Jedes Tor ein grosser Kampf
Von Christian Andiel, Val-d'Isère. Aktualisiert am 13.02.2009 1 Kommentar
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Setzt man realistische Massstäbe an, so hat die Schweiz heute im Riesenslalom der Männer die letzte grosse Chance auf eine weitere WM-Medaille (oder mehr) in Val-d'Isère. Das Team hat vier Kandidaten für einen Podestplatz: Didier Cuche, Carlo Janka und Marc Berthod konnten in dieser Disziplin im Weltcup bereits gewinnen, Didier Défago stand ebenfalls schon einmal auf dem Podest, Cuche wurde 2007 in Åre hinter Aksel Svindal und Daniel Albrecht WM-Dritter. Die Stärke der Schweizer ist auch der Konkurrenz nicht entgangen, der Österreicher Hannes Reichelt antwortete auf die Frage nach den grössten Favoriten: «Janka und Cuche.»
Cuche lächelt ob dieser Aussage. «Der Hannes will wahrscheinlich nur noch mehr Erwartungsdruck auf unsere Schultern laden», sagt der Super-G-Weltmeister und Abfahrtszweite. «Aber das wird ihm nicht gelingen, der Druck ist sowieso schon gross.» Er scheint die Fahrer aber nicht zu erdrücken. Gelassen stand das Quartett gestern im Schweizer Teamhotel und wartete auf den Spaziergang zur öffentlichen Startnummernauslosung. Marc Berthod hatte vor seinem WM-Einstand nach langer Verletzungspause Besuch von Vater Martin aus St. Moritz, Cuche gab bereitwillig Autogramme an Kinder, Défago erzählte, wie ihn Frau und Töchterchen daheim pflegten und ihm halfen, seine Grippe restlos zu überwinden, und Janka war stoisch wie immer.
Cuches Geheimnis, Jankas Sieg
Sie haben die vergangenen Tage in Veysonnaz trainiert. «Es ging vor allem darum, die richtige Wahl bei Ski und Schuhen zu treffen», sagt Cuche. Sie fühlten sich sehr schnell wieder wohl auf den engeren Radien nach den Speedrennen. Und sie experimentierten wegen des steilen, sehr eng gesteckten Kurses mit kürzeren Ski. Défago kehrte aber zum gewohnten Material zurück: «Die speziell für die Face de Bellevarde gefertigten Ski konnten bei Neuschnee nicht genügend getestet werden.» Auch Berthod und Janka nehmen statt den 1,88-m-Kurzski wieder die 1,91-m-Latten und Cuche? «Ich habe meine Wahl getroffen, aber ich verrate sie nicht», sagte er lächelnd.
Cuche, dem es in dieser Saison vor der WM im Riesenslalom am besten gelaufen war, genoss es, für zwei Tage von Val-dIsère Abstand zu gewinnen. «Zwischen Abfahrt und Riesenslalom lag eine lange Zeitspanne», sagt er, da tue ein wenig Abwechslung ganz gut. Der Neuenburger könnte mit der dritten Medaille zur grossen Figur dieser WM werden, doch dieser Gedanke interessiert ihn nicht: «Natürlich kann ich lockerer an den Start gehen, aber auf dieser Piste ist jedes Tor ein Kampf, und da helfen dir zwei Medaillen nicht.»
Aber sie schaden auch nicht, so wenig wie die Erinnerungen von Janka an den vergangenen Dezember. Da gewann er den Riesenslalom bei der Hauptprobe. Allerdings hat der Neuschnee die Piste stark verändert, der Schnee ist nun viel aggressiver. Muss man sich über diese Veränderungen Gedanken machen? «Wozu?», fragt Janka, «ich kann es ja nicht ändern.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 13.02.2009, 07:33 Uhr
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1 Kommentar
Hat es jemand gewusst, die Zeitung mit dem grossen "B"? , ich weiss es nicht, lese sie nicht und nenne es professionell, das Maenner-Team war zu hause, um zu trainieren, von der Familie umgeben, zu regnerieren, fuer neue Taten. Ja, Erfolge werden in Koepfen fuer die Beine vorbereitet. Respekt und Dank aus Griechenland, ohne Schnee auskommend seit Jahren, aber mit der Skination verbunden. Antworten

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