Wahlen 2011

Die Schweiz wählt

Alles zu den National- und Ständeratswahlen vom 23. Oktober 2011

«Ich nehme es in Kauf, als Sauhund dargestellt zu werden»

Von Jan Derrer, Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 19.09.2011 100 Kommentare

Der dritte Politiker, der fürs Wahlmobil von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sein Programm in 60 Sekunden präsentiert, ist der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger.

Bezeichnet sich als «völlig unabhängigen Charakter»: Oskar Freysinger. (Video: Jan Derrer)

Das Wahlmobil

Das Wahlmobil besucht Nationalratskandidaten zuhause. Bekannte, unbekannte, junge und alte. Sie haben genau 60 Sekunden Zeit, um sich oder ihre Politik anzupreisen.

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Oskar Freysingers politisches Profil. (Bild: smartvote.ch)

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Vor dem Einfamilienhaus im Unterwalliser Savièse ist ein bunt bemalter VW-Bus, Baujahr 1973, parkiert. Der Mann, der Tagesanzeiger.ch/Newsnet die Tür öffnet, trägt Diesel-Jeans und Dr.-Martens-Boots, die schulterlangen Haare sind zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. In der Stube steht neben dem Cheminée eine Gitarre, es herrscht ein wohnliches Durcheinander von Büchern, afrikanischen Feriensouvenirs und Traumfängern.

Doch der Gastgeber ist nicht etwa ein Nationalratskandidat der Grünen, sondern der SVP-Hardliner Oskar Freysinger. Der Gymnasiallehrer kandidiert bereits zum dritten Mal. Wahlkampf müsse er eigentlich nicht führen, vor vier Jahren habe er ohne Kampagne doppelt so viele Stimmen erhalten wie zu seiner ersten Wahl nach Bern 2003.

Markantes Profil

Freysinger ist der Öffentlichkeit bekannt als einer, der gerne polemisiert, geradezu mit Genuss provoziert und nie um einen fadengeraden Kommentar verlegen ist: «Für meine direkte Art werde ich von der ‹Classe politique› manchmal gehasst, dessen bin ich mir bewusst.» Aber genau so verschaffe er sich Gehör und bekomme für seine Anliegen eine mediale Plattform: «Würde ich immer anständig bleiben, würde das niemanden interessieren. Ich nehme es durchaus gerne in Kauf, als Sauhund dargestellt zu werden.»

An die Wand in seinem Wohnzimmer hat der Parlamentarier das Penrose-Dreieck gemalt: «Mich fasziniert die philosophische Bedeutung dieses Symbols.» Das Dreieck sieht auf einer Fläche dreidimensional aus, tatsächlich kann es aber nur zweidimensional existieren. «Es ist eigentlich unmöglich, und trotzdem existiert die Figur», führt der Politiker aus. Eine unbeabsichtigte Metapher zu seiner Person? Auch Freysinger macht nicht den Anschein eines Politikers, der rechts aussen positioniert ist. Trotzdem ist er einer der markantesten Exponenten der SVP.

Auch gegen die Parolen der Mutterpartei

Er sei einer der wenigen im Bundeshaus, die in keinem Verwaltungsrat sitzen. Und er sei unabhängig, erklärt Freysinger seine Wahlerfolge: «Die Walliser SVP vertritt auch mal eine Position, die der Mutterpartei gegen den Strich geht.» Vor einigen Jahren war der Politiker und Autor von Gedichten, Lied- und Prosatexten zu einer Hochzeit an der Elfenbeinküste eingeladen. Dort habe er eindrücklich erlebt, was es für die Bevölkerung bedeute, wenn der Mittelstand verdrängt werde und es nur noch extrem Reiche und sehr Arme gebe. Auch hierzulande erlebe er diese Entwicklung ansatzweise, und das müsse verhindert werden, sagt Oskar Freysinger: «Der Schweiz geht es im europäischen Vergleich zwar relativ gut. Aber wenn das bürgerliche Lager einbricht und immer weiter nach links driftet, bekommen wir Probleme.» Die SVP sei die einzige Partei, die sich wirklich für die Unabhängigkeit der Schweiz einsetze. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.09.2011, 11:17 Uhr

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100 Kommentare

Fränzi Schwyzer

19.09.2011, 12:39 Uhr
Melden 183 Empfehlung

Ich nehme es in kauf,als Sauhund dargestellt zu werden.Möchte mal sagen: Einen Sauhund gibt es gar nicht,ich habe noch NIE einer gesehen! wo existiert diese Rasse? Sorry! Freysinger hat es nicht nötig,sich als solcher zu nennen.Ich finde das falsch! Denke wenn es noch mehr Freysingers in der CH geben würde,dann wäre die CH
NOCH die CH.Leider nennt man ein Realist heutzutage,ein Rassist.Schlimm!
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Hans Maag

19.09.2011, 12:40 Uhr
Melden 182 Empfehlung

Das Einzige, was am Artikel stört, ist die Erwähnung der Modemarke Diesel-Jeans, diese hat keine echte Jeans-Tradition. Freysinger ist einer der Schweizer, der unsere Traditionen und Rechte gegen ungesunde fremde Einflüsse verteidigt. Ich danke ihm dafür. Als Schweizer mit einem fremden Elternteil hat er wahrscheinlich mehr Übersicht über das Weltgeschehen als der Sauhund-Spezialist Ernst Berger. Antworten