Wenn die «Rennsau» Cuche wieder zuschlägt
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 28.11.2011 7 Kommentare
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Sieger in der Abfahrt, Zweiter hinter dem Norweger Aksel Svindal im Super-G – in den kanadischen Rocky Mountains gelang Didier Cuche ein nahezu perfekter Start in die Speed-Saison. Dass der Neuenburger gut Ski fährt, ist allgemein bekannt. Dass er aber zu Beginn dieser Saison in diesem Masse auftrumpft, ist dennoch überraschend. Immerhin ist der Schweizer nach dem 42-jährigen Schweden Patrick Järbin mit 37 Jahren der zweitälteste Fahrer im alpinen Skizirkus.
Cuche ist der lebende Beweis, dass man im heutigen Spitzensport mit fortgeschrittenen Jahren kein Oldtimer sein muss. Die Konkurrenz, vor allem aus Österreich, klatscht und staunt zugleich. «Alt, aber gut», titelt das österreichische Onlineportal news.at und führt einfach, aber korrekt aus: «Der 37-jährige Schweizer wird nicht langsamer.» Auch der «Kurier» schwärmt: «Rennsau Cuche schlägt wieder zu». Der Ausdruck «Rennsau» stammt allerdings nicht aus der Feder des Journalisten, sondern aus einem Zitat von ÖSV-Fahrer Klaus Kröll, der ergänzt: «Das ist schon enorm beeindruckend». Der talentierte Joachim Puchner fasst zusammen: «Mir fehlen die Worte.» Und Österreichs Verbandschef Peter Schröcksnadel lobt: «Cuche ist ein Ausnahmebursche und es freut mich, dass er weitergefahren ist.»
Schröcksnadel geht sogar einen Schritt weiter und erklärt, dass Typen wie Cuche enorm wichtig für den Skisport seien. «Der Sport lebt nicht davon, dass immer ein anderer gewinnt. Er lebt meiner Meinung nach hauptsächlich davon, dass es Helden gibt, die besondere Leistungen bringen und die es zu schlagen gilt. Cuche ist so ein Held wie einst Hermann Maier oder Stephan Eberharter.» Das sei das Salz, das man im Sport brauche. «Und ich hoffe, dass wir selbst auch bald wieder so einen haben.»
Auf den Spuren von Franz Klammer
Cuche selbst freut sich über seinen «Superstart» und die Tatsache, dass «das harte und nicht immer schöne Sommertraining aufgeht.» Zumindest im Abfahts-Weltcup gilt der Schweizer wieder als Favorit. Mit einem fünften Erfolg in dieser Disziplinenwertung würde er mit dem legendären Kärntner Rekordhalter Franz Klammer gleichziehen. Cuche, auch in Zeiten des Triumphes ein grosser und bescheidener Sportsmann, mag solche Vergleiche noch nicht hören. «Es ist noch ein grosser Schritt bis dahin. Es gibt noch elf Rennen.» Cuche will sich auch noch nicht über den Zeitpunkt eines Rücktritts festlegen. Wenn er den Gesamtweltcup, sprich die grosse Kugel, gewinnen würde, dann käme der Abschied in die Rente in Frage. «Dann sage ich tschüss», meint er schmunzelnd.
Bei aller Bewunderung der Konkurrenten für die Leistungen von Cuche, haben gerade die österreichischen Skifahrer etwas dagegen, dass ihnen ein Senior aus der Schweiz davonfährt. Kröll macht nach dem ersten Wochenende in Nordamerika schon einmal eine Kampfansage: «Wir werden schon schauen, dass wir das umdrehen.» Oder, wie es Teamkollege Hannes Reichelt formuliert: «Der Schweizer Käse muss heuer noch einen Haufen Löcher kriegen.»
Aus solchen Worten ist zu folgern: Die Ski-Saison ist lanciert. Merci, Monsieur Cuche. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.11.2011, 15:29 Uhr
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7 Kommentare
Ich finde es so toll, dass sie nicht nur diese Website mit Fussball und Eishokey füllen, so dass all der Poltitmist in den Hintergrund tritt, sondern mehr und mehr auch das wirkliche Volk sprechen lassen. Rennsau ist doch richtig toll. Klingt zwar ähnlich, meint aber etwas ganz anderes als "Journis..." oder so. Wie gesagt, ist einfach suuuuper. Antworten
Dass ein ehrlicher und authentischer „Rock'n Roller“ auf Skis die Landesgrenzen zum Schmelzen bringt ist doch sehr beeindruckend. Die Sympathie welche Didier Cuche aus unserem Nachbarland entgegenschlägt beweist, dass die Austrianer eben doch etwas vom Skirennsport verstehen. Fährt da einer wie Hermann Maier - lassen die Österreicher glatt die rotweiss gestreifte Brille fallen. 1:0 für Austria! Antworten

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