«Vielleicht laufe ich mit 60 noch 12,00»
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 31.07.2010
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Die 44,30 Sekunden des slowenischen Quartetts waren fürs Weiterkommen viel zu langsam, rund fünf Zehntel fehlten Merlene Ottey und ihren Kolleginnen. Die Zeiten sind für Ottey, die an den Olympischen Spielen 1980 in Moskau ihre erste Medaille holte, aber längst nicht mehr so wichtig wie früher. «Ich liebe einfach, was ich tue. Es ist meine Leidenschaft, ein Gottesgeschenk. Ich bin glücklich, dass ich immer noch laufen und hier sein kann», erklärt die gebürtige Jamaikanerin, die vor zehn Jahren nach einer Dopingaffäre in der Heimat zum slowenischen Verband wechselte.
Ottey sieht sich in Slowenien nicht nur als Athletin, sondern auch als Aufbauhelferin. Noch sei sie in der Lage die 25-Jährigen dort zu bezwingen, doch dies soll nach ihrem Willen nicht mehr lange so bleiben. «Ich will die jungen Läuferinnen ermutigen und nach vorne pushen. Sie sollen mehr tun, härter trainieren, damit ich sie nicht mehr schlagen kann», betont die Frau, die an Grossanlässen insgesamt 29-mal Edelmetall gewonnen hat und in diesem Jahr an den slowenischen Meisteschaften über 100 Meter Platz 2 belegte.
Olympia 2012 im Visier
Ein Start an den Olympischen Spielen 2012 in London ist Otteys nächstes Ziel. «Mein Fokus liegt darauf, gesund zu bleiben und das Optimum aus mir herauszuholen. Wenn das reicht, um bei Meisterschaften dabei zu sein, ist das wunderbar», sagt sie. «Ich weiss nicht, wo meine Grenze liegt, vielleicht kann ich mit 60 noch unter 12 Sekunden laufen.» Obwohl, fast alle ihrer Rivalinnen ihre Töchter sein könnten, fühlt sich Ottey durchaus nicht deplatziert in der jugendlichen Welt des Spitzensports: «Ich bin stolz auf mein Alter. Es gibt nichts zu verstecken und es ist nichts Peinliches daran.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 31.07.2010, 16:24 Uhr

