«Auf der Streif riskieren die Fahrer ihr Leben»
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 24.01.2010
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Für den Schweizer Sportler des Jahres ist es keine Überraschung, dass er sogar von den österreichischen Zuschauer viel Applaus erhält und nennt die Gründe. «Jeder, der hier am Berg zuschaut, weiss, dass auf der Streif die Fahrer ihr Leben riskieren.» Der Respekt der Fans gehöre deshalb der Leistung jedes einzelnen Athleten, egal aus welchem Land er stamme. Die Streif sei deshalb ein ganz spezielles Rennen. Das spüre er in jedem Jahr immer wieder.
Cuche, der bei den Hahnenkammrennen 2010 den Super-G und die Abfahrt gewonnen hat, sprach im Interview auf SF von einem perfekten Rennen in der Abfahrt. «Diesmal ist bei mir wirklich alles komplett aufgegangen, von oben bis unten», freut er sich. Er sei stolz und überglücklich. Er redete von einer Traumfahrt, wie er sie sich schon in der Vorbereitung und in den Trainings erhofft habe. Er habe improvisiert und den Instinkt walten lassen.
Und dass der neue «Ski-König von Kitzbühel» auch in Zeiten des Erfolges die Mitmenschen nicht vergisst, beweist er auch im Tirol. Cuche spendet 20'000 Euro seiner Siegprämie für die Erdbeben-Opfer in Haiti.
Das Kompliment von Lindsey Vonn
Es war schon der vierte Sieg für den Neuenburger in Kitzbühel. Cuche gewann bereits eine Sprintabfahrt, eine Abfahrt auf verkürzter Strecke, am Freitag den Super-G und am Samstag jetzt auch die Original-Abfahrt von ganz oben. «Das macht mich unheimlich stolz», fuhr er fort.
Die Amerikanerin Lindsey Vonn fährt zurzeit bei den Frauen in einer anderen Liga. Sie dominierte in Cortina wie Cuche den Super-G und die Abfahrten. Es scheint, dass ein spezieller Ski eines ihrer Erfolgsgeheimnisse ist. Sie benutzte in der Abfahrt nämlich einen Männer-Ski. Vonn erklärte nach dem sechsten Sieg in Serie: «Ich gebe in jedem Rennen Vollgas und fahre aggressiv.» Sie sei auch körperlich topfit, weil sie im Sommer viel an ihrer Fitness gearbeitet habe. Dann zog die hübsche Amerikanerin einen Vergleich zu Didier Cuche. «Ich fahre nicht kopflos, sondern auch klug, ein bisschen wie Cuche», schmunzelte sie. Sie gebe zwar immer Vollgas, aber dort, wo ein dosiertes Risiko von Nöten sei, könne sie durchaus umschalten. «Deshalb mache ich keine oder fast keine Fehler», erklärt Vonn.
So wie Cuche, der offenbar ihr heimliches Vorbild ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.01.2010, 17:05 Uhr

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