Federer und Spirig verdiente Sportler des Jahres

Tennis-Ass Roger Federer und Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig sind in der TV-Gala von SRF zu den Sportlern des Jahres 2012 gewählt worden. Tagesanzeiger.ch/Newsnet begleitete die Wahl live.

  • Zusammenfassung  

    Wenig überraschend schwangen Roger Federer und Nicola Spirig in den Hauptkategorien der Credit Suisse Sports Awards 2012 obenaus. Federer gewann die Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres bereits zum fünften Mal, für Spirig war es eine Premiere.

    Die weiteren Preisträger an der TV-Gala des Schweizer Sports sind der FC Basel (Team des Jahres), Roberto Di Matteo (Trainer des Jahres), Benjamin Weger (Newcomer des Jahres) und Edith Wolf-Hunkeler (Behindertensportlerin des Jahres).

    Erstmals seit 2007 ging die Wahl bei den Männern wieder zugunsten Roger Federers aus. In den vergangenen Jahren hatten Fabian Cancellara (2008), Didier Cuche (2009 und 2011) sowie Simon Ammann (2010) gegenüber dem vierfachen Weltsportler den Vorzug erhalten. Die diesjährige Wahl Federers, der mit nunmehr fünf Auszeichnungen zu Rekordhalterin Vreni Schneider aufschloss, fiel überaus deutlich aus. Der 17-fache Gewinner von Grand-Slam-Turnieren vereinigte 43,9 Stimmenprozente auf sich und verwies Dario Cologna (20,33 %) und Steve Guerdat (15,37 %) mit grossem Abstand auf die Ehrenplätze.

    Direkt aus Kolumbien zur Ehrung

    Federer war es auch, der für die Überraschung des Abends sorgte. Denn erstmals seit 2005 war der Tennis-König persönlich an der Gala des Schweizer Sports anwesend, obschon er erst in der Nacht auf Sonntag in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota seine umjubelte Exhibition-Tour durch Südamerika beendet hatte.

    «Es gibt nichts Schöneres, als eine Standing Ovation in der Schweiz zu bekommen. Ich hoffe, dass ich weiterhin Emotionen wecken kann», sagte ein sichtlich gerührter Roger Federer. Für ihn sei es ein unglaubliches Jahr gewesen. Dieses trug ihm nicht nur den siebten Titel in Wimbledon und die zwischenzeitliche Rückeroberung von Platz 1 in der Weltrangliste ein, sondern auch die erste Einzelmedaille an Olympischen Spielen.

    i-Tüpfelchen für Spirig

    Eine noch klarere Angelegenheit war die Wahl zur Schweizer Sportlerin des Jahres. Von den Stimmen für die fünf Finalistinnen entfielen über 53 Prozent auf die Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig. Schon nach den Vorwahlen durch die Sportlerinnen und Sportler sowie der Medien hatte sie klar in Führung gelegen. Hinter der Zürcher Unterländerin belegten die OL-Queen Simone Niggli und die neue Schweizer Vorzeigeturnerin Giulia Steingruber die nachfolgenden Plätze.

    «Ich habe ein grossartiges Team hinter mir, das mich unterstützt. Diese Auszeichnung ist das i-Tüpfelchen in diesem Jahr für mich», sagte Spirig nach der Entgegennahme der «Winner«-Trophäe aus den Händen ihrer Vorgängerin Sarah Meier. Spirig verglich die Minuten vor der Bekanntgabe der Wahlresultate mit jenen nach ihrem Zielsprint in London, als nicht sofort klar gewesen war, ob sie als Erste die Ziellinie überschritten hatte.

    Mit dem FC Basel wurde zum dritten Mal in Folge eine Fussball-Equipe zum Team des Jahres gewählt - 2010 siegte die Schweizer U17-Auswahl, vor einem Jahr die U21. Der Schweizer Double-Gewinner, der in der letztjährigen Champions-League-Kampagne das grosse Manchester United ausgeschaltet hatte, setzte sich vor dem Zürcher Oberländer Formel-1-Rennstall Sauber und dem Curling-Team der Frauen um Skip Mirjam Ott durch.

    Die Wahl zum Trainer des Jahres war eine äusserst knappe Angelegenheit, die zugunsten von Roberto Di Matteo ausfiel. Der 42-Jährige, der Chelsea im vergangenen Mai zum erstmaligen Triumph in der Champions League geführt hatte, setzte sich um 0,2 Prozentpunkte vor Dario Colognas Trainer-Duo Fredrik Aukland/Guri Hetland durch. «Es war ein erlebnisreiches Jahr für mich, voller Emotionen. Wer weiss, ob das Schicksal mich eines Tages wieder in die Schweiz führen wird», sagte der in Schaffhausen geborene Italiener in seiner Dankesrede.

