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Der neue Star am olympischen Himmel
Aktualisiert am 04.08.2012 2 Kommentare
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- Krieg im Reich der starken Frauen
- Luxuriöse Geschenke für Olympiasieger
Links
- Artikel in der «New York Times»
- Video des Senders Fox Sports
- Website von Gabrielle Douglas
- Artikel in der «Huffington Post»
- Artikel in der «Los Angeles Times»
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Wenn die erst 16-jährige Gabrielle Douglas durch die Luft wirbelt, dann ist ihre Darbietung an Anmut und Perfektion nicht zu übertreffen. So lautet das offizielle Urteil der Olympia-Jury – sie bewertete am Donnerstag die Leistung der US-Amerikanerin im Mehrkampffinal mit der höchsten Punktzahl. Gabby, wie das Energiebündel von seinen Fans genannt wird, ist eine Ausnahmeerscheinung: Sie hat sich mit einem unbändigenden Willen und einem gewinnenden Charakter in die Herzen ihrer Anhänger geturnt. Ob am Boden, am Sprung oder am Balken: Die stets lächelnde Gabby trotzt der Schwerkraft leichtfüssig. «Fliegendes Eichhörnchen» werde sie deswegen von den Zuschauern liebevoll genannt, berichtet die «New York Times».
Dabei musste sie für den vorläufigen Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere hart kämpfen. Bereits im Alter von drei Jahren brachte ihr ihre grosse Schwester Arielle bei, wie man ein perfektes Rad schlägt. Mit vier machte Gabrielle die Übung schon einhändig, und mit sieben Jahren begann sie schliesslich mit dem regelmässigen Gymnastiktraining, wie ihrer Website zu entnehmen ist.
Trennung von der Familie
2008 verfolgte sie als Zwölfjährige die Spiele in Peking noch am Fernsehen – 2012 ist sie nun selbst ein gefeierter Star am olympischen Himmel. In den dazwischenliegenden vier Jahren hat sich Gabrielles Leben komplett verändert. Um mit ihrem Wunschcoach Liang Chow trainieren zu können, musste sie von Virginia Beach in den 2000 Kilometer entfernten Ort West Des Moines in Iowa umziehen, wie die NZZ in ihrer heutigen Ausgabe berichtet (Artikel online nicht verfügbar). Weil Gabbys drei ältere Geschwister noch zur Schule gingen, war ein Umzug der ganzen Familie nicht möglich.
Als ihre Tochter erstmals den Wunsch geäussert habe, zum Trainieren den Wohnort zu wechseln, habe sie zunächst klar und deutlich Nein gesagt, erzählte ihre Mutter Natalie Hawkins dem Sender Fox Sports. Die Familie hätte Gabby zu stark vermisst, so Hawkins. «Später habe ich aber gespürt, dass es ihr grosser Traum wäre – und dass es meine Rolle als Mutter ist, sie zu unterstützen.»
«Ich habe einen Job zu erledigen»
Als schliesslich Coach Chow vor zwei Jahren für ein Trainingscamp nach Virginia kam, sah Gabby ihre grosse Chance plötzlich in greifbare Nähe rücken: Sie nahm am Camp teil – und überzeugte Chow gemäss NZZ auf Anhieb. Er habe ihr in wenigen Stunden einen schwierigen Sprung beigebracht, für den Kunstturnerinnen normalerweise Wochen oder Monate brauchen. Und die Chemie zwischen Trainer und Schülerin habe gestimmt.
Umso mehr versuchte die damals 14-Jährige in der Folge, ihren Willen zu Hause durchzusetzen. Mit der argumentativen Hilfe ihrer älteren Geschwister erreichte sie schliesslich, dass die Mutter das Einverständnis für den Umzug gab. «Es war schon hart, von der Familie wegzugehen, aber ich habe einen Job zu erledigen: Trainieren», schildert Gabrielle gegenüber Fox Sports rückblickend ihre Gefühle.
Zweite Eltern im kalten Iowa
Im kalten Iowa plagte sie zunächst das Heimweh, und bei der Gastfamilie fühlte sie sich nicht wohl. Nach einem Familienwechsel zu den Partons änderte sich das aber schlagartig. Die neuen Eltern behandelten sie gemäss NZZ wie ein eigenes Kind, und für ihre vier Gastgeschwister ist sie die neue grosse Schwester. Missy und Travis Parton stehen heute an grossen Wettkämpfen Seite an Seite mit Gabbys Mutter Natalie in den Zuschauerrängen.
Auch in Zukunft ist mit Gabrielle Douglas zu rechnen – in den Turnhallen dieser Welt und vor den Kameras der Medien: Einerseits wird sie im Dezember erst 17 Jahre alt, andererseits hatte sie bisher keine grösseren körperlichen Beschwerden. Auf dem fröhlichen Ausnahmetalent ruhen denn auch grosse Hoffnungen. «Sie hat verblüffende Fortschritte gemacht», frohlockt ihr Coach Chow gemäss der «Huffington Post».
Ein Medienstar ist geboren
Und die Chefin des amerikanischen Nationalteams, Martha Karolyi, sagt, dass Douglas sich aussergewöhnlich schnell an die Spitze geturnt habe. «Ich kann mich an niemanden erinnern, der sich so schnell von einer durchschnittlich guten zu einer fantastischen Turnerin entwickelt hat», schwärmte sie gegenüber der «Los Angeles Times».
Für die Medien aus aller Welt ist deswegen in London ein Star geboren, weil Gabby das Publikum mit ihrer natürlichen, gewinnenden Art verzaubert. Und für die 16-Jährige selbst ist der grösste Traum in Erfüllung gegangen, hatte sie doch im Vorfeld im Interview mit Fox Sports strahlend gesagt: «Ich hoffe wirklich, dass ich Geschichte schreibe.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.08.2012, 09:16 Uhr
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2 Kommentare
Die Story, die hier erscheint, haengt offenbar stark von der Nationalitaet einer Athletin ab: waere es eine Chinesin oder Russin gewesen, so wuerden nun die unmenschlichen Trainingsmethoden bei Kindern angeprangert, oder es wuerde Dopingverdacht herausposaunt - auch wenn alle Proben negativ sind - wie kuerzlich bein einer chinesischen Schwimmerin, die es wagte, den USA Gold wegzuschnappen. Antworten
@W Fischer: Vielleicht hat es ja auch damit zu tun, dass man a) nicht so viel ueber die Sportler aus den anderen Laender erfaehrt, sprich Zensur und dass b) die anderen Turnerinnen wirklich nicht ein derart charmanten Eindruck machen wie die amerikanische Turnerin. Antworten


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