Speedflying – den Tod im Nacken
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 27.02.2009 10 Kommentare
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Trailer «Playgravitiy»
Playgravity - Trailer 2008
Sie kennen die Szene: James Bond flieht vor den hinterherjagenden russischen Spionen auf Skiern, als sich vor ihm der Abgrund öffnet. Unerschrocken braust der Vater aller Spione über den Felsvorsprung und öffnet den Fallschirm mit dem Union Jack. Die Szene aus «Der Spion, der mich liebte» von 1977 ist so etwas Ähnliches wie die Vorgängersportart von Speedflying (auch Speedriding genannt). Die Sportart ist so jung, dass derzeit über die Namensgebung abgestimmt wird.
32 Jahre später werden im Berner Oberland erstmals Schweizer Meisterschaften in dieser jungen Sportart ausgetragen. Die Sportler erreichen Tempi von über 100 km/h und schweben knapp über den Boden oder gleiten auf dem Pulverschnee. Entsprechend gross ist das Risiko dabei. Drei Schweizer Speedflyer verloren in den letzten zwei Jahren ihr Leben. Die Winde auf den Gipfeln sind extrem und auch extrem unberechenbar. Sie können die Sportler gefährlich gegen die Felsen drücken.
Snowboard-Pionier Kestenholz auch hier Vorreiter
Berichte über Verletzungen und Unfälle schrecken jedoch nicht ab. Ueli Kestenholz, einst Snowboard-Pionier und Bronzemedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998, ist nun auch Vorreiter im Speedflying. Sein Freund Mathias Roten, mit dem er den Film «Play Gravity» drehte, verunglückte vor einem Jahr, als er in seiner Thuner Heimat einen neuen, kleineren Schirm ausprobieren wollte. Seine Leiche wurde hundert Meter unterhalb des Startplatzes zwischen den Felsen gefunden. Die Speedflyingschirme sind sehr kleine Gleitschirme (ca. 8 bis 14 Quadratmeter), deren Konstruktion fallschirmtechnische Merkmale aufweisen und somit eigentlich eine Mischung aus Gleitschirm und Fallschirm darstellen.
Um überhaupt speedflyen zu dürfen, braucht es in der Schweiz die Gleitschirm-Lizenz sowie eine zusätzliche Ausbildung. 323 Leute haben das vom Bundesamt für Zivilluftfahrt vorgeschriebene Speedflyingbrevet derzeit. Für die Meisterschaften in der Hasliberg-Region hatte sich knapp ein Drittel davon angemeldet. Sie beginnt heute Nachmittag und dauert bis am Sonntag. Und wie für Style-Sportarten üblich findet am Samstagabend auch eine grosse Party statt. Der Sonntag ist einem Showwettkampf vorbehalten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.02.2009, 10:53 Uhr
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10 Kommentare
Hallo was sollen die Verurteilungen - das ist eine super Sportart! Kaum jemand braucht solche Koordinationsfähigkeiten, 3-dimensionale Vorausschau und körperliche Fitness! In einigen Jahren wird sich Fliegen noch viel weiter entwickelt haben - die heutigen Neider werden staunen! happy landing. Antworten
Grenzen zu suchen, diese auszuloten und die damit verbundenen Risiken zu kalkulieren ist Bestandteil unseres Seins. Sonst wäre nie jemand auf dem Matterhorn & Co. gestanden oder hätte Amerika entdeckt. Die Säbelzahntiger gibt es nicht mehr, die Sehnsucht nach speziellen Momenten und Gefühlen, nach "Gefahr" aber ist da und legitim. Wieso nur wieder so ein reisserischer Titel? Tagi quo vadis? Antworten
@Waldvogel: Ich denke den Horizont zu erweitern tut keinem schlecht. Der Überlebenskampf dem grösseren Teil unserer Erdbevölkerung mit unseren Freizeitaktivitäten in Verbindung zu bringen ist etwas absurd. Auch die möglichen negativen Einflüsse der wenigen die diesen Sport ausüben im Verlgeich zu anderen Massenfreizeitaktivitäten welche nicht "auffallen", aber gleich "stören" ist in keinem Mass... Antworten
Herr Waldvogel, Herr Chigwell Warum solche Verurteilungen wenn Sie beide doch von diesem Sport und seiner Faszination keine Ahnung haben? Diese Sportart ist nur die Wiederpiegelung der heutigen Zeit. Und was die Unfallstatistik anbelangt, ist Speedflying weniger gefährlich als Motorradfahren, Klettern, Bergwandern und Skitourenfahren. Und mit einem "töteligen" Kick hat das überhaubt nichts zu tun Antworten
Super! Jetzt gibts auch da noch Lawinen, Steinschlag und Stress für die Tiere. Schickt die Leute doch einfach mal in ein Land, wo man den täglichen Kampf ums Überleben hat und ganz gut ohne diesen "töteligen" Kick auskommt, weil das Leben an sich schon lebensgefährlich ist. Antworten



Seraina Murk
Lieber Herr Waldvogel & Co. Über Ihren Kommentar kann ich nur müde lächeln. Da Sie nichts über diesen Sport wissen und anscheinend auch über keinen anderen Bergsport richtig informiert sind, sollten Sie uns Speedflyer und Bergsportler nicht verurteilen. Bleiben Sie lieber fern von den für Sie gefährlichen Bergen und geniessen Sie Ihr Leben auf Bürosessel! Happy sitting! Mfg Antworten