    Bereits zum siebten Mal wurde Edith Wolf-Hunkeler zur Behindertensportlerin des Jahres erkoren. Letztmals hatte die 40-jährige Luzernerin, die an den Paralympics in London mit vier Medaillen die erfolgreichste Schweizer Athletin war, diese Auszeichnung vor fünf Jahren in Empfang nehmen dürfen. Die Wahl zum Newcomer des Jahres entschied der Biathlet Benjamin Weger für sich. Der 23-jährige Walliser setzte sich in der im Internet durchgeführten Wahl vor Sven Bärtschi und Granit Xhaka durch, zwei Vertretern der grossen Publikumssportarten Eishockey und Fussball. (si)

  • Resultate  

    Credit Suisse Sports Awards 2012. Sportler des Jahres:
    1. Roger Federer (Tennis) 43,90 Stimmenprozente im Final der besten fünf. 2. Dario Cologna (Langlauf) 20,33. 3. Steve Guerdat (Reiten) 15,37. 4. Didier Cuche (Ski alpin) 10,93. 5. Nino Schurter (Mountainbike) 9,47. - Im ersten Wahlgang ausgeschieden: 6. Beat Feuz (Ski alpin). 7. Thabo Sefolosha (Basketball). 8. Fabian Cancellara (Rad Strasse). 9. Iouri Podladtchikov (Snowboard). 10. Matthias Kyburz (Orientierungslauf).

    Sportlerin des Jahres:
    1. Nicola Spirig (Triathlon) 53,21 Stimmenprozente im Final der besten fünf. 2. Simone Niggli (Orientierungslauf) 20,85. 3. Giulia Steingruber (Kunstturnen) 11,59. 4. Fabienne Suter (Ski alpin) 7,26. 5. Lara Dickenmann (Fussball) 7,09. - Im ersten Wahlgang ausgeschieden: 6. Patrizia Kummer (Snowboard). 7. Caroline Steffen (Triathlon). 8. Jolanda Neff (Mountainbike). 9. Sanna Lüdi (Skicross). 10. Esther Süss (Mountainbike).

    Team des Jahres:
    1. FC Basel 17,0 Stimmenprozente. 2. Sauber F1 Team 13,6. 3. Curling-Team der Frauen 11,3. - 12 Nominierte.

    Behindertensportler des Jahres:
    1. Edith Wolf-Hunkeler 23,7. 2. Heinz Frei 18,6. 3. Marcel Hug 12,8. - 14 Nominierte.

    Trainer des Jahres:
    1. Roberto Di Matteo (Fussball) 18,0. 2. Fredrik Aukland/Guri Hetland (Langlauf) 17,8. 3. Lucien Favre (Fussball) 14,0. - 9 Nominierte.

    Newcomer des Jahres:
    1. Benjamin Weger (Biathlon) 47,0. 2. Sven Bärtschi (Eishockey) 31,5. 3. Granit Xhaka (Fussball) 21,6.

  • Portrait Federer  

    Wimbledon-Sieger, erneut die Weltnummer 1 und Olympia-Silbermedaillen-Gewinner: Roger Federer blickt einmal mehr auf grossartige zwölf Monate zurück. Seine Wahl zum Sportler des Jahres ist die einzige logische Konsequenz.

    Dass Federer an jedem Turnier zu allem fähig ist, weiss man. In den letzten Jahren war ihm aber die Konstanz früherer Jahre auf allerhöchstem Niveau etwas abgegangen. Seit November 2011 fand er jedoch zu alter Stärke zurück. Mehr als 6000 Punkte, mehr als den Gegenwert von drei Grand-Slam-Titeln, lag er vor einem Jahr hinter Novak Djokovic zurück. Die Rückkehr an die Weltranglisten-Spitze lag in weiter Ferne. Zumal zahlreiche Auguren Federer, mittlerweile jenseits der Dreissig, auf dem absteigenden Ast wähnten. Ein fatales Fehlurteil.

    Der grösste Schweizer Sportler aller Zeiten schaffte zum Jahresende das Triple Basel, Paris-Bercy und Masters in London und legte so die Basis zu einer gewaltigen Aufholjagd. Danach siegte er hintereinander in Rotterdam, Dubai und Indian Wells und triumphierte später auch beim Masters-1000-Sandplatzturnier in Madrid. Mit all diesen Erfolgen tankte er Selbstvertrauen für Wimbledon.

