Die Nacktwanderer marschieren wieder
Von Stefan Häne. Aktualisiert am 07.04.2009 18 Kommentare
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Steigen die Temperaturen, fallen die Hüllen. So geschehen am Fuss der Churfirsten, auf der Sonnenrampe über dem Walensee. Dort, auf dem Wanderweg zwischen Wesen und Quinten, haben am letzten Freitag zwei Nacktwanderer den Weg eines Wädenswiler Ehepaars gekreuzt. Die beiden Männer waren zwischen 30 und 40 Jahre alt, braungebrannt und sagten ein «freundliches Grüezi». Ob sie einen Rucksack getragen haben, kann das Ehepaar nicht mit letzter Gewissheit sagen – zu überrascht war es vom Anblick so viel nacktger Haut. Der Ehemann sagt, er sei mindestens so verdutzt gewesen, als wäre er dort zwei Elefanten des Cirkus Knie begegnet. Er erinnert sich deshalb nur daran, dass die beiden Unverhüllten in der Schamgegend völlig enthaart waren.
Aus dem Alpstein vertrieben?
Die beiden Nacktwanderer haben sich auf St. Galler Kantonsgebiet verlustiert. Und sorgen für Irritation. Ein Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen ist jedenfalls ganz von den Socken: Er höre zum ersten Mal von einem solchen Fall, sagt er und vermutet einen verspäteten 1.-April-Scherz des TA. Doch dem ist nicht so. Es ist die nackte Wahrheit.
Mehr Erfahrung haben die Innerrhoder: Im Alpstein haben sich im vergangenen Herbst mehrere Nacktwanderer herumgetrieben – und Politiker reihum aus der Haut fahren lassen. Die Folge: Neu drohen textilfreien Berggängern im Alpstein 200 Franken Busse. Zum Vergleich: Littering kostet 100 Franken. Der Kanton St.Gallen geht das Phänomen mit angezogener Handbremse an: «Wir werden Nacktwanderer sicher nicht gezielt suchen», sagt Hans-Rudolf Arta, Generalsekretär des Sicherheits- und Polizeidepartements. Eine gesonderte Busse für Nacktwanderer wollen die St. Galler nicht einführen. Komme es aber zu einer Anzeige, sei möglicherweise der Tatbestand der mutwilligen Belästigung erfüllt, sagt Arta. Dann müssten Ertappte 60 Franken bezahlen.
Zieht es die Nacktwanderer ins Glarnerland?
Offen bleibt, ob die Nacktwanderer wegen der Bussen im Alpstein nun vermehrt westwärts ziehen – vom Walensee weiter ins Glarnerland, wo es ebenfalls (noch) keine speziellen Bussentarife gibt. Die Glarner dürften sie jedoch nicht mit offenen Armen empfangen, wie der freisinnige Regierungsrat Andrea Bettiga durchblicken lässt: Er sei zwar sehr naturverbunden; ein Bezug zu einer solchen «Natursportart» fehle ihm aber. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.04.2009, 11:25 Uhr
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18 Kommentare
"Er erinnert sich deshalb nur daran, dass die beiden Unverhüllten in der Schamgegend völlig enthaart waren." Nacktheit liegt immer im Auge des Betrachters. Wenn die Bekleideten nicht immer auf die Genitalien der Nackten starren würden wäre die Nacktheit für beide Gruppen sehr viel angenehmer. Dass Nacktheit an und für sich nichts mit Sexualität zu tun hat müssen leider noch viele Leute lernen... Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.






