Dario Cologna: «Eine Minute vermittelt keine Sicherheit»
3. Tour de Ski
Das restliche Programm. Nove Mesto (Tsch) Mittwoch, 31. Dezember. 3. Etappe: 12.30 Uhr Frauen 10 km (klassische Technik), 14.45 Uhr Männer 15 km (klassische Technik). - Donnerstag, 1. Januar, 4. Etappe: Sprint (freie Technik), 13.30 Uhr Männer und Frauen.
Val di Fiemme (It). Samstag, 3. Januar, 5. Etappe: 12.00 Uhr Frauen 20 km (klassische Technik, Massenstart), 15.30 Uhr Männer 20 km (klassische Technik, Massenstart). - Sonntag, 4. Januar, 6. Etappe: 13.00 Uhr Frauen 9 km (freie Technik, Handicapstart), 15.30 Uhr Männer 10 km (freie Technik, Handicapstart).
Axel Teichmann gewann zwar den Prolog, fiel aber im Sprint in Prag zurück. In der tschechischen Hauptstadt siegte Tor Arne Hetland. Der Norweger hatte jedoch im Prolog zu viel Zeit eingebüsst. Der im Gesamtklassement an 2. Stelle liegende Wassili Rotschew (Russ) kennt Höhen und Tiefen. Jean-Marc Gaillard (Fr) und Sami Jauhojärvi (Fi) sind international unbeschriebene Blätter. Doch es gab eine Konstante in diesem Zirkus der reisenden Langläufer: Dario Cologna (22), der stets mit Spitzenergebnissen aufwartete.
Verwundert nahm die internationale Medienschar zur Kenntnis, dass die Schweiz im Langlauf wieder hoffähig geworden ist. Der 2. Platz des Südbündners in La Clusaz (Fr) wie auch die temporäre Weltcupführung nach Davos blieben weitgehend unbemerkt. Aber der dreifache U23-Weltmeister zieht als Leader der Tour de Ski das Interesse aller auf sich.
Dario Cogona, wie gehen Sie mit dem Rummel um, der um Sie entstanden ist?
Ich habe nicht alles mitgekriegt, und das ist vielleicht ganz gut so. Am ersten Ruhetag kamen die ARD und das norwegische Fernsehen. Auch TV Sverige wollte über mich berichten. Ich geniesse Publizität über die Landesgrenzen hinaus. Solange es mir gut läuft, gehört dies dazu. Doch ich bleibe vorsichtig. Ich kann nicht allen Wünschen gerecht werden. Die Tour de Ski hat Vorrang.
Was hat Sie in diesem ersten Teil der Tour de Ski am meisten beeindruckt?
In Oberhof waren sowohl die Kulisse wie auch die Ambiance sehr schön. Insbesondere während der 1. Etappe hatte es entlang der Strecke sehr viele Zuschauer, welche die Athleten lautstark anfeuerten. Das vermittelte ein gutes Gefühl. Dass es im Zielbereich ruhiger wurde, als Teichmann hinter mir einlief, konnte mir nur recht sein!
Wie stark macht sich die Müdigkeit bemerkbar?
Man merkt sie in den Rennen, aber ich empfinde es nicht als tragisch. Ich bin gesund und erhole mich gut. Letztes Jahr war ich gesundheitlich angeschlagen. Da haben mir die Wettkämpfe und die Reisen mehr zugesetzt. Am Ruhetag (gestern Dienstag, die Red.) sind wir am Morgen joggen gegangen. Am Nachmittag ging es locker zum Langlauf.
Vor welchen Gegnern haben sie vor dem zweiten Teil der Tour de Ski am meisten Respekt?
Vor all jenen, die nicht mindestens eine Minute Rückstand aufweisen... Die knappen Abstände nach den ersten drei Teilstücken vermitteln noch keine Sicherheit. Vor allem die Rennen in der klassischen Technik sind von grosser Bedeutung, weil sich dort die grossen Abstände ergeben.
Am Sonntag wird die Tour de Ski mit der Steigung hinauf zur Alpe Cermis abgeschlossen. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Ankunft?
Es ist recht steil, aber ich bin letztes Jahr gut hinaufgekommen. Die Zeitunterschiede werden dort nicht so gross ausfallen. Und die Schmerzen werden für alle Athleten gleich gross sein. Ob bei einem solchen Schlussteil von Langlauf gesprochen werden kann? Es ist halt wie ein Berglauf, und den hat man mit Langlaufski an den Füssen nicht alle Tage.
(si)
Erstellt: 30.12.2008, 15:05 Uhr