    Dort, bei seinem Lieblingsturnier, zeigte er einmal mehr, welch einzigartiger Spieler er ist. Im Halbfinal bezwang er Djokovic, im Endspiel zerstörte er die Hoffnungen von Andy Murray und dem ganzen Vereinigten Königreich auf den ersten einheimischen Champion seit Fred Perry 1936. Federer stemmte unter den Augen seiner Zwillingstöchter die Wimbledon-Trophäe zum siebten Mal in die Höhe. Es war die 17. Major-Trophäe insgesamt, womit er diese Rangliste nun um drei Einheiten vor Pete Sampras anführt. Durch die grossartigen Leistungen im Londoner Südwesten kehrte er auch auf den Thron zurück und übertraf kurz darauf Sampras' Marke von 287 Wochen als Nummer 1 der Welt. Als er im November von Djokovic wieder abgelöst wurde, totalisierte er 302 Wochen.

    Drei Wochen nach dem 17. Sieg an einem Grand-Slam-Turnier kehrte Federer nach Wimbledon zurück und schloss die zweitletzte Lücke in seinem Palmarès neben dem Davis Cup. Im All England Club, äusserlich anders und doch immer noch mythisch, gewann er Olympia-Silber im Einzel und erweiterte den magischen Sommer um ein weiteres Kapitel. Unvergessen der Halbfinal-Krimi gegen Juan Martin del Potro, den Federer nach mehr als vier Stunden mit 19:17 im dritten Satz für sich entschied. Verständlich, dass er zwei Tage später im Endspiel vor allem emotional leer war und Andy Murray den Vortritt lassen musste. (si)

  • Wie Schneider  

    Damit gewinnt der Tennis-Champion aus dem Baselbiet diese Auszeichnung zum fünften Mal und zieht mit der unvergleichlichen alpinen Schlagersängerin Vreni Schneider gleich. Und wir dürfen für einmal sagen: Die Sportlerwahl ist nicht zu einer Peinlichkeit verkommen – wie auch schon, vor allem bei der Wahl bei den Männern. Sowohl Spirig als auch Federer sind absolute verdiente Awards-Winner.

  • Federer  

    Roger Federer ist mit grossem Abstand zum «Sportler des Jahres» gewählt worden. Standing Ovation im Studio. Federer (43,90 Prozent) setzt sich vor Cologna (20,33), Guerdat (15,37), Cuche (10,93) und Schurter (9,4) durch. Mit dieser Wahl kann man wirklich einverstanden sein.

  • Marathon  

    Die Veranstaltung zieht sich so langsam in die Länge. Die Spannung steigt. Gian Gilli wird die Laudatio halten für den «Sportler des Jahres».

  • Portrait Weger  

    Seit letztem Winter wird Biathlon auch in der Schweiz immer stärker wahrgenommen. Dass dies so ist, ist praktisch ausschliesslich das Verdienst von Benjamin Weger, dem Newcomer des Jahres.

    Der Walliser schaffte in der vergangenen Weltcup-Saison den Durchbruch und stieg dank drei Podestplätzen zur Leitfigur im Schweizer Biathlonsport auf. In Hochfilzen (Ö) fehlte nur wenig, und Weger hätte sogar den ersten Sieg auf Weltcup-Stufe feiern können. In der Verfolgung kam er erstmals als Leader zum letzten Schiessen, traf alle fünf Scheiben und ging als Führender in die Schlussrunde. Letztlich fehlten ihm nur 4,9 Sekunden.

    Der Hoffnungsträger aus dem Obergoms ist dabei, sich in seiner Sportart zu einem ähnlichen Zugpferd zu entwickeln wie Simon Ammann oder Dario Cologna in ihren Domänen. Weger stammt aus jener ersten Generation von Schweizer Biathleten, die nicht als Späteinsteiger vom Langlauf dazugestossen sind.

    Nach den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver entschied Weger, der an der Sportmittelschule Brig das Handelsdiplom gemacht hat, sein Bankpraktikum abzubrechen und voll auf die Karte Biathlon zu setzen, statt die kaufmännische Berufsmatura anzustreben. «Es brauchte viele Diskussionen, weil andere dachten, ich müsste doch auf Nummer sicher gehen - so wie der Schweizer halt allgemein denkt», erinnert sich Weger. Er setzte sich über die Bedenken hinweg und zog nach Realp, weil die Biathleten dort ihre Trainingsbasis haben. Nun ist Weger mit erst 23 Jahren der beste Biathlet, den die Schweiz je hervorgebracht hat. Experten attestieren ihm eine hohe Trainingsintelligenz und ein überaus gutes Körpergefühl.

