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Cuche triumphiert in Garmisch

In der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen siegt der Schweizer Didier Cuche vor Erik Guay. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live.

1/5 Sicherte sich erneut den Sieg: Didier Cuche.
Bild: Reuters

   

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Nummer Fahrer Zeit
1. 20 Cuche 1:09.10
2. 13 Guay 1:09.37
3. 14 Reichelt 1:09.40
4. 1 Sporn 1:09.49
11 Innerhofer 1:09.49
6. 23 Paris 1:09.53
7. 15 Clarey 1:09.54
8. 17 Kröll 1:09.60
9. 12 Théaux 1:09.65
10. 8 Puchner 1:09.71
9 Küng 1:09.71
12. 3 Hudec 1:09.74
13. 6 Fill 1:09.83
14. 25 Gisin 1:09.85
15. 2 Fayed 1:09.87
37 Franz 1:09.87
17. 5 Janka 1:09.89
18. 10 Zurbriggen 1:09.99
19. 24 Jansrud 1:10.01
20. 22 Baumann 1:10.02
21. 36 Sander 1:10.14
22. 19 Défago 1:10.18
23. 18 Feuz 1:10.20
46 Thomsen 1:10.20
25. 49 Grünenfelder 1:10.26
50 Pridy 1:10.26
27. 34 Ganong 1:10.31
28. 33 Sullivan 1:10.32
29. 29 Streitberger 1:10.33
30. 7 Hoffmann 1:10.37
  • Zusammenfassung  

    Didier Cuche gewinnt auch die Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen – und revanchiert sich damit erfolgreich am Kanadier Erik Guay.

    Je näher sein Abschied aus dem Weltcup-Zirkus rückt, desto mehr läuft Cuche zur Hochform auf. Eine Woche nach seinem Triumph in Kitzbühel hat der 37-Jährige erneut auf einer verkürzten Strecke gewonnen. Wegen Nebels im oberen Teil entfielen auf der Kandahar-Piste rund 50 Fahrsekunden. Mit seinem 20. Weltcup-Sieg drehte Cuche den Spiess im Duell mit Guay um. Vor einem Jahr an der WM gleichenorts hatte sich der Kanadier den Titel vor Cuche gesichert.

    Cuche übernahm nach seinem dritten Abfahrts-Sieg in diesem Winter – er hatte schon den Saisonauftakt in Lake Louise (Ka) dominiert – auch die Führung in der Disziplinen-Wertung von Beat Feuz. Der Emmentaler verpasste eine Klassierung in den ersten 20 und gehörte damit zu den geschlagenen Schweizern. Ausser Cuche schaffte nur noch Patrick Küng eine Klassierung in den ersten zehn. Der Glarner, der sich in Garmisch-Partenkirchen vor knapp zwei Jahren als Dritter seinen ersten Podestplatz im Weltcup gesichert hatte, wurde Zehnter.

  •  

    Kandahar-Spezialist überzeugte

    Guay bestätigte mit seinem zweiten Platz einmal mehr seine Vorliebe für Garmisch-Partenkirchen. Hier war der Kanadier nicht nur Abfahrts-Weltmeister geworden, hier hatte er schon zwei seiner drei Weltcup-Siege errungen; im Februar 2007 entschied er die Abfahrt für sich, beim Saisonfinale im März 2010 den Super-G.

    Dritter wurde der Österreicher Hannes Reichelt, der zum dritten Mal in diesem Winter nach einer Weltcup-Abfahrt auf dem Podium stand. Reichelt, der sich mit der Erlangung des Privatpiloten-Brevets ein zweites Standbein aufzubauen begonnen hat, war in Lake Louise Dritter und in Wengen Zweiter geworden.

    Die Spannung in Garmisch-Partenkirchen hielt ungewöhnlich lange an. Verantwortlich dafür war Bode Miller. Der US-Amerikaner war am Vorabend zu spät zur Startnummernverlosung erschienen und war dafür von Renndirektor Günter Hujara reglementsgemäss mit der Rückversetzung in der Startliste auf Platz 46 bestraft worden. Miller, der die Nr. 16 getragen hätte, kam an die besten Zeiten allerdings nicht heran. Er musste sich mit Rang 35 begnügen. (si)

  • 55 Danilotschkin  

    Der Weissrusse Juri Danilotschkin beschliesst die Abfahrt von Garmisch. Mit 1:11.72 erreicht er den 49. Rang.

