Lemaitre macht Sprint-Double perfekt
Zwei Tage nach seinem 100-m-Triumph (in 10,11 Sekunden) siegte der 20-Jährige dank einem starkem Finish in 20,37 Sekunden an den 20. kontinentalen Titelkämpfen auch über die halbe Bahnrunde. Am Sonntag könnte er mit Frankreichs 4x100-m-Staffel noch einen dritten Titel gewinnen; seine sechs Vorgänger hatte dies nicht geschafft. Lemaitre bewies, dass die Leichtathletik auch von Duellen lebt und die Dramatik im Sprint nicht bloss vom Kampf gegen den Uhrzeiger abhängt. Der Franzose kam von weit hinten und verdrängte den Briten Christian Malcolm noch um einen Hundertstel auf den Silberrang. Lemaitre tritt die Nachfolge von Francis Obikwelu (Por) an, der in Gotebörg 2006 zum Double gespurtet war.
Die Franzosen erleben in Barcelona goldene Tage und etablieren sich wieder als europäische Leichtathletik-Grossmacht. Lemaitres Landsmann Yohann Diniz hatte am Morgen der Siegesserie der russischen Geher mit einem beeindrucken Soloerfolg über 50 km ein Ende gesetzt.
Russlands Frauen mit zweitem Sweep
Ein anderer Franzose sorgte neben der Bahn für Aufsehen. Wutentbrannt und unter Pfiffen des Publikums verliess Hürdensprinter Ladji Doucouré die Bahn nach seinem Halbfinallauf. Der Weltmeister 2005 und sein spanischer Couloir-Nachbar Jackson Quinonez schieden nach einer Berührung beide mit schwachen Zeiten aus und lieferten sich ein wüstes Wortgefecht. Allerdings hätte keiner der beiden eine Stunde später in dem Kampf um die Medaillen eingreifen können. Der Brite Andy Turner gewann in 13,28 Sekunden.
Russlands Frauen kamen über 400 m, angeführt von Tatjana Firowa (49,89), zum zweiten Sweep in Barcelona. Bereits im 20 km Gehen hatten sich die Osteuropäerinnen den kompletten Medaillensatz umhängen lassen.
(bru/si/)
Erstellt: 30.07.2010, 21:30 Uhr

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