    Wegen Medaillenkandidat Weger berichtete das Schweizer Fernsehen aus dem bayrischen Ruhpolding erstmals live von Biathlon-Weltmeisterschaften. Sollte er sich so weiterentwickeln wie bis anhin und von schweren Verletzungen verschont bleiben, wird Weger gemäss Disziplinenchef Markus Regli 2014 an den Olympischen Spielen in Sotschi um Medaillen laufen. (si)

  • Benjamin Weger  

    Der Biathlet Weger macht das Rennen. Für ihn ist das eine grosse Überraschung. Er bedankt sich bei Freundin, Eltern, Schwester und dem Chef der Abteilung Biathlon von Swiss-Ski.

  • Sonja Nef  

    Die ehemalige Appenzeller Ski-Königin hält die Laudatio für die Wahl zum «Newcomer des Jahres». Diese Wahl fand per Internet statt. Die drei Kandidaten: Eishockeyaner Sven Bärtschi, Biathlet Benjamin Weger und Fussballer Granit Xhaka.

  • Applaus  

    Grosser Applaus im Studio für einen Beitrag über die eindrückliche Karriere von Tennis-Champ Federer.

  • Buchli  

    Also das muss man zugeben: Frau Buchli schlägt sich sehr wacker heute Abend mit all diesen attraktiven Männern um sie herum. Man könnte sich aber auch vorstellen, dass beispielsweise die alpine Walliser Ulknudel Fränzi Aufenblatten die Sendung moderieren würde.

  • Top 5 bestimmt  

    Dario Cologna, Steve Guerdat, Roger Federer, Nino Schurter und Didier Cuche nehmen Platz auf dem Sofa neben Lichtgestalt Buchli.

  • Eros Ramazzotti  

    Der italienische Schmusesänger Eros Ramazzotti gibt sich ein Stelldichein in Leutschenbach. Der Liebling vieler Frauen – wieso eigentlich? – und Hobby-Kicker trällert ins Mikrofon. PS. Ex-Frau Michelle Hunziker ist nicht im Studio. Schade.

  • Portrait FC Basel  

    Der FC Basel gewann 2012 auf nationalem Parkett jede erhebliche Trophäe – und nun auch zum zweiten Mal nach 2002 die Wahl zum «Team des Jahres». Die magischen Champions-League-Nächte haben das Schweizer Publikum tief beeindruckt.

    Einst stürzte der FCB im November vor zehn Jahren Liverpool vom Thron, im letzten Dezember wiederholte der erfolgreichste Super-League-Verein der letzten Dekade den Coup gegen Manchester United. Nach dem spektakulären 3:3 im Old Trafford entzauberte der Aussenseiter die statistisch beste Equipe der Champions-League-Geschichte im Rückspiel beim 2:1 vor eigener Kulisse vollends.

    Sir Alex Ferguson musste sich ausserplanmässig vor den euphorisierten Bebbi verneigen. «Das Wunder vom Joggeli» hallte nach. Der FCB produzierte Schlagzeilen, die den Fussball-Globus umrundeten. Erst in München endete die wunderbare Europacup-Kampagne - das 0:7 gegen den nachmaligen Finalisten FC Bayern war ein Tiefpunkt auf hohem Niveau.

    Die bittere Lektion löste im Team von Heiko Vogel zwar eine gewisse Enttäuschung aus und zeigte dem einen oder anderen Entscheidungsträger die Grenzen auf, allzu tiefe Furchen hinterliess die Blossstellung nicht. In der eigenen Liga dominierte Basel selber im Stile der Bayern.

    Niemand war auch nur annähernd in der Lage, die Siegserie Basels zu stoppen. Woche für Woche stellte das Team der beiden Jahrzehnt-Talente Shaqiri und Xhaka die Konkurrenz vor unlösbare Probleme. Für die Beteiligten stellte sich nur eine Frage: Wann ist dem FCB der Titel-Hattrick auch in der Theorie nicht mehr zu nehmen?

    20 Punkte betrug am Ende der satte Vorsprung auf Luzern. Basel dominierte das Geschehen in der Super League wie einst in der Blütezeit der Ära Gross. Auf jeder Position leistete sich der FCB Topspieler. Im Tor brillierte Yann Sommer als Nachfolger des populären Argentiniers Franco Costanzo, als wäre er zuvor nie die Nummer 2 gewesen. Und im Sturm demonstrierten Alex Frei und Marco Streller ihre immensen Qualitäten. Die beiden trugen zusammen 37 Treffer zum 15. Titelgewinn bei. Frei reihte sich im vorletzten Jahr seiner erstklassigen Karriere zum zweiten Mal in Folge zuoberst auf dem Skorerpodium ein.

