Sport

«Es steht jeder Nation offen, Protest einzureichen»

Interview: Christian Andiel, Whistler. Aktualisiert am 20.02.2010

Für Fis-Renndirektor Walter Hofer war der Entscheid der Jury, dass die Bindung von Simon Ammann regelkonform ist, keine Überraschung.

«Unsere Materialkontrolleure haben nie etwas auszusetzen gehabt»: Material von Simon Ammann.

«Unsere Materialkontrolleure haben nie etwas auszusetzen gehabt»: Material von Simon Ammann.
Bild: Keystone

Der Österreicher Walter Hofer ist Renndirektor Skispringen bei der Fis. Bei Olympia ist er als Supervisor tätig, ist also nicht in die aktuellen Entscheide eingebunden und auch nicht Mitglied der Wettkampf-Jury. Aber Hofer ist der «starke Mann» im Skisprung, er kennt die Reglemente wie kein anderer.

Walter Hofer, was sagen Sie zum Juryentscheid?
Ich habe immer gesagt, dass wir sofort jede Regelverletzung, die uns aufgefallen ist, sofort sanktioniert haben.

Simon Ammann ist mit der beanstandeten Bindung schon in Klingenthal beim Weltcup gesprungen.
Richtig, und er ist damit Olympiasieger auf der Normalschanze geworden. Unsere Materialkontrolleure haben nie etwas auszusetzen gehabt.

Wie verlief die Kontrolle bei der Qualifikation für die Grosschanze?
Der Schweizer Skiverband ist von sich aus aktiv geworden, und hat uns um eine Kontrolle der Wettkampfausrüstung gebeten, die Ammann in der Qualifikation verwendet hat. Daraufhin hat Jouko Törmänen (der Materialkontrolleur, die Red.) die Jury informiert, dass er bei diesem Equipment keinerlei Konflikt mit dem bestehenden Reglement gefunden hat. Die Jury hat diese Evaluierung darauf einstimmig akzeptiert.

Das heisst, ein Protest beim Wettkampf wäre hinfällig?
Da kann ich nicht sagen, da ich nicht weiss, welcher Athlet welche Ausrüstung nutzt. Es steht immer jeder Nation offen, einen Protest einzureichen. Und es ist dann Sache der Jury, diesen Protest zu behandeln.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.02.2010, 10:36 Uhr