Einbruch von Leader Evans – Schleck übernimmt Kommando
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 13.07.2010
9. Etappe der Tour de France
Morzine-Avoriaz - Saint-Jean-de-Maurienne (204,5 km):
1. Sandy Casar Fr) 5:38:10
2. Luis Leon Sanchez (Sp)
3. Damiano Cunego (It), gl.Z.
4. Christophe Moreau (Fr) 0:02
5. Anthony Charteau (Fr)
6. Alberto Contador (Sp)
7. Andy Schleck (Lux), alle gleiche Zeit
8. Samuel Sanchez (Sp) 0:52
Ferner:
10. Levi Leipheimer (USA) 2:07
13. Denis Mentschow (Russ) 2:10
18. Lance Armstrong (USA) 2:50
42. Cadel Evans (Au) 8:09
Gesamtklassement:
1. Andy Schleck (Lux)
2. Alberto Contador (Sp) 0:41
3. Samuel Sanchez (Sp) 2:45
4. Denis Mentschow (Russ) 2:58
5. Jurgen Van den Broeck (Be) 3:31
6. Levi Leipheimer 3:59
7. Robert Gesink (Ho) 4:22
8. Luis Leon Sanchez (Sp) 4:41
Ferner:
10. Ivano Basso 5:09
15. Carlos Sastre 7:13
18. Cadel Evans 7:47
Stichworte
Andy Schleck prüfte Alberto Contador im 25 km langen Aufstieg zum Col de la Madeleine, der ersten Bergpreis der «Hors Catégorie» dieser Tour de France, mehrfach. Doch der Vorjahressieger liess sich vom 25-jährigem Luxemburger nicht abschütteln. Schliesslich einigte sich das Duo auf den letzten 7 km des bisher grössten Schwierigkeit der diesjährigen «Grande Boucle» auf einen Waffenstillstand.
Contador und Schleck, der für einige Kilometer noch auf die Hilfe des aus der Spitzengruppe zurückgefallenen Jens Voigt zählen konnte, distanzierten gemeinsam die weiteren Favoriten auf den Gesamtsieg. Nur Samuel Sanchez hielt das Tempo der beiden stärksten Bergfahrer nur kurze Zeit mit, dann fiel auch der Olympiasieger zurück. Die Schadensbilanz der Konkurrenz von Schleck und Contador lautete: 50 Sekunden Rückstand für Samuel Sanchez, 2:06 Minuten für Mentschow und Leipheimer, 2:50 für Armstrong, Basso und Van den Broeck.
Casar holte sich den Etappensieg
Im Kampf um den Etappensieg vermochten aber weder Schleck noch Contador eingreifen, dafür war ihr Rückstand am Fuss des Col de Madeleine auf eine zwölf Fahrer umfassende Spitzengruppe zu gross. Und zu stark waren die Bergspezialisten in dieser Spitzengruppe. Vor allem die Equipe Caisse d’Epargne, die mit drei Fahrern vertreten war, sorgte in der Vorhut im Aufstieg für ein Tempo, das den Vorsprung auf die Verfolger nur langsam schmelzen liess.
Am Ende verblieb Luis Leon Sanchez mit Sandy Casar, Damiano Cunego und Anthony Charteau an der Spitze. Doch der Spanier nutzte die Vorarbeit von José Ivan Gutierrez und Christophe Moreau indes nicht. Im Finish nach 204,5 km verfügte Sandy Casar über die grössten Kraftreserven und verwies Sanchez auf den 2. Platz. Das Trio Contador, Schleck und Moreau hatte zwar auf dem letzten Kilometer noch zum Spitzenquartett aufgeschlossen, blieb im Kampf um den Etappensieg letztlich aber chancenlos.
«Jour sans» und Tränen von Cadel Evans
Einen rabenschwarzen Tag erwischte Cadel Evans, der nach der Zieldurchfahrt in Tränen ausbrach. Schon in den ersten Kehren des Col de la Madelaine war der Australier nur in den hinteren Reihen der Gruppe der Favoriten zu finden. Zwar sorgten seine Teamkollegen Santambrogio und Morabito noch für ein moderates Tempo, doch kaum beschleunigte Niki Sörensen, der Teamkollege von Schleck, war es um Evans geschehen.
Als erster der Favoriten verlor er den Anschluss. Der Abstand wuchs schnell auf mehrere Minuten an. Vorne nutzte das Astana-Team die Schwäche Evans’ zum Angriff. Contadors Teamkollege Navarro sorgte für ein Tempo, das mit Ausnahme für den Vorjahressieger und Andy Schleck für alle zu hoch war. Es war der Beginn des faszinierenden Zweikampfs zwischen Contador und Schleck, die gemeinsam den Col de Madeleine überquerten – sieben Minuten vor dem entthronten Evans, der einen seiner gefürchteten «Jour sans» hatte. Im Ziel stoppten die Uhren einen Rückstand von 8:09 Minuten für den Weltmeister auf Casar. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.07.2010, 17:15 Uhr