    Der FCB reihte einen Höhepunkt an den nächsten. Und als er nach der Sommerpause in eine temporäre Krise abglitt, reagierte das Management rasch und professionell. Präsident Bernhard Heusler trennte sich in einer staatsmännischen Form und mit Anstand von Vogel. Mit dem Engagement von Murat Yakin leitete er den Aufschwung über Nacht wieder ein.
    (si)

  • Team des Jahres  

    Der erfolgreiche FCB ist zum «Team des Jahres» gewählt worden. Captain Marco Streller und Vereinsboss Bernhard Heusler nehmen den Preis aus den Händen von Tanja Frieden entgegen.

  • Tanja Frieden  

    Tanja Frieden, einst in früheren Zeiten Olympiasiegerin auf den Schneebrettern, hält eine Laudatio für die Teamwahl. Zur Auswahl: Das Frauen-Curling-Team um Skip Mirjam Ott, der FC Basel sowie das Formel-1-Team Sauber.

  • Köstlich  

    Snowboarder «Ipod» stand mit zwei Frauen auf der Gästeliste. Nun sitzt er alleine da. So geht es im Leben...Der Tipp von Frau Buchli: «Suchen Sie sich einen anderen Umgang.» Danke für den Tipp, Frau Moderatorin.

  • Evaluation bei den Männern  

    Die zehn Nominierten bei den Männern sind:
    Fabian Cancellara (nicht anwesend)
    Dario Cologna
    Didier Cuche
    Roger Federer
    Beat Feuz (nicht anwesend)
    Steve Guerdat
    Matthias Kyburz
    Iouri Podladtchikov
    Nino Schurter
    Thabo Sefolosha (nicht anwesend)

  • Portrait Spirig  

    Nicola Spirig ist nach Natascha Badmann und Brigitte McMahon als dritte Triathletin zur Schweizer Sportlerin des Jahres gekürt worden. Am 4. August sprintete sie in London unnachgiebig zu Olympia-Gold - nach zuvor 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen.

    Schon in jungen Jahren galt Nicola Spirig als hochbegabt. Bereits als 17-Jährige hatte sie bei den bis 20-Jährigen den EM-Titel im Duathlon und Triathlon sowie WM-Silber im Triathlon gewonnen. Mit 19 Jahren folgte der erste WM-Titelgewinn bei den Juniorinnen. In der Leichtathletik galt sie zudem als die grösste Schweizer Nachwuchshoffnung seit Anita Weyermann.

    Triathlon auf dem Niveau von Spirig heisst: 10'000 km Radfahren, 3800 bis 4200 km Laufen und 1200 km Schwimmen pro Jahr. Drei Ermüdungsbrüche erlitt Spirig im Verlauf ihrer Karriere, den letzten knapp eineinhalb Jahre vor Olympia. Ihr Trainer Brett Sutton meinte deshalb: «Diese Verletzung hat Nicola zu einer besseren Athletin gemacht und den Olympiasieg erst ermöglicht. Sie hat in dieser Zeit geduldig sein müssen.»

    Es war 2003 in Nyon bei einem Wettkampf über die olympische Distanz, als Sutton in einem veritablen Einbruch von Spirig deren Potenzial erkannte. Spirig nahm gegen die versammelte Schweizer Kurz- und Langdistanz-Elite die Laufstrecke mit «selbstmörderischem Tempo» (Sutton) in Angriff. «Sie befand sich auf einer persönlichen Mission, verzichtete bei diesem Hitzerennen im Laufen auch auf die Verpflegung an den Posten», so Sutton. Schliesslich kollabierte Spirig. Wettkampf-Beobachter Sutton interpretierte dies indes als totale Hingabe. «Ich fuhr nur mit einem einzigen Gedanken heim: Diese Frau eines Tages trainieren zu können.» Drei Jahre später war es soweit. Spirigs Lebenspartner Reto Hug stellte den Kontakt her.

    «Egal was im Rennen passiert, ich werde optimal vorbereitet sein, um eine Medaille holen zu können», kündete Spirig schon Monate vor ihrer Grosstat in London an. Sutton hatte die Juristin entsprechend getrimmt. Er sagt: «Ich betreibe mit meinen Athleten eine Art von Gehirnwäsche. Ich wasche ihnen nagende Selbstzweifel weg, die den Weg zum Erfolg versperren.»

