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Der «andere Albrecht» wagt sich wieder auf die Streif

Vor zwei Jahren stürzte Scott Macartney in Kitzbühel schwer. Wie Daniel Albrecht lag er danach im künstlichen Koma. Jetzt stürzt er sich erneut auf die schwierigste Strecke der Welt.

Brutaler Sturz: 2008 kam Scott Macartney nach einem Fahrfehler beim Zielsprung in Kitzbühel zu Fall.

Brutaler Sturz: 2008 kam Scott Macartney nach einem Fahrfehler beim Zielsprung in Kitzbühel zu Fall.
Bild: Keystone

Harter Aufprall: Scott Macartney verlor bei seinem Sturz den Helm.

Harter Aufprall: Scott Macartney verlor bei seinem Sturz den Helm. (Bild: Keystone)

Wieder fit: Wie durch ein Wunder kam Macartney ohne Knochenverletzungen davon.

Wieder fit: Wie durch ein Wunder kam Macartney ohne Knochenverletzungen davon. (Bild: Keystone)

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Die Bilder von Scott Macartneys Sturz liessen den Zuschauern das Blut in den Adern gefrieren. Gemacht wurden sie am 19. Februar 2008, in Kitzbühel. Der Amerikaner war beim Zielsprung auf der Streif bei einem Tempo von über 140 km/h gestürzt und mehrfach mit dem Kopf auf der steinnharten Piste aufgeprallt – wie Daniel Albrecht ein Jahr später. Inzwischen ist die gefährliche Stelle entschärft worden.

Zu spät für Macarntey. Er erlitt durch seinen Sturz ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und wurde danach in der Universitätsklinik Innsbruck ins künstliche Koma versetzt. Er überstand den Unfall jedoch wie ein Wunder ohne Knochenbrüche und konnte nach vier Tagen bereits in die USA zurückkehren.

«Yea ha!» - Macartney kehrt auf die Streif zurück

Zwei Jahre später wagt sich der 32-jährige Amerikaner wieder auf die anspruchvollste und gefährlichste Piste der Welt. Eigentlich wäre er schon ein Jahr früher so weit gewesen, doch in Wengen war er 2009 erneut gestürzt und zog sich eine Knieverletzung zu.

Ganz seinem kämpferischen Naturell entsprechend schrieb er davor auf seiner «Twitter»-Seite: «Zurück in Kitzbühel, um es wieder anzupacken - zurück aufs Pferd - all das. Sicher gibt es eine Medien-Zirkus in voller Stärke... Yea ha!»

Nach seiner ersten Trainingsfahrt auf der Streif, bei der er 3.65 Sekunden auf den Schnellsten Didier Cuche einbüsste, sagte der 32-Jährige: «Ich war super nervös. Ich kehrt auf die Strecke zurück und stürzte beinahe beim Warm-up. Es war sicher kein grossartiger Lauf, aber ich bin einfach nur froh, dass ich unten bin.»

Er nahms ziemlich locker

«An einigen Stellen habe ich es ziemlich locker genommen», gab Macartney weiter zu. Am Samstag bei der Hahnenkamm-Abfahrt kann sich der Amerikaner, der heute beim Super-G ausschied, keinen Sicherheitslauf mehr leisten, wenn er sich noch für die Olympischen Spiele in Vancouver qualifizieren will. «Ich muss muss wohl unter die ersten zehn kommen.» Einfach wird das nicht werden. Denn auch im zweiten Training büsste Macartney beinahe vier Sekunden auf die Bestzeit ein und landete auf Platz 47.

Sein schwerer Sturz in Kitzbühel machte dem Routinier, der 2007 in Val Gardena als Dritter sein bestes Abfahrt-Resultat erreichte, schwer zu schaffen. Ohne auf die Streif zurückzukehren, hätte er den Unfall nie verarbeiten können, sagt er.

«Mit Daniel Albrecht mitfühlen»

«Ich konnte definitiv mit Daniel Albrecht mitfühlen», sagte er der «Canadian Press». «Es war natürlich schwierig für mich, seinen Sturz im letzten Jahr anzusehen. Ich kam viel besser davon als er. Er hatte viel mehr Probleme und war länger im Spital.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.01.2010, 17:33 Uhr

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