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UBS Quartalszahlen: Wie ein Phönix aus der Asche

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 27.07.2010

Mit ihren heutigen Zahlen hat die UBS nicht nur die Erwartungen bei weitem übertroffen. Auch an der Börse macht sich die Hoffnung breit, die Bank finde zu altem Glanz zurück.

Wieder Grund zur Freude: UBS-CEO Oswald Grübel bei der Präsentation der Zahlen für das zweite Quartal 2010.

Wieder Grund zur Freude: UBS-CEO Oswald Grübel bei der Präsentation der Zahlen für das zweite Quartal 2010.

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Oswald Grübel hat heute einen prächtigen Tag. Tosender Applaus brandet ihm entgegen. Und zwar von der Seite, die ihm am wichtigsten ist: von der Börse in Form eines Kursfeuerwerks der UBS-Aktie. Gleich nach Börseneröffnung in Zürich stieg die Aktie der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) um mehr als sieben Prozent auf zwischenzeitlich mehr als 10 Prozent an – so stark wie kein anderer Titel an der Schweizer Börse. Die lange geschmähte Bank scheint wie eine Phönix wieder der Asche zu entsteigen. Seit Grübel bei der UBS an den Schalthebeln sitzt, musste er meist zusehen, wie seine Bank für die Sünden der Vergangenheit geprügelt wird.

Die UBS hat mit ihren heute veröffentlichten Daten die Erwartungen der Analysten bei weitem übertroffen. Die von Thomson Reuters befragten Experten erwarteten einen Quartalsgewinn von 1,34 Milliarden Franken. Tatsächlich hat die Grossbank diese Schätzung um rund 50 Prozent übertroffen und 2,005 Milliarden Franken erzielt. Im Vergleich zum Vorquartal liegt der Gewinn dennoch leicht tiefer, damals hat die UBS 2,202 Milliarden Franken erwirtschaftet. Bereits berücksichtigt ist hier der Betrag von 228 Millionen, den die UBS für die Bonussteuer in Grossbritannien berappen musste.

Überraschung von der Investmentbank

Besonders positiv hat der Abschluss der Investmentbank überrascht, denn hier wurden die grössten Einbussen erwartet, bei anderen Banken haben sich auch solche gezeigt. Die UBS hat ihren Gewinn in dieser Sparte sogar noch um 10 Prozent zu steigern vermocht. Der Gewinn für das zweite Quartal ist mit 1.314 Milliarden Franken noch höher als jener der Vermögensverwaltung mit 1,131 Milliarden Franken (zu der auch das gesamte Schweizer Geschäft gehört).

Im Vergleich zur Credit Suisse ist die UBS gemessen an den Erträgen allerdings auch nach den neusten Zahlen noch immer in erster Linie eine Vermögensverwaltungsbank. Doch hinkt sie in diesem Geschäft – gemessen an den Bruttomargen ihrer inländischen Konkurrenz – noch immer deutlich hinterher. Während die Credit Suisse eine Bruttomarge von 1,2 Prozent erreicht, bringt es die UBS bloss auf 0,95 Prozent. Immerhin steigt sie bei letzterer seit dem vierten Quartal 2009 stetig an (von damals 0,88 Prozent), während sie bei der Credit Suisse seither umgekehrt stetig sinkt (von damals 1,3 Prozent). Besonders positiv für die Vermögensverwaltungsdivisionen der UBS ist schliesslich, dass der Geldabfluss im Vergleich zu den Vorperioden mit 8,1 Milliarden Franken deutlich geringer ausfällt. Im Vorquartal waren es noch 15,4 Milliarden. Vor allem in der für die Bank besonders wichtigen Region Asien-Pazifik und bei den sehr Reichen mit einem Mindestvermögen von 30 Millionen Dollar («Ultra Net Worth Indivuals»)

Weitere Verwirrnis um die Bewertung der eigenen Schulden

Unter der Lupe nimmt sich die grösste Positivmeldung der UBS – der zehnprozentige Gewinnsprung des Investmentbankings – etwas weniger eindrücklich aus. Denn der grösste Teil davon – 842 Millionen Franken – geht auf eine buchhalterische Bewertungsanpassung auf eigene Verbindlichkeiten zurück. Weil gemessen an den Prämien von Kreditausfallversicherungen die UBS wie auch andere Banken auf den Märkten als stärker gefährdet gehandelt werden, sinkt der Wert der Schulden der Grossbank. Die Bank könnte sie theoretisch günstiger zurückkaufen, was als Gewinn verbucht wird. Dessen Grundlage ist allerdings keine positive Entwicklung. Im ersten Quartal musste die Bank wegen einer Bonitätsverbesserung noch 247 Millionen Franken als Verlust verbuchen, im zweiten Quartal jetzt wegen der Verschlechterung 595 Millionen als Gewinn, was zusammen die 842 Millionen ergibt. Schon im letzten Jahr hat dieser Effekt die Aussagekraft des ausgewiesenen Gewinns stets stark vermindert.

Der wichtigste operative Gewinntreiber des Investmentbankings war das Aktiengeschäft. Die Erträge stiegen hier 110 Millionen, beziehungsweise um 9 Prozent auf 1,365 Milliarden im zweiten Quartal. Zum Bereich gehören auch Derivate auf Aktien. Wie bei anderen Banken schloss die UBS dagegen im Handel mit Festverzinslichen (FICC) gegenüber dem ersten Quartal schlechter ab – die Erträge sanken hier um 21 Prozent auf 1,703 Milliarden Franken ein. Zum Bereich gehört das Geschäft mit Obligationen und Derivaten darauf, aber auch mit Rohstoffen und Währungen. Vor allem bei den Währungen hat die UBS im Vergleich zum Vorquartal ebenfalls deutlich zugelegt.

Risikominderung drückt den Erfolg und stärkt die Pufferzone

Das schlechtere Abschneiden des FICC-Bereichs hat auch etwas Gutes: Die UBS selbst schreibt das neben geringeren Handelsaktivitäten von Kunden einer «defensiveren Positionierung der Handelsbücher» zu. Das heisst, die Grossbank geht geringere Risiken ein, selbst wenn ihr dadurch Erträge durch die Lappen gehen. Das ist beruhigend, wenn man bedenkt, dass die UBS in diesem Bereich einst die Schrottpapiere angehäuft hat, die ihr 2008 ohne Stützung durch Staat und Nationalbank wohl das Genick gebrochen hätten.

Das verminderte Risiko zeigt sich auch an anderen Daten: Obwohl die Bilanz der UBS insgesamt um 8 Prozent gewachsen ist, konnte die Bank ihre risikogewichteten Anlagen im letzten Quartal um 205 Milliarden leicht reduzieren. Dadurch hat sich die risikogewichtete, so genannte BIZ-Kernkapitalquote von 16 Prozent nach dem ersten Quartal auf 16,4 Prozent verbessert. Der Anteil des Eigenkapitals (Kernkapital) am ungewichteten Gesamtkapital (Leverage-Ratio) ist dagegen unverändert bei 4,1 Prozent verblieben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.07.2010, 15:07 Uhr

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