    Der Triumph von London war ein fast logischer Höhepunkt in der Leistungsentwicklung von Nicola Spirig. Die Zürcher Unterländerin will ihre Triathlon-Karriere zumindest bis 2016 fortsetzen. Eine Teilnahme an der Leichtathletik-EM 2014 in Zürich (im Marathon oder über 5 km auf der Bahn) gilt als Etappenziel. In noch näherer Zukunft sieht Spirig indes Mutterfreuden entgegen. Im Mai 2013 erwarten sie und ihr Ehemann Reto Hug ihr erstes Kind. (si)

  • Nicola Spirig  

    Nicola Spirig ist «Sportlerin des Jahres» – mit grossem Vorsprung auf die OL-Queen Simone Niggli-Luder, Giulia Steingruber, Fabienne Suter und Lara Dickenmann. Die Siegerin und baldige Mutter bedankt sich bei ihrem Umfeld.

  • Roberto Di Matteo  

    Roberto Di Matteo ist von der Juryzum «Trainer des Jahres »gewählt worden. Er freut sich sehr. «Es ist für mich ein erlebnisreiches Jahr voller Emotionen gewesen», erklärt der Schaffhauser, der mit Chelsea den FA-Cup sowie die Champions League gewonnen hat. Mittlerweile ist er von Blues-Besitzer Roman Abramowitsch wieder entlassen worden. So schnell geht das.

  • Trainer des Jahres  

    Martin Kallen hält die Laudatio zur Wahl «Trainer des Jahres». Das Trio zur Wahl: Fredrik Aukland und Guri Hetland (Langlauf), Roberto Di Matteo (ex-Chelsea-Trainer) und Lucien Favre, der Übungsleiter von Bundesligist Borussia Mönchengladbach.

  • Voting  

    Bei den Sportlerinnen wird jetzt ausgezählt – also nicht mehr anrufen, bitte. Jetzt kommen die Trainer des Jahres dran. Eines ist sicher: Rolf Fringer und Ciri Sforza werden diese Auszeichnung nicht erhalten.

  • Geschwister Küng  

    Die Appenzeller Geschwister Küng haben ihren Auftritt. Bemeerkenswert: auch Skifahrerin Mirena Küng streicht in diesem Quintett mit. Es sind auch besinnliche Klänge, die zur Adventszeit passen. Nicht sicher ist übrigens, ob Vreni Schneider noch einen musikalischen Auftritt hat. So ein «Kafi am Pischtärand» tut immer gut.

  • Witz  

    Morderator und ex-FC Raron-Keeper Salzgeber bringt endlich Witz in die Sendung. Sofort erhält das ganze Drive.

  • Quintett  

    Moderator Salzgeber nennt fünf Namen, die den ersten Cut für die Sportlerinnenwahl überstanden haben. Es sind dies: Fabienne Suter, Simone Niggli-Luder, Lara Dickenmann, Giulia Steingruber und natürlich Olympiasiegerin Nicola Spirig. Fünf ausserordentlich begabte, talentierte und – darf man das noch schreiben – attraktive Ladys. Alle Kandidatinnen haben sich stilvoll und klassisch herausgeputzt.

  • Autogrammwunsch  

    Bikerin Jolanda Neff bittet in der Champions Lounge Roger Federer um ein Autogramm. Der Tennis-Maestro erfüllt diesen Wunsch gerne – er ist und bleibt ein Gentleman.

  • Portrait Wolf-Hunkeler  

    Edith Wolf-Hunkeler wurde bereits zum siebten Mal seit 2001 zur Behindertensportlerin des Jahres gewählt. Dies erstaunt kaum, gewann sie doch an den diesjährigen Paralympics nicht weniger als vier Medaillen.

    Zwei Jahre nach der Geburt ihrer Tochter Elin durfte sich Edith-Wolf Hunkeler zum zweiten Mal in ihrer Karriere eine Goldmedaille an Paralympics umhängen lassen. Vier Jahre nach ihrem Triumph im Marathon in Peking gewann die 40-Jährige aus Dagmersellen in London über 5000 m. Die Freude über diese Auszeichnung war besonders gross, denn Paralympics-Gold in einem Stadionrennen hatte der Rollstuhl-Athletin in ihrem eindrücklichen Palmarès noch gefehlt. Angetrieben von 70'000 Zuschauern holte Wolf-Hunkeler nach einer taktischen Meisterleistung bislang Versäumtes nach.

