelder, der sich in Kitzbühel mit einem 6. Platz ins Team gefahren hat. Er verdrängte damit Ambrosi Hoffmann, der vor vier Jahren in Turin die Bronzemedaille gewonnen hatte, in diesem Winter im Super-G aber nicht über den 14. Platz hinauskam.
Sollte sich die Prognose von Cuche nach einem engen Rennen bewahrheiten, steigt auch die Zahl der Siegesanwärter. Aufgrund der Ergebnisse im Weltcup müsste man Michael Walchhofer ganz vorne erwarten. Der Salzburger stand in drei von vier Rennen auf dem Podest, in Val d'Isère als Gewinner. In der Abfahrt hatte es Walchhofer nur zum 10. Rang gereicht.
Gesucht wird der Nachfolger von Kjetil André Aamodt, dem mit vier Olympiasiegen erfolgreichsten alpinen Olympioniken überhaupt. Drei seiner Goldmedaillen errang Aamodt im Super-G, 1992, 2002 und 2006. Aksel Lund Svindal ist der Mann, der die norwegische Tradition hoch halten kann. Mit seinem 2. Platz in der Abfahrt machte Svindal deutlich, dass er für weitere Grosstaten bereit ist. Ähnliches gilt für Bode Miller, dem Abfahrts-Dritten, der in Whistler wie Svindal sein erstes Olympia-Gold anvisiert.
Erstellt: 19.02.2010, 21:56 Uhr
