Wahlen 2011

Die Schweiz wählt

Alles zu den National- und Ständeratswahlen vom 23. Oktober 2011

«In der CVP darf man denken»

Von Jan Derrer, Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 21.10.2011 18 Kommentare

Mehr Mitte, stärkere Familienpolitik und Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Das fordert CVP-Nationalratskandidatin Patricia Mattle (SG) im Wahlmobil-Video.

Denkt über den Rand des Parteitellers hinaus: Patricia Mattle, CVP-Nationalratskandidatin (SG). (Video: Jan Derrer)

Das Wahlmobil

Das Wahlmobil besucht Nationalratskandidaten zu Hause. Bekannte, unbekannte, junge und alte. Sie haben genau 60 Sekunden Zeit, um potenzielle Wähler zu überzeugen.

Die Schweiz wählt

National- und Ständeratswahlen vom
23. Oktober 2011: Alles zu den Top-Themen im Wahlkampf, Parteien und Kandidaten. Welcher Politiker passt am besten zu Ihnen? Nutzen Sie die Wahlhilfe im Dossier.

Unsere pointierten Kommentare auf Twitter


Smartspider von Smartvote: Patricia Mattle. (Bild: Smartvote.ch

Umfrage

1. Rhetorik

Sehr gut

 
44.6%

Gut

 
20.3%

Genügend

 
14.9%

Schlecht

 
20.3%

74 Stimmen


Umfrage

2. Originalität

Sehr gut

 
29.3%

Gut

 
30.7%

Genügend

 
14.7%

Schlecht

 
25.3%

75 Stimmen


Umfrage

3. Glaubwürdigkeit

Sehr gut

 
51.3%

Gut

 
18.4%

Genügend

 
6.6%

Schlecht

 
23.7%

76 Stimmen


Umfrage

4. Stil

Sehr gut

 
48.4%

Gut

 
19.8%

Genügend

 
15.4%

Schlecht

 
16.5%

91 Stimmen


Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Altstätten ist ein malerisches Kleinstädtchen im sankt-gallischen Rheintal. Das Einfamilienhaus der Mattles thront auf einer Anhöhe, umgeben von weidenden Kühen und Apfelbäumen. Vor dem Haus stehen Weinreben. In dieser Idylle ist Patricia Mattle aufgewachsen. Und hier lebt sie auch heute noch gern. Einzig der schlechte Anschluss an den öffentlichen Verkehr stört sie: «Wenn man hier wohnt, nervt man sich jeden Tag mindestens dreimal über die öffentlichen Verkehrsmittel», sagt Mattle, die aus beruflichen Gründen täglich nach Winterthur pendelt. Teilprivatisierte Staatsbetriebe wie Post und SBB würden kundenfreundlicher wirtschaften, wenn sie ganz in privater Hand wären, ist die Betriebsökonomin, die bereits in Rom und Santiago de Chile gearbeitet hat, überzeugt.

«Religion ist nicht vordergründig»

Bereits die Eltern gehörten der CVP an. Doch das allein war nicht der Grund, weshalb sich die 26-Jährige der Mittepartei anschloss. In Altstätten kenne man die Mitglieder der einzelnen Parteien persönlich, sie sei überall vorbeigegangen und habe sich ein Bild gemacht. Von ihrer Entscheidung für die CVP ist Mattle tief überzeugt: «Manchmal kommt es mir so vor, als müssten die Mitglieder der Links- und Rechtsparteien stur dem Parteiprogramm folgen. In unserer Partei hingegen ist selbstständiges Denken nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht.» Sie stelle zunehmende Blockaden zwischen links und rechts fest, die einen Konsens verhindern: «Wir hingegen liefern Lösungen. Deshalb braucht es mehr Mitteparteien, mehr CVP.»

Patricia Mattle geht zwar auch ab und zu in die Kirche, doch Religion und Partei trennt sie strikt: «Das C steht für eine moralisch-ethische Politik, die durch abendländische und somit christliche Werte geprägt ist. Trotzdem ist Religion in der CVP nicht vordergründig.» Und schon gar nicht beeinflusse sie ihre eigenen politischen Positionen: «Ich vertrete zum Beispiel in der Abtreibungsfrage eine andere Position als die Kirche.»

«Mittelalterliche Betreuungsstrukturen»

Auch in der Gleichstellungspolitik, die für Mattle in enger Verbindung mit dem CVP-Steckenpferd Familienpolitik steht, hat sie klare Positionen: «Die Kinderbetreuungsstrukturen der Schweiz sind mittelalterlich.» Hier müsse auch der Staat helfen und die Strukturen zur Verfügung stellen, die es Eltern erlauben, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen, fordert die junge CVP-Politikerin. Dabei denke sie auch an die eigene Zukunft: «Ich bin gut ausgebildet und möchte meine Berufstätigkeit nicht aufgeben, weil ich eines Tages Kinder habe, die zu den unterschiedlichsten Zeiten von der Schule nach Hause kommen.»

Die Rheintalerin ist in der CVP Schweiz verantwortlich für die Nachwuchsförderung, die ihres Erachtens lange vernachlässigt wurde. Inzwischen beobachtet sie jedoch eine Zunahme junger Leute, die sich in ihrer Partei engagieren. Sie erklärt sich das Vorpreschen der Jungen in der CVP mit deren pragmatischer Haltung: «Die älteren CVP-Politiker erlebten die Partei in den letzten Jahrzehnten als 50-Prozent-Partei, die immer mehr Stimmen verlor. Für uns Junge hingegen war die CVP noch nie eine Mehrheitspartei. Wir kennen die CVP als kleine Mittepartei und sind es gewohnt, nicht nur innerhalb der Parteigrenzen zu denken.» Überparteiliche thematische Allianzen seien vor allem für die jüngeren CVP-Politiker ebenso notwendig wie selbstverständlich.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.10.2011, 10:33 Uhr

18

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

18 Kommentare

Holger Ohnmacht

21.10.2011, 10:37 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Das sind doch genauso populistische Sprüche, wie Vertreter der CVP den andern Parteien vorwerfen. Und übrigens, was haben die CVP-Ständeräte gedacht, als sie genötigt wurden, dem Atomausstieg nun doch noch zuzustimmen? Eben - auch bei der CVP gilt die Parteimaxime! Antworten


Jacky Forrer

21.10.2011, 11:41 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Abwahl von BR Ch. Blocher, Atomausstieg usw. waren ja auch keine Parteiweisungen, oder ? Eine Partei mit einigen Intriganten in ihren Reihen, passend zur BDP mit der die Fusion nach den Wahlen ansteht und die man den Wählern verschweigt. Nein, so eine Partei ist nicht wählbar. Antworten