    Dank drei weiteren Medaillen – Silber über 800 m und 1500 m sowie Bronze über 400 m – krönte sich Wolf-Hunkeler zur erfolgreichsten Schweizerin an den diesjährigen Paralympics. Der Erfolg der seit einem Autounfall 1994 querschnittgelähmten Sportlerin ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Im Vorfeld der Spiele in London schlug sich Wolf-Hunkeler mit Verletzungen herum. Erstmals galt es für sie zudem, vor und während den Paralympics die Rollen als Mutter, Ehefrau und Spitzensportlerin unter einen Hut bringen.

    Edith Wolf-Hunkeler hat nach der Geburt auch dank der Hilfe von Ehemann Mark Wolf die Rückkehr an die Weltspitze geschafft. Die Luzernerin, die bereits zweimal den Boston-Marathon gewonnen hat, beschreibt sich als Familienmensch und bezeichnete ihre dritte Teilnahme an Paralympischen Spielen als «Familienprojekt». Perfekt war ihr Glück deshalb am 2. September, als sie nach dem Gewinn der Goldmedaille über 5000 m Töchterchen Elin und Ehemann Mark in die Arme nehmen durfte. «Sie geben mir Kraft, um weitere Ziele zu erreichen», sagte die nunmehr siebenfache Behindertensportlerin des Jahres. (si)

  • Wolf-Hunkeler  

    Edith Wolf-Hunkeler gewinnt die Wahl – bereits zum siebten Mal. Es ist für sie nicht business as usual. Wie immer bei solchen Anlässen äussert sie sich professionell, aber auch sehr emotional. Eine bemerkenswerte Frau und Sportlerin. Diese Wahl wurde von Sportjournalisten durchgeführt.

  • Behindertensportler  

    Christian Lohr tritt auf die Bühne und betont die Wichtigkeit der Paralympics. Zwei Sportler und eine Sportlerin stehen zur Wahl für den Award:
    Edith Wolf-Hunkeler
    Marcel Hug
    Heinz Frei

  • 10 Kandidatinnen  

    Die zehn Kandidatinnen:
    Lara Dickenmann
    Patrizia Kummer
    Sanna Lüdi
    Jolanda Neff
    Simone Niggli
    Nicola Spirig
    Caroline Steffen (abwesend, lebt in Australien)
    Giulia Steingruber
    Esther Süss
    Fabienne Suter

  • Kandidatinnen  

    Nun werden die zehn Kandidatinnen für den CS Award vorgestellt. Bei der CS handelt es sich um eine nationale Bank mit mondialer Ausstrahlung. CS steht für «Christliche Schweiz».

  • Eisprinzessin  

    Sarah Meier, die letztjährige Sportlerin des Jahres, gibt Red und Auskunft. Sie ist von ihrer Schwester begleitet worden. Sarahs Meier Papa ist übrigens immer noch aktiver Eishockeyaner bei den Veteranen des EHC Bülach – eine sportliche Eisfamilie also.

  • Kein Jetlag  

    Federer sagt, dass er direkt von Bogota nach Zürich geflogen sei. «Ich fühle mich nicht müde.» Auch Cuche wartet in der Champios Lounge des TV-Studions in Leutschenbach-les-Bains.

  • Federer  

    Also, die Kandidaten werden präsentiert – wie bei einem Casting. Roger Federer ist tatsächlich dabei. Das gibt dem Anlass doch eine besondere Note.

  • Moderatoren  

    Also, Salzgeber, der sprachlich gewandte Walliser TV-Mann, im Fussball als Torhüter alles andere denn ein Fliegenfänger, begrüsst die Zuschauer. An seiner Seite Steffi Buchli, die TV-Quotenfrau aus den Bereichen Unihockey und blauen Augen.

  • Telefonitis  

    Für alle, die mitbestimmen wollen, wer Champion des Jahres sein wird, sollen etwas zum Schreiben nehmen und die Telefonnummer aufschreiben.

  • Salzgeber  

    Moderator Rainer Maria Salzberger sagt, er sei nicht nervös vor der Livesendung, sondern «freudig erregt». Salzgeber, iin einem weinroten Smoking, bestätigt, dass Roger Federer seine Aufwartung macht.

  • Federer  

    Gemäss der Homepage von SRF wird Roger Federer in Leutschenbach vor Ort erwartet – direkt aus Südamerika. Das würde dem Bratwurst-und-Brot-Event natürlich viel Glamour verleihen.

  • Ausgangslage  

    Roger Federer könnte am Sonntagabend an der TV-Gala «Credit Suisse Sports Awards 2012» zum fünften Mal zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt werden und damit den Rekord von Vreni Schneider einstellen.

