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Beliebt in den eigenen Reihen, gefürchtet von den Gegnern

Die Unihockey-Teams Grasshoppers und Rychenberg Winterthur liefern sich ein spannendes Playoff-Duell. Alexander Bodén nimmt bei GC eine zentrale Rolle ein.

Für einmal selber im Tor: Alexnader Bodén ist der beste Torschütze der GC-Unihockeyaner.

Nicola Pitaro

Die SML-Unihockey-Spieler von GC können wieder hoffen. Im dritten Spiel der Playoff-Viertelfinal-Serie (best of 7) auswärts gegen Rychenberg Winterthur gelang endlich der erste Sieg. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete Alexander Bodén. Der schwedische Flügelstürmer war bei vier der fünf Tore involviert - und erzielte im Slot das entscheidende 5:4 in der Overtime. Für Sascha Rhyner, Assistenztrainer bei den Grasshoppers, ist Bodén allerdings viel mehr als Top- skorer. «Er ist nicht ein Spieler, der seine Skorerpunkte zählt, sondern ein Vorbild, der in jedem Training und Match alles gibt.»

Der auf diese Saison hin vom schwedischen Spitzenverein IBK Dalen zu den Stadtzürchern gewechselte Bodén hat bisher sämtliche Erwartungen auf und neben dem Feld erfüllt. «In der Mannschaft ist er sehr beliebt», bekräftigt Rhyner. «Er hat die Fähigkeit, sich in den entscheidenden Partien zu steigern.» Die Statistik unterstreicht Rhyners Worte. Im Playoff erzielte Bodén 5 der 12 GC-Tore. Zudem ist der 29-Jährige mit 16 Toren und 22 Assists zurzeit der fünftbeste Skorer der gesamten Liga und löste damit die Offensivprobleme des Teams von Trainer Patrick Berwert aus der letzten Meisterschaft, die mit dem enttäuschenden 6. Platz zu Ende ging.

Motivation durch Fussball-Fans

Überhaupt müsse sich die SML gemäss Alexander Bodén nicht hinter der schwedischen Eliteserie verstecken. «Die Liga ist physisch sogar noch stärker. Und es gibt viele Junge mit einer guten Technik», lobt er das Niveau der höchsten Spielklasse der Schweiz. Eindruck hat ihm zudem am letzten Wochenende der Support von rund 50 lautstarken GC-Fussballfans gemacht - die aufgrund der Sperrung und Spielabsage im Letzigrund den Weg nach Winterthur auf sich nahmen und für einmal die Spieler der Unihockey-Sektion unterstützten. Die gute Stimmung habe ihn zusätzlich motiviert, sagt Bodén, der mit seinem schwedischen Landsmann und GC-Verteidiger Patrik Lundström in Zürich-Altstetten in einer Wohngemeinschaft lebt.

Mehr Breite im Kader

Viele Zuschauer sind auch in den nächsten zwei Partien von morgen Samstag und am Sonntag in der heimischen Sporthalle Hardau zu erwarten (jeweils 18 Uhr). Bodén stellt sich auf weitere hart umkämpfte Direktduelle ein: «Jedes Spiel gegen die Winterthurer - ob in der Qualifikation oder im Playoff - war bisher eng.» Dass die Grasshoppers mit Rychenberg den vermeintlich stärksten möglichen Gegner für die Viertelfinals ausgesucht haben, verneint er. «Chur und Tigers Langnau sind etwa gleich stark», bekräftigt der beruflich in einem Sportfachgeschäft in Kloten tätige Schwede.

Trotz des 1:2-Rückstands sieht er die Vorteile bei GC. Rychenberg habe eine stabile Defensive, einen starker Torhüter sowie einen guten ersten Block. «Doch wir haben mehr Breite im Kader», ist Bodén überzeugt. Um der Serie am Wochenende eine Wende zu geben, seien Mut und auch etwas Glück nötig. Zudem habe man bisher schlicht zu viele Fehler gemacht.

Bodéns Umzug im letzten Herbst von der schwedischen Universitätsstadt Umeå nach Zürich hatte aber auch negative Konsequenzen. Seit seinem Transfer ist der 19-fache Internationale im Nationalteam kaum mehr berücksichtigt worden. «Der Coach sieht mich in der Schweiz eben nicht spielen», erklärt er einen Grund für die Nichtnomination. «Als Spieler der dritten Linie habe ich zudem nicht den nötigen Status, um unverzichtbar zu sein.»

Zukunft noch offen

Fest auf Alexander Bodén setzen wollen dagegen die Grasshoppers auch in der nächsten Spielzeit. «Ein Wechsel innerhalb der Schweiz kommt für mich nicht infrage. Die ersten Gespräche mit den Klubverantwortlichen von GC haben bereits stattgefunden», sagt er. Dennoch ist sein Verbleib fraglich. Für sein Engagement in Zürich hatte sich der Schwede nämlich bei seinem Arbeitgeber in der Heimat dispensieren lassen können und wäre damit nochmals auf den Goodwill der Firma angewiesen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.02.2010, 12:05 Uhr

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