Wahlen 2011

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Alles zu den National- und Ständeratswahlen vom 23. Oktober 2011

SVP verliert weniger an Wählerstärke als angenommen

Aktualisiert am 25.10.2011 113 Kommentare

Nun liegen nach Verzögerungen durch die Waadt die definitiven Parteistärken aus den Nationalratswahlen vor: Dabei kommt die SVP auf 26,6 Prozent der Stimmen – besser als in den Hochrechnungen.

Jetzt ist es definitiv: Die Parteistärken im Nationalrat.


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Die Wähler kehren den grossen Volksparteien den Rücken. Nachdem bei früheren Wahlen nur SP, FDP und CVP unter dem Phänomen zu leiden hatten, erfasste es bei den Nationalratswahlen vom Sonntag auch die SVP. Ihr Wähleranteil sank erstmals seit 1991 – und zwar auf 26,6 Prozent.

Die SVP hatte 2007 einen Wähleranteil von 28,9 Prozent errungen – die höchste Parteistärke seit Einführung der Proporzwahl 1919. Von 1991 bis 2007 hatte sie von Wahl zu Wahl massiv hinzugewonnen. 2011 sank ihr Anteil dagegen auf 26,6 Prozent, wie den definitiven Zahlen des Bundesamts für Statistik vom Dienstag zu entnehmen ist.

Nur im Tessin konnte sie ihn leicht ausbauen, in der Deutschschweiz und französischen Schweiz ging er gegenüber 2007 zurück. Die Mandatezahl der SVP sank von 62 auf 54. Bei der SP sank der Wähleranteil seit 2007 von 19,5 auf 18,7 Prozent. Während sie in der Westschweiz ihren Anteil halten konnte, verlor sie in der deutschen und der italienischen Schweiz. Vor allem dank Listenverbindungen konnte die Partei ihre Sitzzahl aber von 43 auf 46 steigern.

FDP und CVP seit 1991 im Sinkflug

Bei FDP und Liberalen hat sich die Fusion nicht ausgezahlt. 2007 kamen sie auf 15,8 respektive 1,9 Prozent Wähleranteile und auf 31 plus 4 Mandate. Bei der jüngsten Wahl erreichten sie zusammen 15,1 Prozent respektive 30 Sitze. Der Wähleranteil sank in allen Landesteilen.

Die CVP kam heuer auf 12,3 Prozent und 28 Mandate, 2007 waren es 14,5 Prozent und 31 Mandate. Gegenüber 2007 sank ihr Wähleranteil in der deutschen und in der italienischen Schweiz, in der Romandie wuchs er. FDP und CVP setzten also ihren Abstieg fort, der 1991 begonnen hatte.

Einen Rückschlag nach mehrjährigem Aufstieg gab es auch bei den Grünen, die heuer noch auf 8,4 Prozent kamen – 1,2 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Offenbar konnten sie weniger von Listenverbindungen profitieren als die SP. Nur in der italienischen Schweiz konnten sie ihren Wähleranteil leicht steigern, im Rest des Landes ging er zurück. Die Mandatezahl der GPS sank von 20 auf 15.

Donnerschlag aus der Mitte

Die beiden neuen Mitteparteien BDP und GLP erreichten je 5,4 Prozent Wähleranteile. Für die Grünliberalen bedeutete das gegenüber 2007 eine Steigerung von 4 Prozentpunkten. Sie kamen – unter anderem dank geschickter Listenverbindungen – auf 12 Mandate. Die BDP war 2007 noch nicht angetreten, hatte aber nach der Abspaltung insgesamt 5 Sitze von der SVP «geerbt» respektive bei einer Ersatzwahl gewonnen. Nun gewann sie vier Sitze hinzu.

Von den kleineren Parteien behielt die EVP zwei Sitze, obschon ihre Parteistärke von 2,4 auf 2 Prozent sank. Überraschend einen zweiten Sitz eroberte die Tessiner Lega, die ihren Wähleranteil von 0,6 auf 0,8 Prozent steigerte. Auf je einen Sitz kamen die CSP (dieser «wanderte» von Freiburg nach Obwalden) und – neu – das Genfer Mouvement Citoyens. Leer ging heuer die EDU aus, die ihren Sitz in Bern verlor. Auch die linke PdA konnte ihren Waadtländer Sitz nicht halten.

Die Wahlbeteiligung stieg auf 49,1 Prozent. 2007 hatte sie bei 48,3 Prozent und 1995 bei – historisch tiefen – 42,2 Prozent gelegen.

(jak/sda)

Erstellt: 25.10.2011, 11:37 Uhr

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113 Kommentare

Mike Keller

25.10.2011, 12:20 Uhr
Melden 114 Empfehlung

Ein absoluter Skandal diese Hochrechnung! Die SVP ist und bleibt die stärkste Partei im Lande. Wo ist jetzt die Headline über die grössten Verlierer CVP und FDP zu sehen? Nirgends. Antworten


Martin Müller

25.10.2011, 12:57 Uhr
Melden 94 Empfehlung

Der geringfügige Rückgang des Wähleranteils der SVP kann alleine durch die Abspaltung der BDP erklärt werden, und für diese ist die SVP selbst verantwortlich. Ich wüsste nicht, was daran spektakulär sein soll. Von einem Triumph der Gegner kann keine Rede sein. Antworten