    Wimbledon-Sieger Roger Federer wurde zwischen 2003 und 2007 viermal als Sportler des Jahres in der Schweiz ausgezeichnet. Dem 17-fachen Gewinner von Grand-Slam-Turnieren, der vor Jahresfrist bei der nationalen Sportlerwahl knapp hinter Didier Cuche und Dario Cologna Dritter wurde, fehlt noch ein Wahlsieg, um mit Ski-Liebling Vreni Schneider gleichzuziehen.

    Federer sieht sich heuer jedoch einmal mehr harter Konkurrenz ausgesetzt. Mit dem Springreiter Steve Guerdat und dem Mountainbiker Nino Schurter stehen neben Federer weitere Olympia-Medaillengewinner von London zur Wahl. Vorjahressieger Didier Cuche hat dank seinen in der Wahlperiode gezeigten Leistungen die Chance, erneut zum besten Sportler gekürt zu werden. Auf ein äusserst erfolgreiches Jahr darf einmal mehr auch Dario Cologna zurückblicken.

    Neben dem Tour-de-Ski- und Gesamtweltcup-Sieger aus dem Münstertal, Cuche, Federer und Schurter schafften es auch Fabian Cancellara, der Sportler des Jahres 2008, und Iouri Podladtchikov wie 2011 in die engste Auswahl. Neu hinzugekommen sind neben Olympiaheld Guerdat der Lauberhorn-Sieger und Gesamtweltcup-Zweite Beat Feuz, OL-Weltmeister Matthias Kyburz und der Waadtländer Basketball-Star Thabo Sefolosha.

    Anders als bei den Männern kann es bei den Frauen zu keiner erfolgreichen Titelverteidigung kommen. Die letztjährige Siegerin Sarah Meier hat sich nach ihrem Triumph an der Eiskunstlauf-EM 2011 vom Spitzensport zurückgezogen. Unter den zehn Nominierten figuriert mit der OL-Königin Simone Niggli nur eine Kandidatin, die in der Vergangenheit den begehrten Award - dies gleich dreimal - in Empfang nehmen durfte. Als aussichtsreiche Anwärterinnen auf den Titel gelten zudem die Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig sowie die Kunstturnerin Giulia Steingruber, die EM-Dritte im Sprung-Wettkampf und Newcomerin des Jahres 2011.

    Der Kreis der Kandidatinnen präsentiert sich gegenüber dem Vorjahr stark verändert. Ausser Steingruber stehen mit der Fussballerin Lara Dickenmann und der Triathletin Caroline Steffen nur zwei weitere Sportlerinnen erneut in der engeren Wahl. Zu den Nominierten gehören mit Patrizia Kummer (Snowboard), Sanna Lüdi (Skicross), Jolanda Neff (Mountainbike), Esther Süss (Mountainbike) und Fabienne Suter (Ski alpin) weitere Athletinnen, die in ihren jeweiligen Sportarten international für Aufsehen sorgten.

    Das Fernsehpublikum äussert seine Gunst in je zwei Wahlgängen. Nach dem ersten Wahlgang schaffen es die jeweils besten fünf in den Final. Die Publikumsstimmen zählen zu einem Drittel. Der Rest des Stimmengewichts entfällt je zur Hälfte auf die Schweizer Spitzensportler und die Sportmedien, die ihre Wahl bereits getroffen haben. Die von Steffi Buchli und Rainer Maria Salzgeber moderierte Livesendung aus den Studios von Schweizer Radio und Fernsehen beginnt um 20.05 Uhr und wird auf SF 1, RTS Deux und RSI LA 2 ausgestrahlt.

    In die engste Wahl zum Team des Jahres schafften es der FC Basel, das Zürcher Oberländer Formel-1-Team Sauber sowie das Curling-Team der Frauen um Skip Mirjam Ott. Sowohl Sauber (2001) als auch der FCB (2002) wurden in der Vergangenheit bereits einmal zum besten Team des Landes gekürt. Als Trainer des Jahres ausgezeichnet wird das Duo Fredrik Aukland/Guri Hetland, das hinter den Erfolgen von Ausnahme-Langläufer Dario Cologna steht, Champions-League-Sieger Roberto Di Matteo oder Mönchengladbachs Erfolgscoach Lucien Favre. Der Behindertensportler des Jahres (Heinz Frei, Marcel Hug oder Edith Wolf-Hunkeler) sowie der Newcomer des Jahres (Sven Bärtschi, Benjamin Weger oder Granit Xhaka), dessen Wahl vom 19. November bis 9. Dezember im Internet stattgefunden hat, werden ebenfalls in der Livesendung ausgezeichnet. (si)

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 16.12.2012, 20:06 Uhr)

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