Ein neues Gesicht in der Berner Kälte
Eiskunstlauf-EM, Bern
Paare. Schlussklassement:
1. (2. in der Kür) Aliona Savchenko/Robin Szolkowy (De) 206,20.
2. (1.) Yuko Kavaguti/Alexander Smirnow (Russ) 203,61.
3. (3.) Vera Basarowa/Juri Larionow (Russ) 188,24.
4. (4.) Katarina Gerboldt/Alexander Enbert (Russ) 169,95. 5. (5.) Stefania Berton/Ondrej Hotarek (It) 164,83. 6. (6.) Maylin Hausch/Daniel Wende (De) 149,97. 7. (7.) Klara Kadlecova/Petr Bidar (Tsch) 139,94. 8. (9.) Stacey Kemp/David King (Gb) 128,04.
Männer. Kurzprogramm: 1. Florent Amodio (Fr) 78,11. 2. Michal Brezina (Tsch) 76,13. 3. Artur Gatschinski (Russ) 73,76. 4. Kevin van der Perren (Be) 73,61. 5. Tomas Verner (Tsch) 72,91. 6. Samuel Contesti (It) 72,78. 7. Brian Joubert (Fr) 70,44. 8. Kristoffer Berntsson (Sd) 66,62. 9. Peter Liebers (De) 64,53. 10. Alban Preaubert (Fr) 63,77. 16. Laurent Alvarez (Sz) 56,64. 24. Stephane Walker (Sz) 49,74. 26. Moris Pfeifhofer (Sz) 46,93. - Die ersten 24 für die Kür vom Samstagabend qualifiziert
Artikel zum Thema
- Alvarez und Walker weiter
- Elsener/Roost in Kür dabei - Péchalat/Bourzat in Führung
- Lambiel bestreitet das Schaulaufen in Bern
Stichworte
Sie harrten aus. Bis zuletzt. Bis am späten Abend mit dem deutschen Paar Aliona Sawtschenko und Robin Szolkowy die ersten Goldgewinner der «Wolldecken-EM» in Bern feststanden. Gegen 5000 Zuschauer, bewehrt mit den rauen Teilen aus Armeebeständen, mit Mützen, Halstüchern und Handschuhen, trotzten der Kälte in der PostfinanceArena. Und sie kreierten für die Sieger, die kommende Woche auch in Zürich bei Art on Ice sein werden, eine würdige Atmosphäre. Nur Zyniker finden, dass die Wettkämpfe in der frostigen Umgebung auch Win-win-Situationen provozieren. Dann nämlich, wenn das Publikum auch bei bescheidener Darbietung zu Applaus ansetzt, einfach um zu ein wenig Bewegung und Wärme zu kommen.
Ottavio Cinquanta, der Präsident der Internationalen Eislauf-Union, versicherte, dass sie der Hallenwahl künftig mehr Beachtung schenken würden. «Wir kaufen jetzt keinen Champagner und feiern diese Temperaturen hier», sagte er. Gerüchte, dass zugunsten von Bern eigens der Passus in den Regularien geändert worden sei, der besagt, dass eine Halle beheizbar sein muss, liessen sich nicht erhärten.
Meier in der letzten Gruppe
Cinquanta versuchte, das Hauptthema Kälte mit der Neuigkeit «Team-Event» zu verscheuchen. Erstmals soll ein solcher an den Olympischen Spielen 2014 stattfinden. Zugelassen sind die zehn stärksten Nationen, und vergeben werden soll zusätzlich zu den vier bisherigen Medaillensätzen (Frauen, Männer, Paare, Eistanz) ein fünfter. Nach einem (weiteren) Test-Event im April soll das IOK über die Aufnahme entscheiden.
Kurzfristigere Ziele hatten am Nachmittag die Männer im Kurzprogramm. Die Formel war «von 28 auf 24 Läufer» – und zwei von drei Schweizern schafften diesen Cut. Der Genfer Laurent Alvarez, der mit dem einstigen Lambiel-Trainer Peter Grütter arbeitet, glänzte mit einem für ihn sehr guten Kurzprogramm, Rang 16 und einer um 10 Punkte verbesserten persönlichen Bestleistung. Der 20-Jährige sagte danach jedoch kritisch, sowohl technisch wie künstlerisch habe er nach oben noch Luft. Stéphane Walker qualifizierte sich als 24. und Letzter für die Kür von morgen; Moris Pfeifhofer (26.) schied aus. Grosses Glück hatte Sarah Meier in den gleichen Minuten bei der Auslosung für ihren ersten Wettkampfteil von heute Nachmittag. Sie kann als Zweite der letzten Fünfergruppe antreten, «dieser Startplatz ist ideal, weil ich unter den Besten bin und nach dem Aufwärmen noch einmal kurz meine Schuhe neu binden kann», sagte sie zufrieden.
Podestpotenzial ist vorhanden
Einen weiteren Rückschlag nach Olympia (16.) erlebte Favorit Brian Joubert (Fr) mit 70,44 Punkten und Rang 7 vor der Kür. Seine einstige Stärke, die Sprünge, scheinen ihm immer mehr Mühe zu bereiten. Sowohl bei einer Vierfach-/Zweifach-Kombination und dem DreifachAxel musste er Abzüge hinnehmen, den Dreifach-Lutz stand er nicht. Und im Gegensatz zu seinem führenden Landsmann Florent Amodio (78,11 Punkte) erreichte er bei keiner Pirouette den höchsten Level. Die Aufholjagd wird schwierig – zumal knapp hinter Amodio mit Brezina (Tsch, 2.), Gatschinski (Rus, 3.) und Van der Perren (Bel, 4.) Leute liegen, die ebenfalls Podestpotenzial haben. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 28.01.2011, 07:33 Uhr

Sportbilder