Wahlen 2011

Die Schweiz wählt

Alles zu den National- und Ständeratswahlen vom 23. Oktober 2011

«Unverbraucht, unvoreingenommen und unverfroren»

Von Jan Derrer, Simon Schmid. Aktualisiert am 23.09.2011 16 Kommentare

Die Grüne Mirjam Ballmer nutzt den Besuch der Videoreporter, um für Junge und Frauen im Parlament zu werben. Das Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Wahlmobil zu Besuch in Basel-Stadt.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Wahlmobil: Zu Gast bei Mirjam Ballmer, Kandidatin für die Grünen in Basel-Stadt. (Video: Jan Derrer)

Das Wahlmobil

Das Wahlmobil besucht Nationalratskandidaten zuhause. Bekannte, unbekannte, junge und alte. Sie haben genau 60 Sekunden Zeit, um sich oder ihre Politik anzupreisen.

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National- und Ständeratswahlen vom
23. Oktober 2011: Alles zu den Top-Themen im Wahlkampf, Parteien und Kandidaten. Welcher Politiker passt am besten zu Ihnen? Nutzen Sie die Wahlhilfe im Dossier.

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Sie sieht gut aus, ist eloquent und Inhaberin eines Universitätsdiploms mit dem Vermerk «summa cum laude». Sie hat eine klare Linie, scheut keinen Streit und besitzt dennoch Charme: Mirjam Ballmer, jüngste Nationalratskandidatin der Grünen in Basel-Stadt, hat das Zeug zur grossen Politkarriere. Ihr Auftritt erinnert an Anita Fetz, die den Kanton im Ständerat vertritt. Wie ihr Vorbild aus der SP ist auch die 28-Jährige lokal bestens vernetzt. Ballmer wohnt seit ihrer Kindheit in Kleinbasel – in einem Quartier, das den meisten Schweizern vor allem wegen seines Rotlichtmilieus und seines hohen Ausländeranteils bekannt ist.

«Negative Erfahrungen habe ich hier nie gemacht», sagt Ballmer, als sie das Reporterteam an ihrer Haustür empfängt. Vis-à-vis steht eine ältere Frau mit Kopftuch und mustert die Leute mit der Videokamera verwundert. Es ist ein schöner Herbsttag, die im Blockrandstil bebaute Häuserzeile glänzt in der Nachmittagssonne. Auch ihre Kinder sollen einst hier zur Schule gehen, meint die Jungpolitikerin, die seit vier Jahren im Basler Grossrat sitzt. Sie selbst habe es während ihrer Schulzeit immer geschätzt, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen.

Bärenposter und Wolfsspur

Für die Geografin präsentiert sich die Politik als logische Konsequenz ihrer beruflichen Tätigkeit. Ballmer arbeitet in der politischen Abteilung des Umweltverbandes Pro Natura und ist dort zuständig für Natur- und Tierschutzthemen. «Unser Verband existiert seit über 100 Jahren», sagt sie und schmunzelt: «Er wurde ursprünglich von Basler Freisinnigen gegründet, um den Nationalpark im Engadin einzurichten.»

Von Pro Natura stammt auch das übergrosse Bärenposter, das Ballmer im Anschluss ans «Jahr des Bären» 2009 vom Verband ersteigert und in ihr Wohnzimmer gehängt hat. Der Gipsabdruck auf ihrem Esstisch ist von einer Wolfsspur, Ballmer hat ihn vor zwei Wochen in der ostdeutschen Lausitz gemacht.

Immer nur «ich, ich, ich»

Auf ihren Videoauftritt hat sich die Jungpolitikerin minutiös vorbereitet. Denn sich selbst in den Vordergrund zu stellen, liege ihr an sich nicht so sehr: Immer nur «ich, ich, ich», hiesse es im Wahlkampf von allen Seiten jeweils. Das sei schon etwas nervig. Die Aufnahme gelingt beim dritten Versuch, nachdem sich Ballmer bei den ersten beiden Takes etwas verhaspelt hat. Ob sie die Wähler im Oktober in den Nationalrat schicken, ist jedoch ungewiss, denn es gilt für die Basler Grünen zunächst, Anita Lachenmeiers Sitz zu verteidigen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.09.2011, 07:34 Uhr

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16 Kommentare

Karoline Stoehr

23.09.2011, 18:04 Uhr
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Gott bewahre uns vor so gefährlichen Naivlingen wie Frau Ballmer. Als überzeugte Vertreterin der Gutmenschenfraktion will sie die Einwanderungstore weit öffenen, setzt sich gar nicht für die Einhaltung von Recht und Gesetz ein, und will die Steuergelder und Zahlverpflichtungen für die Zukunft in vergoldete Sozialstaats-Visionen und nutzlose Umweltprojekte verlochen. Warum nicht nach Griechenland? Antworten


Martin Fehrlin

23.09.2011, 14:09 Uhr
Melden 33 Empfehlung

Die Frau ist sympathisch. Um es ein wenig plakativ auszudrücken: Ich würde lieber mit ihr ein Bier trinken gehen als mit Herrn Mörgeli. Aber wählen muss ich (leider) eher den Zweitgenannten. Die Umstände in unserem Land zwingen mich dazu. Antworten