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Frage des Tages: Ex-FCZ-Spieler als Richter?
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 11.11.2011 1 Kommentar
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Ex-FCZler und heute Jurist: Daniele Moro (Bild: ZVG).
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Der selbstständige Tessiner Anwalt Daniele Moro ist nämlich ein ehemaliger Spitzenfussballer. Das Brisante daran ist: Er zog einst beim FC Zürich im Mittelfeld die Fäden, gehörte während vier Jahren dem Zürcher Verein an. Er spielte unter anderem auch noch für Chiasso, Baden, Xamax, Servette und den FC Basel. Heute muss der ehemalige FCZ-Spieler einen hochbrisanten Rechtsfall behandeln. Es geht um die Urteilsfindung im Fall des abgebrochenen Zürcher Derbys vom 2. Oktober. Wie wird das Spiel am grünen Tisch gewertet? Gibt es einen Forfaitsieg oder eine Forfaitniederlage für einen der beiden Vereine? Wird der Match doch noch auf dem grünen Rasen für die verbleibenden 13 Minuten nachgeholt? Oder wird der Match unter Ausschluss der Öffentlichkeit noch einmal ganz über die volle Distanz gespielt?
Der Fall ist heikel und Daniele Moro unter besonderer Beobachtung. Die Frage steht im Raum, weshalb Moro den Fall nicht abgegeben hat. Er hätte sich selbst schützen können, um den Verdacht der Befangenheit nicht aufkommen zu lassen. Doch das kam für ihn nicht infrage. Tagesanzeiger.ch/Newsnet erreichte Moro um 11 Uhr am Handy. Er sass im Zug nach Bern, wo die Verhandlung stattfindet. «Es gibt für mich keinen Grund, in den Ausstand zu treten. Ich bin neutral und habe ein gutes Gewissen. Ich bin weder für GC noch für den FC Zürich. » Er habe ja in seiner fussballerischen Karriere nicht nur für den FCZ gespielt.
GC-CEO Meier vertraut Richter Moro
GC-CEO Marcel Meier erklärt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, dass er bis vor kurzem nichts von der Vergangenheit Moros beim FCZ gewusst habe. «Unser Medienchef Eugen Desiderate hat mich darauf aufmerksam gemacht», sagt Meier. Moro habe im Übrigen beim FCZ auch mit GC-Assistenztrainer Salve Andracchio zusammengespielt. «Wir gehen davon aus, dass das Gremium mit Daniele Moro nach bestem Wissen und Gewissen und neutral entscheidet, unabhängig von der Vergangenheit der einzelnen Mitglieder», sagt Meier.
Erich Vogel war einst Sportchef bei GC und dem FCZ. «Daniele Moro hat ja in seiner fussballerischen Karriere nicht nur für den FCZ , sondern auch für diverse andere Vereine gespielt», sagt Vogel. Er selbst habe schliesslich ja auch einmal für Aarau, GC, Xamax, den FCZ und für den FC Basel gearbeitet. «Ich habe überhaupt keine Bedenken, Moro könnte befangen sein», sagt Vogel. Der Fall sei auch bei Moro in guten Händen.
«Er war ein eigenwilliger Mensch und Spieler»
Auch der ehemalige FCZ-Trainer Raimondo Ponte erinnert sich an Daniele Moro. «Er war ein eigener und eigenwilliger Mensch und Spieler, der es aufgrund seines Riesentalentes eigentlich viel weiter hätte bringen müssen», sagt Ponte. Auch der Trainer des FC Chiasso denkt, dass Moro in diesem Fall absolut unbefangen sei. «Sonst hätte er es nicht bis zu einem angesehen Anwalt gebracht.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.11.2011, 12:01 Uhr
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1 Kommentar
Wieder so ein journalistischer Sturm im Wasserglas. Zum Glück habt ihr keinen gefunden, der auf diese Befangenheitswelle aufspringen wollte. Hut ab vor den GC-Herren - die haben den Blick für die juristische Realität noch nicht verloren. Antworten
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