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Quarterback von Gottes Gnaden

Von David Wiederkehr. Aktualisiert am 10.01.2012 1 Kommentar

Denvers religiöser Quarterback Tim Tebow wurde verspottet. Seine Antwort: Er gewinnt.

1/6 Bibelspruch auf der Wange: Tim Tebow im Dress der Universität Florida. (1.1.2010)
Bild: Reuters

   

«Die Tebow-Regel»

«Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.» (Johannes 3,16)
Dieser Satz aus der Bibel war 2010 zwischenzeitlich einer der meistgesuchten Begriffe auf Google. Tim Tebow pflegte sich auf den schwarzen Streifen unter dem Auge eine biblische Referenz «John 3:16» zu schreiben. Ähnliches geschah als im Schwarz des auf den Philippinen geborenen Sohns eines evangelikalen Missionars «Sprüche 3:5-6» gekritzelt war. Die Regel, welche die mit Botschaften versehene Bemalung sowohl in der College- als auch in der National Football League verbietet, wurde deshalb für die Medien prompt zur «Tebow-Rule». Doch von den Liga-Verantwortlichen wurde negiert, dass die Regel im Zusammenhang zu Tim Tebow steht. (ot)

Tim Tebow Highlights

Tebowing for Dummies

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Möglicherweise war es nur eine höfliche Floskel, eine gut gemeinte Aufmunterung. Nun jedoch erhielt prophetische Züge, was Tom Brady seinem Konkurrenten Tim Tebow vor ein paar Wochen ins Ohr flüsterte. Kurz vor Weihnachten hatte der Star-Quarterback seine New England Patriots zu einem hohen Sieg gegen die Denver Broncos geführt, und beim Handshake der beiden Spielmacher nach Spielschluss sagte Brady zu Tebow: «Wir sehen uns wieder.»

Dazu kommt es schneller, als wohl selbst Brady gedacht hatte: Unbeirrt dessen, dass selbst in den seriösesten Blättern gespottet wird, Tebow sei bestenfalls ein schlechter Witz, führte dieser seine Broncos in der ersten Playoff-Runde zum Sieg nach Verlängerung gegen die stärker eingestuften Pittsburgh Steelers. Und gerade wie er die als «eiserner Vorhang» bezeichnete Defensive auseinandernahm, hatte surreale Züge: Wie nur ist es möglich, dass ausgerechnet Tebow diesen Höhenflug der Broncos zu verantworten hat? Nicht lange ist es her, da die «Denver Post» angesichts seiner Wurfschwäche urteilte: «Tebow ist gar kein Quarterback.»

Zumindest jetzt ist er erst einmal erfolgreicher als Ben Roethlisberger, der Spielmacher der unterlegenen Steelers und zweifacher Superbowl-Gewinner. Während Tebow in der ersten Playoff-Runde drei weite (und fast unmögliche) Touchdown-Pässe anbrachte, einmal selber aus kurzer Distanz in die Endzone lief und sich sonst keine Fehler erlaubte, gelang Roethlisberger erneut eine höchst mässige Leistung. Für den Hünen mit Schweizer Vorfahren ging so eine durchzogene Saison zu Ende, eben war er auch in der Division Baltimore unterlegen gewesen. Vor einem Jahr hatte Pittsburgh noch die Superbowl erreicht.

Wie Forrest Gump im Tunnel

Für Tim Tebow dagegen geht das Märchen weiter, die Onlineredaktion von Nfl.com titelte: «Der Ritt seines Lebens.» Dies auch in Anlehnung an die spannende Schlussphase der Partie in Denver. Dank eines Touchdown-Passes von Roethlisberger knapp vier Minuten vor dem Ende rettete sich Pittsburgh zwar noch in die Verlängerung. Mit dem ersten Wurf fand Tebow jedoch schon nach elf Sekunden Passempfänger Demaryius Thomas. Dieser rannte wie Forrest Gump im gleichnamigen Film mit dem Ball gleich vom Spielfeld in den Tunnel – wo er von den anstürmenden Teamkollegen fast erdrückt wurde.

Und als die Feier in Colorado irgendwann in der Nacht auf Montag endete, waren auf Tebowing.com Dutzende neue Fotos eingegangen, in der Fans Tebows Jubelpose nachahmen. Der ungewöhnliche Spielmacher – als Sohn von evangelikalen Missionaren auf den Philippinen aufgewachsen – pflegt in einer Denkerpose zu jubeln. Dabei kniet er auf ein Bein nieder und legt seine Stirn auf die aufgestützte Faust. Indem Fans es ihm gleichtun, ist «tebowing» in wenigen Wochen zum Internetphänomen geworden. «Tebowing» vor dem Hollywood-Sign, beim Eisfischen, auf dem Kilimandscharo. Selbst Lindsey Vonn hatte einen ihrer Siege im Dezember in Beaver Creek so zelebriert.

Geht es nach dem gesunden Menschenverstand, ist die Reise des Tim Tebow nach dem nun folgenden Viertelfinal in New England am kommenden Samstag aber vorbei. Zu gut waren die Patriots um Quarterback Tom Brady, zu unwiderstehlich offensiv, zu zuverlässig defensiv. Seit Saisonbeginn gelten sie als Favorit auf eine Superbowl-Teilnahme am 5. Februar in Indianapolis, daran hat sich nichts geändert. Allerdings warnt Brady explizit vor Tebow. «Er hat einen ganz speziellen Stil», sagt der 34-jährige Ehemann von Topmodel Gisèle Bündchen. «Tebow wird für unsere Defensive eine grosse Herausforderung sein.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.01.2012, 10:50 Uhr

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1 Kommentar

Reto Müller

10.01.2012, 13:51 Uhr
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Ohne jetzt die Leistung von Tebow schmälern zu wollen, nachzutragen wäre allerdings schon noch, dass Ben Roethlisberger mit einer Fussverletzung gespielt hat, und darum kaum vom Fleck kam. Ohne dieses Hanidicap der Steelers wäre es wohl aus gewesen mit dem Comeback der Broncos... Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 16:10
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Djokovic - Starace
28.0511:00Federer - Kamke
28.0511:00Bolelli - Nadal
Stand: 25.05.2012 15:24
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