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Video: Fussballer Cem Atan feiert sich auf Youtube
Atan, so scheint es dem Betrachter des 4.09 Minuten langen Videos, sollte in einer Liga mit Messi, Tevez und Ronaldo spielen. Aber der offensive Mittelfeldspieler verpasst die WM (er ist schliesslich Österreicher), sein Marktwert beträgt nur 550'000 Euro und er ist beim SV Mattersburg aktiv. Atan mag in der Fussballprovinz spielen, sein Videoporträt aber gleicht einem Hollywood-Actionfilm. Die Bilder sind mit treibenden Hiphop-Beats unterlegt, in einer atemlosen Montage folgt Trick auf Torerfolg auf Trick, der alternierende Einsatz von Zeitlupe und Zeitraffer verleiht auch dem schlampigsten Dribbling eine enorme Dynamik.
Das Medienzentrum in Kapstadt sendet zurzeit die Bilder der Fussball-WM in alle Welt. Die eigentliche Sendezentrale des Weltfussballs aber sind Videobörsen wie Youtube oder Vimeo, auf denen sich für den Suchbegriff «Soccer» mehrere Millionen Filme finden.
Die Medienrevolution verändert auch die Machtverhältnisse in der Fussballwelt. Fans müssen sich nicht länger von Experten und Journalisten sagen lassen, welches Spiel, welches Tor, welche Mannschaft man niemals vergessen darf, sondern basteln selbst an Listen mit Titeln wie «Die 50 besten Tore», «20 brutale Fouls» oder «5 Dinger, die auch meine Oma gemacht hätte». Youtube ist das kollektive Gedächtnis der Fussballgemeinde, in den Kommentaren und Klickzahlen wird verhandelt, was von einem Spieler nach einer langen Karriere übrigbleibt.
Erstellt: 24.06.2010, 08:52 Uhr
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