Die Baustellen nach dem erfolgreichsten Winter
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 15.03.2010
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Die Schweiz kann auf den wohl erfolgreichsten Ski-Winter zurückblicken. Doch Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann warnt gleichzeitig auch vor «drei konkreten Grossbaustellen». Vor allem die Skifahrerinnen sind ein Sorgenkind. «Es kann doch nicht sein, dass im Slalom bei den Frauen nicht einmal 100 Weltcup-Punkte holen. Da stimmt einfach etwas nicht», erklärte Lehmann im Interview mit der nationalen Nachrichtenagentur «Sportinformation». Als weitere Baustellen sieht der Abfahrtsweltmeister von 1993 die Langläuferinnen und die Nordische Kombination.
Die besten Aussichten – auch bereits mit Blick auf die Olympischen Spiele in vier Jahren – hat das Skiteam um Carlo Janka. Mit Europacup-Sieger Christian Spescha steht das nächste Talent bereit. Doch der Cheftrainer der Schweizer Fahrer möchte pro Jahr 200'000 Franken mehr, um in Sotschi die Erfolge von Vancouver (Gold für Janka und Défago sowie Bronze für Zurbriggen) zu übertreffen. «Da sind wir in einem Bereich, wo Verbesserungen nicht eine Frage der Mittel sind, sondern von deren effizientem Einsatz abhängen», so Lehmann.
«Cologna-Effekt in zwei, drei Jahren»
Neben den aussergewöhnlichen Talenten wie Ammann, Janka oder Cologna sieht Lehmann «einen sehr guten Betreuerstab, der mittlerweile als verschworenes Team funktioniert», als Erfolgsfaktor. Auch habe Swiss-Ski «die Hausaufgaben im strategischen und administrativen Bereich» gemacht. «Wir sind ein Verband auf sehr hohem Level», ist Lehmann überzeugt. «Dann kommt auch ein Quäntchen Glück dazu.»
Schwierig könnte die Situation im Skispringen werden. «Wir arbeiten daran, die nächste Generation für Sotschi 2014 heranzuführen», erklärt Lehmann. Doch derzeit bildet Ammann mit Andreas Küttel die einsame Spitze. Der Nachwuchs ist von der Elite noch weit weg. Besser ist die Lage im Langlauf. Hinter Cologna stehen mit Curdin Perl, Toni Livers und Remo Fischer drei Athleten im Vorzimmer der Weltspitze. «Für das alljährliche Jugend-Langlauflager gab es so viele Anmeldungen wie noch nie», verriet Lehmann.
Allerdings verliert die Schweiz mit Fredrik Aukland einen wichtigen Baustein des Langlauf-Erfolgs und «einen der weltbesten Trainer» (Lehmann). Der Norweger und Swiss-Ski fanden keine Einigung. Mit Cologna wird Aukland aber weiterhin zusammenarbeiten. «Bis wir dank dem Cologna-Effekt durchstarten können, geht es noch zwei, drei Jahre», so Lehmann. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.03.2010, 17:30 Uhr

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