«Zum Glück lässt er es im nächsten Jahr bleiben»
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 21.01.2012
Der Stand im Weltcup
Männer. Gesamt (nach 20 von 44 Rennen): 1. Marcel Hirscher (Ö) 725. 2. Ivica Kostelic (Kro) 695. 3. Beat Feuz (Sz) 585. 4. Aksel Lund Svindal (No) 508. 5. Ted Ligety (USA) 493. 6. Bode Miller (USA) 450. 7. Didier Cuche (Sz) 443. 8. Hannes Reichelt (Ö) 439. 9. Klaus Kröll (Ö) 343. 10. Alexis Pinturault (Fr) 341. Ferner: 19. Didier Défago (Sz) 209. 24. Carlo Janka (Sz) 194. 27. Patrick Küng (Sz) 171. 36. Sandro Viletta (Sz) 132. 52. Silvan Zurbriggen (Sz) 85. 58. Marc Gisin (Sz) 61. 64. Ambrosi Hoffmann (Sz) 53. 68. Reto Schmidiger (Sz) 49. 78. Markus Vogel (Sz) 38. 98. Tobias Grünenfelder (Sz) 18. 101. Marc Berthod (Sz) 17. 120. Vitus Lüönd (Sz) 4.
Abfahrt (nach 5 von 11 Rennen): 1. Beat Feuz (Sz) 300. 2. Didier Cuche (Sz) 277. 3. Klaus Kröll (Ö) 265. 4. Bode Miller (USA) 221. 5. Hannes Reichelt (Ö) 205. 6. Johan Clarey (Fr) 184. Ferner: 9. Didier Défago (Sz) 133. 10. Patrick Küng (Sz) 129. 21. Marc Gisin (Sz) 61. 22. Silvan Zurbriggen (Sz) 61. 24. Carlo Janka (Sz) 53. 26. Ambrosi Hoffmann (Sz) 47. 43. Vitus Lüönd (Sz) 4.
Rekordsieger der WC-Abfahrt in Kitzbühel (seit 1967):
5 Siege: Didier Cuche/Sz (1998, 2008, 2010, 2011, 2012)
4 Siege: Franz Klammer/Ö (1975, 1976, 1977, 1984)
3 Siege: Karl Schranz/Ö (1969, 1972, 1972), Pirmin Zurbriggen/Sz (1985, 1985, 1987), Franz Heinzer/Sz (1991, 1992, 1992), Luc Alphand/Fr (1995, 1995, 1997).
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Didier Cuche winkte lange Zeit ab. «Erst wenn der letzte Fahrer ins Ziel gekommen ist, ist das Rennen zu Ende», erklärte er dem Reporter vom Schweizer Fernsehen, als noch rund 25 Fahrer oben am Starthäuschen warteten. Doch wenig später gab es keine Zweifel mehr über den Ausgang der verkürzten Weltcup-Prüfung mehr. Der Neuenburger, der am Donnerstag seinen Rücktritt per Saisonende erklärt hatte, setzte sich auch im verkürzten Rennen auf der Streif durch und gewann den Abfahrts-Klassiker in Kitzbühel zum fünfte Male. Das hat noch keiner vor ihm geschafft. «Es ist schon besonders, weil es mein letztes Rennen hier gewesen ist. Vor dem Start habe ich mir aber gesagt: Es ist das letzte Mal, also gib ihm.» Das gelang dem Romand besonders im unteren Teil, wo er der Konkurrenz einmal mehr davon fuhr. «Obwohl ein grosser Druck auf mir lastete, versuchte ich, locker zu bleiben.»
Das ist ihm fürwahr gelungen. Und umso glücklicher war Cuche nach dem erneuten Triumph bei heftigem Schneefall und ohne Schlüsselstellen wie Mausefalle oder Steilhang-Ausfahrt. Er fand im Zielraum schnell zu seinem speziellen und trockenen Humor: «Es gibt kein schöneres Wochenende. Jetzt fehlt mir nur die Kombination und der Slalom. Aber diese Skis stehen bei mir schon im Keller.»
Das Kompliment von Klammer
Die Streif bleibt also fest in Schweizer Hand: Viermal Cuche sowie Didier Défago 2009 standen in den letzten Jahren jeweils ganz oben auf dem Podest. Die Österreicher warten seit dem Jahr 2006 auf einen Abfahrtssieg im Tiroler Ski-Mekka. «Er ist im unteren Teil wieder sensationell gefahren. Didier ist hineingetaucht und hat als einziger die Linie perfekt erwischt», lobte der ehemalige Olympiasieger Franz Klammer den Champion gegenüber orf.at. Klammer, bis gestern wie Cuche vierfacher Abfahrtssieger auf der Streif, zeigte sich als grosser Sportsmann. «Ich kann gut damit leben, dass ich den Rekord an ihn verloren habe.» Wer Cuche als König von Kitz bezeichnet, wird vom österreichen Alt-Meister belehrt. «Didier ist der Kaiser von Kitzbühel», erklärte Klammer, der unmittelbar nach Cuches Zieleinfahrt herzlich applaudierte.
Auch die an diesem Tag stark fahrenden ÖSV-Athleten sparten nicht mit Komplimenten an die Adresse des grossartigen Siegers. «Das ist wirklich sensationell, was Didier in Kitzbühel wieder gezeigt hat. Er dürfte unten ganz gewaltig gefahren sein», sagte der Dritte Klaus Kröll. «Zum Glück ist er im nächsten Jahr nicht mehr da.» Krölls Teamkollege Romed Baumann, der mit einem Rückstand von 0,24 Sekunden Zweiter wurde, meinte schmunzelnd: «Zum Glück lässt er es im nächsten Jahr bleiben.» Baumann, ganz in der Nähe von Kitzbühel aufgewachsen, war seinerseits überglücklich über seine Leistung in seiner engeren Heimat. «Das ist ein sensationelles Resultat, mein bisher grösster sportlicher Erfolg.»
Grosser Einsatz der Helfer
Ein spezielles Lob muss man den Organisatoren und den vielen Helfern machen, die mit grossem Einsatz bei Tag und Nacht dafür sorgten, dass die Abfahrt trotz schwierigen äusserlichen Bedingungen durchgeführt werden konnte. Dass die Strecke durch die Jury verkürzt worden war, war vernünftig – und für Cuche letztlich kein Handicap. Der Neuenburger hat bewiesen, dass er der König von Kitzbühel ist, egal, wo auch gestartet wird.
Pardon: der Kaiser von Kitzbühel natürlich.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.01.2012, 15:19 Uhr

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