Schweizerin überrascht bei Weltcup in Champéry
Für Vogel handelte es sich um den zweiten Weltcup-Triumph seiner Karriere, für Schneitter gar um eine Premiere.
«Ich war angetreten, um zu siegen. Aber ich wusste nicht, ob mir dies auch gelingen würde. Für mich war dieses Rennen im Hinblick auf die WM des nächsten Jahres wichtig. Ich war mir nicht sicher, ob ich auf dieser Strecke ganz vorne sein kann. Jetzt weiss ich es», sagte Vogel. Der Aargauer hatte im letzten Schotter-Anstieg bemerkt, dass der Europameister Jaroslav Kulhavy (Tsch) auf seine Temposteigerung nicht zu reagieren vermochte. Vogel insistierte und rettete elf Sekunden Vorsprung ins Ziel.
Zahlreiche Defekte der Favoriten
Im interessanten und abwechslungsreichen Rennen hatte Weltmeister Nino Schurter auf den ersten Kilometern wegen Atemproblemen Mühe. Danach kam der Bündner besser in Fahrt und schloss bis zur Spitze auf. Dann musste Schurter jedoch seinen Sattel wechseln, was den Rückfall an die fünfte Position bedeutete. Am Schluss traf Schurter als Dritter im Ziel ein, vor Mathias Flückiger, dem besten U23-Mountainbiker.
Auch der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister Julien Absalon kam nicht ohne Defekt über die Strecke. Wegen eines Hinterraddefektes musste der Franzose die Spitzenposition preisgeben und sich mit dem 5. Rang begnügen. Dies genügte Absalon, um die Weltcup-Führung zu wahren. Vor den letzten beiden Rennen weist Schurter aber nur noch 24 Punkte Rückstand auf.
Die Premiere von Schneitter
Bei den Frauen kam der Erfolg von Nathalie Schneitter eher überraschend. Die Solothurnerin setzte sich zusammen mit ihrer Teamkollegin Eva Lechner (It) schon in der ersten Runde von den Gegnerinnen ab. Ab der zweiten Runde lag Schneitter alleine voraus und dehnte ihren Vorsprung dank einer fehlerfreien Fahrt auf 2:13 Minuten aus. Schneitter gelang der erste Weltcup-Sieg einer Schweizerin seit Barbara Blatter 2001 in Vancouver.
«Ich dachte, es könnte für das Podium reichen. Aber der Doppelsieg für das Team ist grandios. Mir war bewusst, dass Eva und ich auf der nassen und technisch schwierigen Strecke ein gutes Rennen fahren können», hielt Schneitter fest. Neben der Siegerin trugen die Schweizer Meisterin Esther Süss (6.), Europameisterin Katrin Leumann (8.) und Marielle Saner-Guinchard (10.) zur ausgezeichneten Bilanz der Schweizerinnen bei. (si)
Erstellt: 25.07.2010, 20:26 Uhr