  • 50 Pridy  

    Der Kanadier Conrad Pridy tut es Grünenfelder gleich: Er fährt mit der exakt selben Zeit über die Ziellinie.

  • 49 Grünenfelder  

    Der letzte Schweizer sit auf der Piste. Grünenfelder verliert oben 3 Zehntel. Im Ziel kommt er mit 1,16 Sekunden Rückstand an und holt sich Weltcuppunkte als 25. Für Hoffmann bedeutet das nochmals zittern.

  • 48 Klotz  

    Auch Klotz verpasst die Weltcuppunkte. Der Italiener überquert die Ziellinie mit 1,46 Sekunden Rückstand.

  • 47 Biesemeyer  

    Dem US-Amerikaner unterläuft ein schlimmer Fehler. Bei Rennmitte hat er darum schon 9 Sekunden Rückstand. Biesemeyer klassiert sich als letzter ein.

  • 46 Thomsen  

    Der Kanadier überrascht mit einer guten Zeit. Er wird 23.

  • 16 Miller  

    Miller verliert im oberen Teil nur 33 Hundertstel. Aber im Mittelteil fehlt die Kontrolle: 6 Zehntel Rückstand. Danach bricht der US-Amerikaner förmlich ein und kommt nur als 31. ins Ziel.

  • 45 Perko  

    Der Slowene verpasst die Top 30 knapp.

  • 44 Poisson  

    Um wenige Hundertstel Sekunden besser macht es David Poisson. Aber auch er wird ohne Punkte nach Hause gehen.

  • 43 Zrncic-Dim  

    Der einzige Team-Kollege von Ivica Kostelic wird mit 1,89 Sekunden Rückstand 38.

  • 42 Markic  

    Der Slowene verpasst die Marke von 1:10.47 um fast 6 Zehntel.

  • 41 Romar  

    Der Finne verliert bei voller Fahrt den Ski und scheidet aus. Andreas Romar ist aber nichts passiert.

  • 40 Casse  

    Auch für Mattia Casse gibt's keine Punkte. Die Latte liegt momentan bei 1,37 Sekunden Rückstand.

  • 39 Maple  

    Dasselbe Schicksal erleidet Wiley Maple: Er wird 37.

  • 38 Järbyn  

    Patrik Järbyn wird keine Punkte erhalten: Platz 35.

  • 37 Franz  

    Das österreichische Talent kommt mit nur 77 Hundertstel Rückstand ins Ziel. Das reicht für Platz 15!

  • 36 Sander  

    Der Lokalmatador muss die deutsche Ehre retten. Sander kommt ins Ziel mit einer Sekunde Rückstand als 20. ins Ziel. Das wird wohl für Punkte reichen.

  • 35 Marsaglia  

    Der Italiener verliert oben bereits eine Sekunde. Im Ziel beträgt der Rückstand 1,64 Sekunden. Keine Punkte.

  • 34 Ganong  

    Der vierte und vorerst letzte US-Amerikaner bekommt die Schläge zu spüren. Ganong hängt seinen Landsmann Sullivan um 1 Hundertstel ab.

  • 33 Sullivan  

    Im Gleitstück kann Sullivan mit Cuche mithalten, nur 5 Hundertstel Rückstand. Im Mittelteil kommen aber 8 Zehntel dazu. Am Schluss reicht es für Platz 22.

  • 32 Weibrecht  

    Nr. 2 macht es nicht besser: Weibrecht wird nur 30.

  • 31 Fisher  

    Erik Fisher eröffnet den Reigen der US-Amerikaner und wird 25. mit 1,37 Sekunden Rückstand.

  • 30 Scheiber  

    Die besten Fahrer sind im Ziel. Auch Marco Scheiber verliert über eine Sekunde auf Didier Cuche.

  • 29 Streitberger  

    Streitberger driftet die Kurven zu stark an. Er klassiert sich als 22. ein.

  • 28 Bertrand  

    Nach dem Gleitstück liegt er 36 Hundertstel zurück. Der Rückstand summiert sich auf 1,48 Sekunden bis ins Ziel.

  • 27 Keppler  

    Stefan Keppler scheidet aus. In der Linkskurve verliert er die Kontrolle.

  • 26 Heel  

    Heel hat nichts mit der Entscheidung zu tun. Der Italiener verliert 1,37 Sekunden.

  • 25 Gisin  

    Gisin ist oben bei den Schnellsten dabei. Danach wächst der Rückstand des Hühnen aber an. Mit 0,75 Rückstand kommt Gisin ins Ziel.

