«Es gibt in Wengen kaum mehr einen Unterschied zum Super-G»
Von Stephan Roth. Aktualisiert am 15.01.2010 15 Kommentare
Umstrittene Piste: Silvan Zurbriggen, hier beim Start zum Training auf der Lauberhornabfahrt, verteidigt die Strecke. (Bild: Keystone)
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Es ist schon paradox. Jedes Mal, wenn ein Skifahrer schwer stürzt, brandet die grosse Sicherheitsdiskussion auf. Doch sobald die klassischen Strecken entschärft werden, gehen die Stars von früher auf die Barrikaden.
In Wengen wurde vor einem Jahr das Ziel-S und der Zielsprung, der früher manchen Fahrer mit übersäuerten Beinen überfordert und zu schweren Stürzen geführt hatte, entschärft. Schon damals sorgte das für Diskussionen.
«Es gibt kaum mehr einen Unterschied zum Super-G», sagte nun Marc Girardelli, der 1989 gleich zweimal die Lauberhornabfahrt gewonnen hatte. «Damit macht man den Skisport nicht sicherer, nur uninteressanter», so der Vorarlberger, der seine Triumphe für Luxemburg gefeiert hatte, gegenüber Heute.at. «Heute gehst du am Start in die Hocke und stehst im Ziel wieder auf.»
Kernen: «Der Strecke das Herzstück rausgerissen»
Der 46-Jährige, der fünfmal den Gesamtweltcup gewonnen und vier Weltmeistertitel gefeiert hatte, hat einen anderen Vorschlag: Die Strecken sollen wieder mit mehr Buckeln und Wellen ausgestattet werden, damit die Läufer zum Bremsen gezwungen werden. «So wie in Kitzbühel. Das ist die letzte Strecke im Weltcup, die noch nicht ihren Charakter verloren hat.» Girardelli ist sich auch bewusst, dass die Fahrer mit den heutigen Carver-Skis schneller durch die Kurven kommen. «Zu überlegen ist, ob man die Carver nicht weniger tailliert. So wie es jetzt ist, fahren die Läufer die Kurven so schnell wie geradeaus.»
Auch der Schweizer Bruno Kernen (37), der Lauberhorn-Sieger von 2003, hatte am Montag in der «Sportlounge» auf SF die Entschärfung der Piste in Wengen kritisiert. «Damit hat man der Strecke das Herzstück rausgerissen. Wenn immer überall alles entschärft wird, verliert die Abfahrt ihren Charakter», sagte der Abfahrtsweltmeister von 1997.
Zurbriggen: «Das ist absoluter Blödsinn»
Mit seiner Aussage verärgerte Kernen seine noch aktiven ehemaligen Teamkollegen. «Was Kernen da von sich gegeben hat, ist absoluter Blödsinn», sagte Silvan Zurbriggen gegenüber Radio DRS: «Ich hätte erwartet, dass Bruno sich für seine früheren Teamkollegen einsetzt. Leider hat er das Ganze so verkauft, als müssten wir jetzt weniger leisten wie zu seiner Zeit.»
Didier Cuche, der am Samstag erneut zu den Favoriten in Wengen gehört, sagte: «In dieser Sendung wurde viel Quatsch gesprochen. Wir fahren immer schneller. Die Entschärfung des Ziel-S gibt mehr Spielraum bei allfälligen Stürzen.» Dann polterte der Schweizer Sportler des Jahres 2009 an der Medienkonferenz in Wengen: «Wenn mich jemals einer so hört reden, dann dürft ihr mir sagen, was ich für ein A... bin. Das dürft ihr mir ins Gesicht sagen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.01.2010, 14:45 Uhr
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15 Kommentare
auch in der Formel 1 werden die Pisten sicherer und nehmen auf die neuen Techniken/Geschwindigkeiten Rücksicht. Die zurückgetretenen Fahrer, wie Berger, Keke Rosberg etc. stehen auch für Sicherheit ein. Auch im Wissen, dass die Kräfte heute viel stärker sind. Aber ein Bruno Kernen oder Girardelli weiss natürlich alles besser. Schade eigentlich Antworten

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