  • 24 Jansrud  

    Den Norweger haut es fast aus der Bahn im oberen Teil. Der untere Teil fährt er ein bisschen besser, doch 0,92 Sekunden ist doch ein grosser Rückstand für Jansrud.

  • 23 Paris  

    Der Italiener Paris verliert oben 4 Zehntel. Diesen Rückstand verfolgt ihn bis ins Ziel. Das reicht für Rang 7.

  • 22 Baumann  

    Baumann verliert oben auf Cuche 2 Zehntel. Der Österreicher fängt sich im Mittelteil einen hohen Rückstand ein und kommt mit 0,92 Sekunden Rückstand ins Ziel.

  • 21 Svindal  

    Dem Norweger läufts überhaupt nicht. Platz 19 für Svindal.

  • 20 Cuche  

    Cuche nimmt Guay bis Rennmitte 6 Zehntel ab. Der Schweizer rettet 3 Zehntel bis ins Ziel.

  • 19 Défago  

    Der Schweizer wurde weit rausgetragen , kann zeitlich aber mithalten. Auch Défago verliert bis unten 8 Zehntel.

  • 18 Feuz  

    Der führende des Abfahrtsweltcup büsst im Gleitstück 3 Zehntel ein, macht diesen Rückstand aber im Mittelteil wett. Im Ziel ist der Rückstand aber wieder auf 8 Zehntel angewachsen.

  • 17 Kröll  

    Der Österreicher verliert oben 16 Hundertstel. Kröll verliert bis ins Ziel 0,23 Sekunden.

  • 16 Miller  

    Der US-Amerikaner wird wegen verspätetem Eintreffen erst als 46. starten dürfen.

  • 15 Clarey  

    Clarey fährt oben schneller als Guay. Der Franzose kommt als 5. ins Ziel mit 0,17 Sekunden Rückstand.

  • 14 Reichelt  

    Reichelt ist nahe an Guay dran, verliert am Schluss aber 3 Hundertstel.

  • 13 Guay  

    Der Kandahar-Spezialist geht oben im Führung. Im Mittelteil büsst er zwar ein, doch der Schlussteil ist perfekt. Die Führung für den Kanadier!

  • 12 Théaux  

    Der Franzose verliert im oberen Teil einiges an Zeit, holt aber unten auf und komm mit nur 16 hundertstel Rückstand ins Ziel: Rang 3.

  • 11 Innerhofer  

    Innerhofer legt einen Traumlauf hin. Am Schluss kommt er mit der gleichen Zeit wie Sporn ins Ziel!

  • 10 Zurbriggen  

    Zurbriggen kann nicht mithalten und klassiert sich als 8 ein.

  • 9 Küng  

    Küng büsst bis zum Eishang 2 Zehntel ein, kann den Rückstand aber aufholen. Patrick Küng kommt schliesslich mit der gleichen Zeit wie Puchner ins Ziel.

  • 8 Puchner  

    Im oberen Streckenteil ist der Österreicher schneller, verliert aber danach laufend an Zeit. 2 Zehntel fehlen im bis ins Ziel. Die letzte Kurve vor dem Ziel scheint die entscheidende Stelle zu sein.

  • 7 Hoffmann  

    Ambrosi Hoffmann verliert bis zur Rennmitte 4 Zehntel. Der Rückstand verdoppelt sich bis ins Ziel.

  • 6 Fill  

    Auch dem Italiener gelingt die Einfahrt ins Zielstück nicht optimal: 0,34 Sekunden Rückstand.

  • 5 Janka  

    Jank rutscht der Aussenski weg, keine optimale Fahrt. Doch im Mittelteil holt er auf. Es reicht aber nicht ganz: 4 Zehntel verliert er bis ins Ziel.

  • 4 Olsson  

    Der Schwede verliert bereits oben 4 Zehntel. Er verliert auf dieser kurzen Abfahrt 1,15 Sekunden.

  • 3 Hudec  

    Jan Hudec kann sich oben 1 Zehntel rausfahren. Doch auch der Kanadier kann unten nicht mit Sporn mithalten: 25 Hundertstel Rückstand.

  • 2 Fayed  

    Der Franzose liegt im oberen Teil 1 Zehntel zurück. Im technischen Teil holt er ein bisschen auf. In der Fischschneise ist er praktisch gleich schnell wie Sporn. Doch im unteren Teil büsst er 4 Zehntel ein.

  • 1 Sporn  

    Andrej Sporn eröffnet das Rennen. Die Strecke ist nicht nicht eisig und sehr griffig. Der Slowene kommt mit 1:09.49 ins Ziel.

  •  

    Bode Miller ist zu spät gekommen und muss deshalb mit der Nummer 46 starten.

  •  

    Das Rennen wird vom verkürzten Start ausgefahren wegen des dichten Nebels. Das heisst, die Strecke ist kürzer als ein normaler Super-G! Die Techniker dürften heute im Vorteil sein.

  • Vorschau  

    Im gestrigen Abschlusstraining zur Abfahrt in Garmisch konnte von den Schweizern nur Didier Cuche überzeugen. Der Romand wurde Dritter, 37 Hundertstel hinter Kanadas Weltmeister Erik Guay, dem Spezialisten schlechthin für Rennen in Garmisch.

    Für Didier Cuche verlief der letzte Test vor der sechstletzten Abfahrt seiner Karriere vielversprechend. Der 37-jährige Neuenburger fühlte sich bedeutend wohler als am Vortag. Die Piste präsentiert sich zwar weiterhin in sehr weichem Zustand, aber so gefährlich wie 24 Stunden zuvor war es nicht mehr. Am Donnerstag hatten die Fahrer über die vielen Löcher geklagt. Nun aber attestierte Cuche dem Veranstalter, reagiert zu haben: «Es wurde gute Arbeit geleistet.»

    Cuche fühlt sich wohl

    Es werden im Rennen von heute komplett andere Verhältnisse herrschen als noch vor einem Jahr an den Weltmeisterschaften. Damals kämpften sich die Athleten auf einer Eisbahn ins Ziel, diesmal wird es viel mehr Gefühl brauchen. «Ich fühle mich auch auf dieser Unterlage wohl», sagt Cuche, letzten Winter WM-Zweiter in Garmisch, selbstbewusst. Er schätzt es überdies, dass wieder auf der alten Kandahar gefahren wird. «Ich mag diese Piste lieber. Auf der WM-Strecke hat mir das Hin und Her vor dem 'freien Fall' nicht gefallen.»

    Cuche erinnert sich noch ganz genau an seinen bisher einzigen Abfahrtssieg in Garmisch, der vor acht Jahren auf der ursprünglichen Strecke zustande gekommen war: «Damals befanden wir uns in einer Krise, die vor allem durch die Rennanzüge bedingt war. Niemand hat uns damals unterstützt.» Ende Januar des besagten Winters 2004 feierte Cuche in Garmisch den ersten Schweizer Saisonsieg. Als Ski-Schnecken wurde das Team damals bezeichnet, ehe Cuche mit einem alten Anzug aus dem Vorjahr den Bann brach und aufzeigte, dass die Anzugs-Geschichte mehr war als eine Ausrede für schlechte Leistungen.

    Guay, der Topfavorit

    Im laufenden Winter spricht niemand mehr von Ski-Schnecken. Vier der fünf Abfahrten gingen mit Schweizer Siegen zu Ende. Im Garmischer Abschlusstraining war Cuche indes der einzige Schweizer, der sich vorne einreihen konnte. Patrick Küng als zweitbester Fahrer von Swiss-Ski kam auf Platz 15, der Rest klassierte sich auf Positionen jenseits von 20. Lauberhorn-Gewinner Beat Feuz landete abgeschlagen auf Platz 44. Aber solche Trainings-Auftritte ist man sich inzwischen ja gewohnt. Der Emmentaler jedenfalls lässt sich dadurch nicht irritieren: «Ein Top-Resultat liegt drin», gab sich Feuz überzeugt.

    Ein heisser Anwärter dürfte der Kanadier Erik Guay sein. Vor einem Jahr wurde er gleichenorts Abfahrts-Weltmeister, und auch wenn diesmal auf der alten Kandahar-Strecke gefahren wird, ändert das nichts an der Einschätzung, dass Guay zu den Top-Favoriten zu zählen sein wird. Neben seinem WM-Titel hat der Franko-Kanadier im Rahmen des Weltcups erst eine Abfahrt gewonnen; im Februar 2007 in ... Garmisch. Und dies auf der alten Strecke. Cuche belegte damals Platz 3. Dass Guay zudem den einen seiner zwei Super-G-Siege im Weltcup 2010 ebenfalls in Garmisch feierte, versteht sich fast von selbst. (Philipp Bärtsch, si)

Erstellt: 28.01.2012, 11:53 Uhr

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